Nachhaltiges Bauen

Nachhaltige Baustoffe mit einem möglichst geringen CO2-Fußabdruck spielen für uns und unsere Kunden eine zunehmend größere Rolle. Um die CO2-Bilanz unserer Produkte auf Basis von Portlandzement zu verbessern, setzen wir sogenannte Zumahlstoffe ein. Das sind alternative Stoffe, die als Nebenprodukte bei der Herstellung von Stahl oder in Kohlekraftwerken anfallen und als Ausgangsstoffe für sogenannte Kompositzemente dienen, bei denen Portland-zementklinker teilweise ersetzt wird. Darüber hinaus arbeiten wir seit einigen Jahren an der Entwicklung alternativer Bindemittel, die mehr oder weniger ohne konventionellen Klinker auskommen.

Forschung und Entwicklung

HeidelbergCement investiert aber auch in die Entwicklung neuer Produkte. Mit der Entdeckung einer neuen reaktiven Klinkerphase haben wir die Grundlage für eine alternative Klinkertechnologie geschaffen (Ternocem®). Basierend auf einer geänderten chemischen Zusammensetzung und niedrigen Brenntemperaturen ergeben sich gegenüber konventionellem Klinker ein um rund 30 % reduzierter CO2-Ausstoß und Energieeinsparungen in Höhe von etwa 15 %. Die Basistechnologie ist über eine Reihe von Patentanmeldungen abgesichert.

Derzeit arbeiten wir an einer Produktionstechnologie für diesen Klinker, der unter der Marke TernoCem® registriert wurde. Hierzu wollen wir im Rahmen unseres 2015 begonnenen TernoCem®-Produktentwicklungsprogramms wissenschaftlich-technisches Verständnis auf den Gebieten Rohstoffeignung, Klinkerproduktion und Hydratationsmechanismen für Zement generieren. Zusätzlich bauen wir Know-how auf, um wichtige Produkteigenschaften wie Verarbeitbarkeit und Beständigkeit zu beherrschen.  Dieses Programm soll die Voraussetzungen für eine künftige Produktstandardisierung schaffen.

Mittlerweile haben wir in einem erfolgreichen großtechnischen Pilotversuch mehr als 5.000 Tonnen des Klinkers produziert. Dieses Material wird nun für die Zement- und Betonentwicklung eingesetzt, um das Fertigungskonzept zu optimieren und mit dem Einsatz von Ternocem®-Zement in einem breiten Anwendungsspektrum, wie z. B. Transportbeton, Betonfertigteilen und Betonwaren, profunde Erfahrungen zu sammeln. 

2015 haben wir ein mehrjähriges Forschungsprogramm gestartet, um die Technologie zur Marktreife zu entwickeln. Dieses Programm wird von dem EU-finanzierten Projekt „ECO-BINDER“ stark unterstützt. Damit wollen wir die Voraussetzungen für eine künftige Produktnormung schaffen.

Als Gründungsmitglied des Concrete Sustainability Council haben wir 2015 zudem aktiv an der Entwicklung eines neuen Zertifizierungssystems für nachhaltig produzierten Beton mitgearbeitet. Das neue Zertifizierungssystem soll der Betonindustrie ebenso wie deren Lieferanten dabei helfen, die von ihnen ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung ihrer Produkte aufzuzeigen und soziale und ökonomische Aspekte entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu beachten.