3. Mai 2012

HeidelbergCement veröffentlicht Q1 2012 Ergebnis

HeidelbergCement steigert Umsatz im ersten Quartal – Ausblick für 2012 bestätigt 

  • Konzernumsatz um 8% auf 2,8 Mrd € erhöht
  • Absatzsteigerung bei Zement (+5 %) und Zuschlagstoffen (+1 %) trotz Kältewelle in Europa:
    • Starkes Wachstum in Nordamerika: Konjunkturbelebung; milder Winter
    • Anhaltend positive Entwicklung in Asien, insbesondere Indonesien
  • Operatives Ergebnis vor Abschreibungen sinkt um 16 % auf 214 Mio €:
    • Kostenanstieg bei Energie, Fracht und Instandhaltung (Timing)
  • Preiserhöhungen angekündigt und teilweise bereits erfolgreich umgesetzt
  • Nettoverschuldung im Vergleich zum Vorjahr um 248 Mio € gesenkt
  • Ausblick für 2012 bestätigt:
    • Anhaltendes Wachstum in Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum;
    • Fortsetzung der Erholung in Nordamerika und Teilen Europas
    • Anstieg von Umsatz und operativem Ergebnis angepeilt

Überblick Januar – März 2012

Januar - März
Mio EUR20112012
Umsatzerlöse2.6022.799
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen253214
in % der Umsatzerlöse9,70%7,60%
Operatives Ergebnis6014
Zusätzliches ordentliches Ergebnis-2-10
Ergebnis aus Beteiligungen-4-1
Betriebsergebnis543
Ergebnis vor Steuern-87-144
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen-116-148
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftbereichen-4-8
Fehlbetrag der Periode-120-155
Anteil der Gruppe-161-204
Investitionen171

164


Nordamerika und Asien treiben Zementabsatz in Q1

Der Zementabsatz profitierte im ersten Quartal von der fortgesetzten Wirtschaftserholung und dem mildem Winterwetter in Nordamerika sowie einem anhaltend starken Nachfragewachstum in den Märkten von HeidelbergCement in Asien und Afrika. Das Absatzwachstum in diesen Konzerngebieten konnte Einbußen in West- und Nordeuropa wegen einer extremen Kältewelle im Februar mehr als ausgleichen. Auch bei den Zuschlagstoffen legten die Absatzzahlen aufgrund der sehr positiven Entwicklung in Nordamerika insgesamt leicht zu.

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns nahm um 5,0 % auf 18,2 (i.V.: 17,3) Mio t zu. Zweistellige Wachstumsraten erzielten die Konzerngebiete Nordamerika und Asien-Pazifik. Besonders in Indonesien war die Nachfrageentwicklung weiterhin stark. Der Zementabsatz in West- und Nordeuropa war aufgrund der Kältewelle im Februar rückläufig. Die erhöhten Kapazitäten in Polen und Russland führten in Osteuropa-Zentralasien zu einem leichten Anstieg der Verkaufsvolumen.

Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten konzernweit mit 47,0 (i.V.: 46,3) Mio t ein Plus von 1,5 %. Die Transportbetonlieferungen nahmen um 3,2 % auf 8,1 (i.V.: 8,4) Mio cbm ab. Der Asphaltabsatz sank um 13,7 % auf 1,4 (i.V.: 1,6) Mio t.

Umsatz verbessert – Ergebnis durch höhere Kosten belastet

Basierend auf den Absatzzuwächsen bei Zement und Zuschlagstoffen stieg der Konzernumsatz im ersten Quartal um 7,6 % auf 2.799 (i.V.: 2.602) Mio €. Die Konzerngebiete Nordamerika und Asien-Pazifik verzeichneten sogar zweistellige Wachstumsraten. Während in den Konzerngebieten Osteuropa-Zentralasien und Afrika-Mittelmeerraum noch ein moderates Wachstum erzielt werden konnte, wirkte sich die extreme Kältewelle im Februar besonders im Konzerngebiet West- und Nordeuropa negativ aus. Positive Wechselkurseffekte begünstigten die Umsatzentwicklung in Asien-Pazifik, Nordamerika und West- und Nordeuropa. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um 5,7 % zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen sank um 15,5 % auf 214 (i.V.: 253) Mio €; das operative Ergebnis verminderte sich auf 14 (i.V.: 60) Mio €. Ausschlaggebend für die Abnahme des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Vorjahr waren gestiegene Kosten für Energie, Fracht sowie Instandhaltung. Im Vergleich zu 2011 wurden Reparaturmaßnahmen insgesamt früher im Jahr durchgeführt.

„Die Absatz- und Umsatzsteigerung im ersten Quartal trotz der extremen Kältewelle in Europa ist ein weiterer Beleg für die vorteilhafte geografische Aufstellung unseres Unternehmens“, erläutert Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele. „Wir haben angesichts der gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe Preiserhöhungen angekündigt und auch bereits in einigen Märkten umgesetzt, um unsere operativen Margen zu verbessern.“

Das Finanzergebnis hat sich durch die Vorfinanzierung der im Januar 2012 zurückgezahlten 1 Mrd € Euroanleihe um 7 Mio € auf -147 (i.V.: -140) Mio € verschlechtert.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen sank auf -144 (i.V.: -87) Mio €. Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen 4 (i.V.: 29) Mio €. Hierbei wirkten sich wie im Vorjahr vor allem nicht aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge in Nordamerika aus. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen beträgt damit -148 (i.V.: -116) Mio €.

Insgesamt ergibt sich daraus ein Fehlbetrag für das erste Quartal von -155 (i.V.: -120) Mio €. Der Anteil der Gruppe beläuft sich auf -204 (i.V.: -161) Mio €.

Die Mitarbeiterzahl lag Ende des ersten Quartals bei 53.230 (i.V.: 53.771). Die Abnahme um 541 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Entwicklungen: Einerseits wurden etwa 1.000 Stellen in Nordamerika, Großbritannien und in einigen osteuropäischen Ländern im Zuge von Effizienzsteigerungsprogrammen in Vertrieb und Verwaltung, von Standortoptimierungen und Kapazitätsanpassungen abgebaut. Andererseits haben wir rund 500 neue Mitarbeiter in Wachstumsmärkten, wie Indien und Indonesien, eingestellt, wo wir neue Kapazitäten geschaffen haben.

„FOX 2013“-Programm läuft nach Plan

Das Drei-Jahres-Programm für finanzielle und operative Exzellenz („FOX 2013“) führte im ersten Quartal 2012 zu einer Verbesserung des Cashflows um 39 Mio € und ist damit auf gutem Weg, das anvisierte Ziel von 850 Mio € über den Dreijahreshorizont zu erreichen. Bereits 2011 wurden liquiditätswirksame Einsparungen von insgesamt 384 Mio € erzielt.

Finanzierungsstruktur verbessert und Nettoverschuldung im Vergleich zum Vorjahr reduziert

HeidelbergCement hat im ersten Quartal seine Finanzierungsstruktur angesichts der immer noch unsicheren Lage auf den Finanzmärkten weiter verbessert. Eine Euroanleihe mit einem Volumen von 300 Mio € und einer Laufzeit von vier Jahren konnte zu einer Rendite von 4,00 % platziert werden. Mit der Verlängerung der syndizierten Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd € im Februar 2012 wurde die Liquidität bis Ende 2015 abgesichert.

Die Nettoverschuldung von HeidelbergCement belief sich am Ende des ersten Quartals 2012 auf 8,39 Mrd €, das entspricht einem Rückgang um 0,25 Mrd € im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2011. Das Gearing verbesserte sich dadurch auf 63,6 % (i.V.: 71,0 %).

Gezielter Ausbau der Marktstellung in Wachstumsmärkten

Anfang Januar hat HeidelbergCement eine neue Zementmühle mit einer Kapazität von 0,8 Mio t pro Jahr in seinem Werk in der Hafenstadt Chittagong in Bangladesh in Betrieb genommen. Ende März wurde die Kapazitätserweiterung im polnischen Zementwerk Górazdze mit der Inbetriebnahme einer neuen Mühle termingerecht abgeschlossen. Die neue Mühle mit einer Kapazität von 1,4 Mio t im Jahr ist die größte Kugelmühle von HeidelbergCement in Europa und ergänzt ideal die im letzten Jahr erhöhte Klinkerkapazität. Für die Jahre 2012 und 2013 plant HeidelbergCement die Erweiterung der Zementkapazitäten um rund 10 Mio t.

Ausblick für 2012 bestätigt

Der internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner jüngsten Prognose die Wachstumsraten für die Weltwirtschaft und einige Schlüsselländer, wie die USA, China und Deutschland, angehoben und geht damit nun von einer geringeren Abschwächung der Wirtschaftsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Die Wachstumsraten in den Schwellenländern Asiens und Afrikas sollen dabei weiterhin deutlich über denen der reifen Märkte Nordamerikas und Europas liegen. Die Wirtschaftserholung in den USA hat sich im ersten Quartal fortgesetzt. Aufgrund eines stärker als erwarteten Rückgangs der Arbeitslosenzahlen hat der nordamerikanische Zementverband seine Schätzung für die Zunahme des US-Zementverbrauchs im Jahr 2012 deutlich von 0,5 % auf 3,7 % erhöht.

Im Konzerngebiet West- und Nordeuropa erwartet HeidelbergCement zwar insgesamt ein weiteres Wirtschaftswachstum, geht aber von einer leicht rückläufigen Nachfrage und damit sinkenden Absatzmengen für Zement und Zuschlagstoffe aus. Die Ursachen dafür sind hauptsächlich das starke Absatzwachstum des Vorjahres, insbesondere auch wegen des milden Winterwetters im Jahr 2011, sowie die Kältewelle in Europa im ersten Quartal 2012. Im Konzerngebiet Osteuropa-Zentralasien wird aufgrund der zusätzlichen Kapazitäten und einer weiter und zum Teil deutlich steigenden Nachfrage in Russland, der Ukraine und Zentralasien ein fortgesetzter Absatzzuwachs für Zement und Zuschlagstoffe erwartet. In Nordamerika rechnet das Unternehmen dank der sich allmählich erholenden Investitionen im privaten Wohnungsbau und im Wirtschaftsbau mit steigender Nachfrage nach Zement und Zuschlagstoffen. HeidelbergCement geht davon aus, dass der Baustoffbedarf der Rohstoffindustrie in Kanada und den USA auch 2012 den Absatz seiner Produkte unterstützt. In den Konzerngebieten Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum rechnet das Unternehmen mit einer anhaltend positiven Nachfrageentwicklung.

Auf der Kostenseite erwartet das Unternehmen eine weitere, allerdings gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächere Erhöhung der Energie- und Rohstoffpreise sowie steigende Personalaufwendungen. Dieser Anstieg soll durch Kostensenkungsmaßnahmen und gezielte Preiserhöhungen ausgeglichen und darüber hinaus ein Teil der 2011 verlorengegangenen Margen zurückgewonnen werden. Der Vorstand hat sich unverändert das Ziel gesetzt, den Umsatz und das operative Ergebnis im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr zu steigern.

„Die Nachfrageentwicklung im ersten Quartal hat uns in unserem Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 bestärkt“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „In Anbetracht der noch recht hohen Energiekosten werden wir unsere Anstrengungen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung im Rahmen des Programms „FOX 2013“ unvermindert fortsetzen und Preiserhöhungen in unseren Märkten konsequent durchführen. Die stetige Rückführung der Verschuldung mit dem Ziel, unsere Bonität in den Investment-Grade-Bereich zu verbessern, hat weiterhin höchste Priorität. Darüber hinaus werden wir unsere erfolgreiche Strategie des gezielten Ausbaus unserer Zementkapazitäten in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Osteuropas weiter fortsetzen. Dank der vorteilhaften geografischen Aufstellung in attraktiven Märkten sowohl in Schwellenländern als auch in Industriestaaten und als Weltmarktführer bei Zuschlagstoffen ist HeidelbergCement weiterhin hervorragend positioniert, um von dem fortgesetzten Wirtschaftswachstum überproportional zu profitieren.“

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
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HeidelbergCement AG
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