29. Juli 2016

HeidelbergCement veröffentlicht Q2 2016 Ergebnisse

HeidelbergCement steigert Ergebnis im 2. Quartal 2016 deutlich

Highlights Q2 2016 und Ausblick:

  • Absatz in allen Geschäftsbereichen erhöht
  • Konzernumsatz stabil bei 3,6 Mrd €
  • Operatives Ergebnis um 8 % auf 601 Mio € verbessert (i.V.: 557 Mio €; auf vgl. Basis* +11 %)
  • Margenverbesserung in allen Geschäftsbereichen
  • Deutliche Verbesserung des freien Cashflows; Nettoverschuldung auf 5,9 Mrd € gesenkt (i.V.: 6,3 Mrd €)
  • Ausblick für 2016 bestätigt:
    • Positiver Ausblick für Weltwirtschaft; geopolitische und makroökonomische Risiken bleiben
    • Absatzzunahme bei Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton erwartet
    • Moderater Umsatzanstieg* und moderate bis deutliche Steigerung von operativem Ergebnis* und Jahresüberschuss**
    • Abschluss der Italcementi-Übernahme im zweiten Halbjahr 2016
    • HeidelbergCement ist gut positioniert, um von der Erholung in reifen Märkten zu profitieren, insbesondere in den USA, Deutschland, Nordeuropa und Australien

* Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte; ** bereinigt um Einmaleffekte

Q2-Baustoffabsatz profitiert von positivem Marktumfeld in Europa, USA und Australien

Im zweiten Quartal konnten die Absatzzahlen in allen Geschäftsbereichen gesteigert werden. Wesentlich dazu beigetragen hat das positive Marktumfeld insbesondere in Europa, den USA und Australien. 

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns stieg im zweiten Quartal um 1,6 % auf 22,3 (i.V.: 21,9) Mio t. Am stärksten war der Zuwachs im Konzerngebiet Nord- und Osteuropa-Zentralasien gefolgt von West- und Südeuropa. Nordeuropa erzielte ein zweistelliges Absatzwachstum aufgrund der anhaltend hohen Bauaktivität in Schweden und einer besser als erwarteten Entwicklung in Norwegen. Der Zementverkauf in Osteuropa stieg nahezu flächendeckend. In West- und Südeuropa konnte der Zementabsatz in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien zum Teil deutlich gesteigert werden. Dagegen sank der Zementabsatz im Konzerngebiet Asien-Pazifik aufgrund des verspäteten Beginns von Infrastrukturprojekten in unseren Kernmärkten in Indonesien.

Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten mit 69,1 (i.V.: 67,1) Mio t einen Anstieg um 2,9 % (bereinigt um Konsolidierungseffekte: 1,2 %). Dazu beigetragen haben insbesondere höhere Absatzmengen in Australien, den USA und Deutschland. Die Lieferungen von Transportbeton nahmen um 4,2 % auf 10,0 (i.V.: 9,6) Mio cbm und die von Asphalt um 4,2 % auf 2,6 (i.V.: 2,5) Mio t zu.

Im ersten Halbjahr 2016 legte der Zement- und Klinkerabsatz um 2,9 % auf 39,9 (i.V.: 38,8) Mio t zu. Die Lieferungen von Zuschlagstoffen stiegen um 4,4 % auf 118,4 (i.V.: 113,4) Mio t und von Transportbeton um 2,9 % auf 17,9 (i.V.: 17,4) Mio cbm. Der Asphaltabsatz sank um 2,0 % auf 4,0 (i.V.: 4,0) Mio t.

Umsatz stabil – Ergebnis deutlich verbessert

Der Konzernumsatz blieb im zweiten Quartal 2016 nahezu stabil bei 3.575 (i.V.: 3.635) Mio €. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten stieg er um 0,6 %. Dies spiegelt vor allem die positive Absatzentwicklung in allen Geschäftsbereichen wider. Veränderungen des Konsolidierungskreises wirkten sich mit 72 Mio € positiv auf den Umsatz aus; Wechselkurseffekte minderten ihn dagegen um 151 Mio €.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 5,2 % auf 791 (i.V.: 752) Mio €. Das operative Ergebnis stieg um 7,8 % auf 601 (i.V.: 557) Mio €. Ohne Berücksichtigung von Wechselkurs- und Konsolidierungseffekten belief sich der Anstieg des operativen Ergebnisses vor und nach Abschreibungen auf 8,5 % bzw. 11,2 %. Zu der positiven Ergebnisentwicklung haben neben dem Absatzwachstum und Preiserhöhungen in wichtigen Kernmärkten insbesondere auch rückläufige Kosten für Brenn- und Treibstoffe beigetragen.

„Das zweite Quartal 2016 war operativ das beste seit der Finanzkrise und hat damit den positiven Trend fortgesetzt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Scheifele. „Maßgeblich dazu beigetragen haben das positive Marktumfeld in unseren reifen Märkten und eine Erholung der Nachfrage in Osteuropa. Operativ konnten wir die Margen in allen Geschäftsbereichen verbessern. Dazu haben neben Preiserhöhungen in Kernmärkten auch unsere Margenverbesserungsprogramme beigetragen. Darüber hinaus haben wir von rückläufigen Kosten für Brenn- und Treibstoffe profitiert.“

Das zusätzliche ordentliche Ergebnis des zweiten Quartals verschlechterte sich leicht auf -12 (i.V.: -5) Mio €. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 20 Mio € auf -107 (i.V.: -127) Mio €, insbesondere aufgrund der weiteren Absenkung der Nettozinsaufwendungen. Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg entsprechend um 12 % auf 493 (i.V.: 439) Mio  €.

Die Steueraufwendungen verringerten sich im zweiten Quartal 2016 um 13 Mio € auf 95 (i.V.: 108) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen belief sich im zweiten Quartal 2016 auf -12 (i.V.: -9) Mio €.

Als Folge stieg der Überschuss der Periode im zweiten Quartal 2016 um 19 % auf 385 (i.V.: 322) Mio €. Das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis stieg um 16 Mio € auf 67 (i.V.: 51) Mio €. Der Anteil der Gruppe verbesserte sich somit deutlich um 17 % auf 318 (i.V.: 271) Mio €.

Im ersten Halbjahr blieb der Konzernumsatz in Höhe von 6.407 (i.V.: 6.470) Mio € nahezu konstant. Auf vergleichbarer Basis stieg er um 0,7 %. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 5,8 % auf 1.112 (i.V.: 1.052) Mio €; das operative Ergebnis stieg um 9,9 % auf 739 (i.V.: 672) Mio €. Ohne Berücksichtigung von negativen Währungseffekten und vernachlässigbaren Konsolidierungseffekten nahmen das operative Ergebnis vor Abschreibungen um 9,8 % und das operative Ergebnis sogar deutlich um 14,9 % zu. Das Finanzergebnis hat sich insbesondere aufgrund gesunkener Zinsaufwendungen und eines besseren sonstigen Finanzergebnisses signifikant um 64 Mio € auf -221 (i.V.: -285) Mio € verbessert. Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg um 101 Mio € auf 507 (i.V.: 406) Mio €. Die Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag verringerten sich um 11 Mio € auf 131 (i.V.: 142) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen verbesserte sich damit auf 376 (i.V.: 264) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen lag unverändert bei -22 Mio €. Der Überschuss der Periode stieg auf 354 (i.V.: 242) Mio €. Das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis stieg auf 108 (i.V.: 94) Mio €. Der Anteil der Gruppe verbesserte sich demzufolge deutlich um 66% auf 246 (i.V.: 148) Mio €.

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag Ende des ersten Halbjahrs 2016 bei 46.632 (i.V.: 45.558). Die Zunahme um 1.074 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Entwicklungen: Einerseits wurden über 600 Stellen insbesondere in Osteuropa, Zentralasien, Indonesien und Indien im Zuge von Effizienzsteigerungen in Vertrieb und Verwaltung sowie Standortoptimierungen abgebaut. Andererseits stieg die Mitarbeiterzahl in Nordeuropa durch den Zusammenschluss unserer schwedischen Tochtergesellschaft Abetong AB mit Contiga AB zur Nordic Precast Group AB um knapp 1.400. Darüber hinaus kamen in Australien rund 300 Beschäftigte durch den Erwerb des Zuschlagstoffunternehmens Rocla Quarry Products sowie das Insourcing von Lastkraftwagenfahrern hinzu.

Operativer Cashflow deutlich verbessert – Nettoverschuldung gesenkt

Die Nettoverschuldung belief sich zum Ende des zweiten Quartals auf 5,9 Mrd € und lag damit um mehr als 450 Mio € unter dem Vorjahresquartal. Zum Schuldenabbau hat eine deutliche Verbesserung des freien Cashflows der letzten 12 Monate um 331 Mio € auf 1.169 (i.V.: 838) Mio € beigetragen. Der Verschuldungsgrad (Gearing) ist leicht auf 38,1 % (i.V.: 40,7 %) zurückgegangen. Der dynamische Verschuldungsgrad sank von 2,6x auf 2,2x und liegt damit im Zielbereich von 1,5x bis 2,5x. Die Liquiditätsreserve erhöhte sich aufgrund der Maßnahmen zur Vorfinanzierung der Italcementi-Übernahme von 4,1 Mrd € auf 5,4 Mrd €.

Übernahme von Italcementi auf gutem Weg

Die Übernahme von Italcementi macht gute Fortschritte. HeidelbergCement hat im zweiten Quartal 2016 eine weitere Maßnahme zur Vorfinanzierung der Italcementi-Übernahme zu attraktiven Konditionen umgesetzt. Im Juni wurde eine 8-jährige Euroanleihe mit einem Emissionsvolumen von 750 Mio € und einem Festzins von 2,25 % pro Jahr begeben. Dies sind die günstigsten Konditionen, die HeidelbergCement jemals in diesem Laufzeitsegment erzielen konnte. Mit dieser Anleiheemission wurde die Refinanzierung der Italcementi-Akquisition weitestgehend abgeschlossen.

Am 1. Juli 2016 hat HeidelbergCement den Erwerb einer Beteiligung von 45,0 % an Italcementi von Italmobiliare abgeschlossen. Alle Bedingungen für den Abschluss der Transaktion wurden nach Erhalt der Genehmigungen durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden erfüllt.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb des 45%-Anteils an Italcementi hat HeidelbergCement im Juli 2016 eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage durchgeführt. Die Ausgabe der 10,5 Mio neuen Aktien an Italmobiliare erfolgte aus dem Genehmigten Kapital II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich dadurch von 563.749.431 € um 31.500.000 € auf 595.249.431 €. Die Durchführung der Erhöhung des Grundkapitals wurde am 7. Juli 2016 in das Handelsregister eingetragen.

Der Erwerb des 45%-Anteils an Italcementi zieht die Verpflichtung zu einem öffentlichen Übernahmeangebot an die verbleibenden Aktionäre von Italcementi nach sich. Das Angebotsdokument wurde am 28. Juli 2016 veröffentlicht. Die Bezugsfrist wird am 29. August 2016 beginnen und am 30. September 2016 enden. Der Angebotspreis liegt bei 10,60 € je Italcementi-Aktie. Das entspricht einer Prämie von 70,7 % im Vergleich zu dem Durchschnittskurs der Italcementi-Aktie in den drei Monaten vor Bekanntgabe der Übernahme Ende Juli 2015. HeidelbergCement erwartet, dass die gesamte Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2016 abgeschlossen wird.

Der Verkauf von Vermögenswerten im Rahmen der Italcementi-Akquisition macht gute Fortschritte. Die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerte von Italcementi wurden am 30. Juni 2016 für einen Erlös von 237 Mio € an Italmobiliare verkauft. Wie am 25. Juli 2016 bekanntgegeben, hat HeidelbergCement über seine Tochtergesellschaft Ciments Français S.A.S mit Aalborg Portland Holding A/S, einer 100%igen, indirekt von Cementir Holding kontrollierten Tochtergesellschaft, vereinbart, Geschäftsaktivitäten in Belgien zu verkaufen, die hauptsächlich aus Italcementis belgischer Tochtergesellschaft Compagnie des Ciments Belges S.A. (CCB) bestehen. Die Vereinbarung muss von der EU-Kommission genehmigt werden. Die Transaktion hat einen Unternehmenswert von 312 Mio €. Das Interesse an den zum Verkauf stehenden Vermögenswerten in den USA ist groß und es werden verbindliche Angebote in der ersten Augusthälfte erwartet. HeidelbergCement ist insgesamt auf einem guten Weg, das Ziel von mindestens 1 Mrd € an Erlösen aus Veräußerungen zu erreichen.

Ausblick für 2016 bestätigt

Im Folgenden gehen wir auf die erwartete Entwicklung des HeidelbergCement Konzerns ohne Berücksichtigung der Übernahme von Italcementi ein.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner jüngsten Prognose vom Juli 2016 die Wachstumsraten für die Weltwirtschaft im Jahr 2016 um 0,1 Prozentpunkte gesenkt und erwartet jetzt ein Wirtschaftswachstum auf Vorjahresniveau von 3,1 %. Die Rücknahme der Prognose spiegelt die erwarteten Konsequenzen einer erheblich gestiegenen makroökonomischen und politischen Unsicherheit als Folge der Brexit-Entscheidung wider. Der IWF erwartet eine Eintrübung der wirtschaftlichen Stimmung und einen Rückgang der Investitionen, die sich insbesondere negativ auf Großbritannien selbst, aber auch auf die kontinentaleuropäischen Länder auswirken sollen. Dabei wird bereits unterstellt, dass Großbritannien und die EU Vereinbarungen treffen werden, die eine deutliche Erhöhung von wirtschaftlichen Hürden vermeiden. Der IWF geht nun davon aus, dass die Wachstumsrate in den Industrieländern 2016 leicht sinkt und in den Schwellenländern leicht ansteigt.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung der Weltwirtschaft gehören neben den aktuell noch schwer einzuschätzenden Folgen des Brexit weiterhin auch die Entwicklung des Ölpreises, die Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen, insbesondere der amerikanischen Notenbank, auf Kapitalflüsse und Wechselkurse in den Schwellenländern sowie geopolitische Risiken aus den Krisen und Konflikten im Nahen Osten und im Osten der Ukraine.

In Nordamerika erwartet HeidelbergCement im Einklang mit dem IWF eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung und damit eine weitere Zunahme der Nachfrage nach Baustoffen. In West- und Nordeuropa wird eine positive Marktentwicklung erwartet. Diese basiert auf der weiterhin robusten Konjunktur in Deutschland und einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Nordeuropa und Benelux. Bisher konnten wir negative Auswirkungen der Brexit-Entscheidung auf die Nachfrage nach Baustoffen in Großbritannien noch nicht feststellen. In Osteuropa rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage nach Baustoffen unter anderem aufgrund des EU-Infrastrukturprogramms. Die Krise im Osten der Ukraine beeinträchtigt weiterhin Absatz und Ergebnis des Landes. Die wirtschaftliche Lage in Russland und Kasachstan bleibt wegen des niedrigen Ölpreises schwierig. In den Märkten Afrikas erwarten wir neben einer Fortsetzung des Nachfragewachstums auch eine Zunahme des Wettbewerbs. In Asien rechnet HeidelbergCement insgesamt mit einer Belebung der Nachfrage, insbesondere aufgrund steigender Infrastrukturinvestitionen in Indonesien. Für China werden allerdings ein weiterer Nachfragerückgang und ein Anstieg der Überkapazitäten erwartet. Die Auswirkungen auf den Export sind jedoch begrenzt, da ein Großteil der chinesischen Kapazitäten im Landesinneren liegt.

Aufgrund der insgesamt positiven Nachfrageentwicklung und der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten geht HeidelbergCement von steigenden Absatzzahlen für die Kernprodukte Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton aus.

HeidelbergCement erwartet für das Jahr 2016 eine stabile Kostenbasis für Energie unter Annahme von im Jahresdurchschnitt niedrigeren Preisen und steigenden Absatzmengen. Für Rohstoffe und Personal wird mit einem moderaten Kostenanstieg gerechnet. HeidelbergCement konzentriert sich weiterhin auf die kontinuierliche Erhöhung der Effizienz und Margen. Zu diesem Zweck haben wir in den Bereichen Zement und Zuschlagstoffe sogenannte „Continuous Improvement“ Programme gestartet, die eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserungen von operativen und kommerziellen Arbeitsprozessen auf Mitarbeiterebene schaffen sollen. Durch Prozessoptimierungen sollen in beiden Bereichen jeweils mindestens 120 Mio € an nachhaltigen Ergebnisverbesserungen über einen Dreijahreszeitraum erzielt werden. Das Programm „CIP“ für den Zementbereich startete Anfang 2015; das Programm „Aggregates CI“ für den Zuschlagstoffbereich wurde Anfang 2016 eingeführt. Darüber hinaus optimieren wir mit dem Programm „LEO“ weiterhin unsere Logistik mit dem Ziel, Kostensenkungen in Höhe von 150 Mio € in einem Zeitraum von mehreren Jahren zu erreichen. Zusätzlich soll das Programm „FOX“ im Einkauf Kosteneinsparungen von rund 100 Mio € erzielen.

Für 2016 erwarten wir – ohne Berücksichtigung der Italcementi-Übernahme – einen deutlichen Rückgang der Finanzierungskosten aufgrund des disziplinierten Cashflow-Managements und der günstigeren Refinanzierung der Fälligkeiten.

Auf Basis dieser Annahmen hat sich der Vorstand für 2016 folgende Ziele gesetzt: Vor Wechselkurs- und Konsolidierungseffekten soll der Umsatz moderat und das operative Ergebnis sowie der Jahresüberschuss (vor Einmaleffekten) moderat bis deutlich gesteigert werden.

„Die guten Ergebnisse des zweiten Quartals bestätigen unseren Ausblick für das Jahr 2016“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „Wir konzentrieren uns unverändert auf die im Jahr 2015 angekündigten strategischen Schwerpunkte: Wertschaffung für Aktionäre und kontinuierliches Wachstum. Unabdingbare Voraussetzungen dafür sind Disziplin bei Investitionen, ein solides Investment Grade Rating sowie eine progressive Dividendenpolitik. Darüber hinaus setzen wir auf vier strategische Hebel: einen hohen operativen Leverage, die Verteidigung der Kostenführerschaft, eine ausgeprägte vertikale Integration und eine optimale geografische Aufstellung. Dadurch steigern wir unsere Effizienz und die Zufriedenheit unserer Kunden, insbesondere in den stark wachsenden Metropolen der Welt. Unsere globalen Programme zur Kosten- und Prozessoptimierung sowie Margensteigerung werden wir auch 2016 konsequent fortsetzen. Dazu gehören insbesondere die „Continuous Improvement“ Programme für Zuschlagstoffe („Aggregates CI“) und für Zement („CIP“) sowie „FOX“ für den Einkauf.“

„Dank der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr ist HeidelbergCement in einer starken Position, um die Übernahme von Italcementi erfolgreich abzuschließen“, fährt Dr. Bernd Scheifele fort. „Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist positiv, auch wenn die makroökonomischen und politischen Risiken nach der Brexit-Entscheidung gestiegen sind. HeidelbergCement wird weiterhin von der guten und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in den Industriestaaten, insbesondere in den USA, Deutschland, Nordeuropa und Australien, profitieren. Mit der Akquisition von Italcementi stärken wir unsere globale Marktstellung. In unseren Kerngeschäftsbereichen Zuschlagstoffe, Zement und Transportbeton werden wir weltweit die Plätze 1, 2 und 3 belegen. In den kommenden Jahren wollen wir weiter konsequent ausbauen, was HeidelbergCement vom Wettbewerb unterscheidet: Kostenführerschaft und operative Exzellenz. Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen, bei der Ertragskraft für die Aktionäre ein nachhaltiges Niveau zu erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher noch nicht gab.“

 

Überblick Januar bis Juni 2016

Januar-Juni

April-Juni
Mio €20152016Verände- rungauf vgl. Basis1)20152016Verände- rungauf vgl. Basis1)
Absatz
Zement (1.000 t)38.77839.8943%3%21.93422.2932%2%
Zuschlagstoffe (1.000 t)113.405118.3784%3%67.12869.0773%1%
Transportbeton (1.000 cbm)17.41917.9223%2%9.5629.9604%3%
Asphalt (1.000 t)4.0383.956-2%-2%2.4702.5754%4%
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse6.4706.407-1%1%3.6353.575-2%1%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen1.0521.1126%10%7527915%9%
 in % der Umsatzerlöse16,3%17,4%20,7%22,1%
Operatives Ergebnis67273910%15%5576018%11%
Überschuss der Periode24235446%32238519%
Anteil der Gruppe14824666%27131817%
Ergebnis je Aktie in € (IAS 33)2)0,791,3166%1,441,6917%
Kapitalflussrechnung und Bilanz
Mittelfluss aus operativer Geschäftstätigkeit-15214228359475117
Zahlungswirksame Investitionen-406-444-38-218-18731
Nettoverschuldung6.3315.865-467
Gearing41,0%38,1%

1) Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte
2) Den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnen

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
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