Erklärung zur Unternehmensführung

gemäß § 289a HGB

 
Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Am 13. Februar 2017 hat der Vorstand und am 14. Februar 2017 hat der Aufsichtsrat beschlossen, die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 Abs. 1 AktG abzugeben: Vorstand und Aufsichtsrat der HeidelbergCement AG erklären gemäß § 161 Abs. 1 AktG, dass den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 5. Mai 2015 (im Folgenden: Kodex) seit Abgabe der letztjährigen Entsprechenserklärung im Februar 2016 mit folgender Ausnahme entsprochen wurde und entsprochen wird:

  • Der Anteilsbesitz von Aufsichtsratsmitgliedern wird nicht offengelegt (Abweichung von Ziff. 6.2).
    Begründung:
    Aufsichtsratsmitglieder unterliegen den Veröffentlichungspflichten beim Erwerb von Stimmrechten nach den §§ 21 ff. WpHG und bei Eigengeschäften von Führungskräften nach Art. 19 der europäischen Marktmissbrauchsverordnung. Dadurch erscheint eine ausreichende Transparenz hinsichtlich des Anteilsbesitzes von Aufsichtsratsmitgliedern gewährleistet. Es wird ferner darauf hingewiesen, dass die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in ihrem laufenden Konsultationsverfahren zu den Kodexanpassungsvorschlägen 2017 vorschlägt, Ziff. 6.2 des Kodex ersatzlos zu streichen. Sie begründet diese Streichung insbesondere damit, dass sie eine über die gesetzlichen Meldepflichten hinausgehende Regelung im Kodex für entbehrlich halte.
 

Heidelberg, den 13./14. Februar 2017

HeidelbergCement AG

Der Vorstand                                                             Der Aufsichtsrat

Verhaltenskodex

Die Internationalisierung unseres Unternehmens, die durch schnelles Wachstum und eine rasche geografische Ausdehnung geprägt ist, erfordert die Integration vieler verschiedener Kulturen. Um als Konzern weltweit erfolgreich zu sein, sind gemeinsame Wertesysteme erforderlich. So werden in der Corporate Mission unsere Unternehmenskultur und unsere unternehmerischen Wertvorstellungen in allgemeiner Form beschrieben. Mit der Einführung konzerneinheitlicher Führungsleitlinien haben wir die Grundlage für eine gemeinsame Managementkultur geschaffen, die zeigt, dass Führung und Management bei HeidelbergCement auf gemeinsamen festen Prinzipien beruhen.
Das Streben von HeidelbergCement nach hervorragender unternehmerischer Leistung sowie nach einer Spitzenposition unter den Besten unserer Branche erfordert auch eine Verankerung gesetzlich und ethisch korrekten Verhaltens. Daher hat der Vorstand einen konzernweit geltenden Verhaltenskodex verabschiedet, den er hiermit in deutscher Fassung vorlegt und für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland für bindend erklärt. Der Verhaltenskodex beschreibt unsere Wertvorstellungen, die hohem ethischen und rechtlichen Standard entsprechen und für sämtliche Geschäftsaktivitäten gelten – von der strategischen Planung bis hin zum Tagesgeschäft.

Wir erwarten von allen HeidelbergCement Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie den Verhaltenskodex nicht nur formal einhalten, sondern dessen Sinn und Zweck auch dem Geiste nach verinnerlichen und leben. Führungskräfte haben die zusätzliche Verantwortung, eine Unternehmensstruktur vorzuleben, in der die jederzeitige Beachtung des Verhaltenskodex und des geltenden Rechts zum Kernbestand der geschäftlichen Aktivitäten gehören.

Compliance

Das in den konzernweiten Management- und Überwachungsstrukturen fest verankerte ­Compliance- Programm hat einen hohen Stellenwert in der Führungskultur von HeidelbergCement. Es umfasst die gesamte Compliance-Organisation im Konzern, die Aufstellung von Richtlinien und die Überprüfung ihrer Einhaltung.
Die Compliance-Organisation untersteht dem Vorstandsvorsitzenden, an den der Director Group Compliance direkt berichtet. Jedes Land hat einen eigenen Compliance-Beauftragten, aber die Verantwortung für rechts- und regelkonformes Verhalten der Mitarbeiter liegt bei allen Führungskräften und natürlich den Mitarbeitern selbst.

Moderne Techniken und Medien, wie elektronische Lernplattformen und Lernprogramme, sowie ein internet- und telefonbasiertes Meldesystem unterstützen die Compliance-Beauftragten. Das gesamte Compliance-Programm wird fortlaufend auf Anpassungsbedarf an aktuelle rechtliche und gesellschaftliche Entwicklungen hin überprüft und entsprechend kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt.

Die Überwachung der konzernweiten Umsetzung des Compliance-Programms geschieht durch Regel- und Sonderprüfungen der internen Revision sowie durch spezielle halbjährliche Compliance-­Berichte des Director Group Compliance an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Dieser überwacht im Rahmen seiner Aufgabenzuweisung die Wirksamkeit des Compliance-Programms und überprüft dabei insbesondere, ob es den gesetzlichen Anforderungen und anerkannten Compliance-Standards genügt. In einem zusätzlichen vierteljährlichen Bericht werden die Vorstände mit regionaler Verantwortung regelmäßig über die wichtigsten Compliance-Vorfälle in ihren Konzerngebieten informiert.

2016 stand die Integration der durch den Kauf von Italcementi neu hinzugekommenen Landes­organisationen und Geschäftseinheiten im Vordergrund. Dort wurden die der Heidelberg­Cement-Compliance-Organisation entsprechenden Strukturen geschaffen. Die HeidelbergCement-­Compliance-Instrumente werden nun zügig schrittweise eingeführt.

Wichtige inhaltliche Schwerpunkte der vorsorgenden Tätigkeit der Compliance-Beauftragten lagen auch 2016 auf der Einhaltung der Bestimmungen des Wettbewerbsrechts und der Antikorruptions­regeln. Dies wurde durch entsprechende Trainingsmaßnahmen unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt war der Bereich Handelssanktionen. Neue Geschäftspartner sowie der gesamte ­Geschäftspartnerbestand werden regelmäßig gegen Sanktionslisteneinträge geprüft. Außerdem haben wir unsere allgemeine Compliance-Risikobewertung aktualisiert. Sie bestätigt unsere derzeitige Fokussierung und hat zudem noch die Einhaltung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung als weiteres Risikofeld identifiziert. Maßnahmen zur Reduzierung dieses Risikos sind in Vorbereitung.

Des Weiteren stehen das Arbeitssicherheits- und Umweltrecht unverändert im Fokus. Hier spiegeln sich die Merkmale und Besonderheiten einer in der Regel lokal tätigen, rohstoffgewinnenden Schwerindustrie wider, die homogene Massengüter herstellt und vertreibt. Besondere Anstrengungen gelten außerdem der Einhaltung des Insiderhandelsverbots, der Kapitalmarkt- und Daten­schutzvorschriften, der Regeln zum diskriminierungsfreien Umgang mit Mitarbeitern und der internen Einkaufsgrundsätze.

Compliance-Meldesystem

Zur Gewährleistung unserer Verpflichtung zur Einhaltung von Gesetzen und internationalen ethischen Standards geben wir sowohl unseren Mitarbeitern als auch externen Personen die Möglichkeit, uns eventuelle Bedenken in Bezug auf jegliche Art von gesetzeswidrigem Verhalten in unserem Unternehmen oder Verhalten, das gegen international anerkannte Konventionen verstößt, über unser Compliance-Meldesystem “MySafeWorkplace” mitzuteilen.

Beispiele für Vorkommnisse, die über das Meldesystem gemeldet werden können:
  • Bestechung und Schmiergeldzahlungen
  • Kinderarbeit
  • Diskriminierung
  • Verstöße gegen die Informationssicherheit
  • Umweltverstöße
  • Verstöße gegen die Arbeitssicherheit etc.
Zugang zu MySafeWorkplace

Das MySafeWorkplace-Internet-Portal* kann über den Link http://www.mysafeworkplace.com/ geöffnet werden. Das System führt dann in englischer Sprache durch ein Formular, das jedoch in jeder beliebigen Sprache ausgefüllt werden kann und bietet der meldenden Person und der Person, die den Vorfall bearbeitet, die Möglichkeit, anonym miteinander zu kommunizieren, falls die meldende Person dies wünscht.

*Bitte beachten Sie bezüglich des Datenschutzes, dass es sich bei der Betreiberfirma der MySafeWorkplace-Hotline um ein US-amerikanisches Unternehmen handelt und dass Daten, die über das System übermittelt werden, außerhalb der EU verarbeitet werden könnten.

Hinweise zum Melden eines Vorfalls

Um eine effiziente und zeitnahe Untersuchung der gemeldeten Vorfälle gewährleisten zu können, sind folgende Angaben zusätzlich zu den Pflichtangaben notwendig:

  • Bezeichnung und Adresse des Standorts, wo der Vorfall stattgefunden hat ("Additional Location Information")
  • genaues Datum, an dem der Vorfall stattgefunden hat
  • Vor-und Nachnamen von verdächtigten Personen und Zeugen (falls vorhanden)

Die Beschreibung des Vorfalls sollte so knapp und präzise wie möglich gehalten sein.

Grundsätze

Falls gewünscht, kann eine Meldung vollständig anonym oder anonym nur gegenüber HeidelbergCement gemacht werden. Der meldenden Person wird zugesichert, dass ihr durch die Eingabe des Vorfalls keinerlei Nachteile entstehen.

Kontakt

Andreas Schnurr
Director Group Compliance
Tel. +49 6221 481 32001
Fax +49 6221 481 32000

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie von deren Ausschüssen

Ein duales Führungssystem ist HeidelbergCement als deutscher Aktiengesellschaft gesetzlich vorgegeben. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung; die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Unternehmensleitung; der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden; der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat.

Geschäftsführung durch den Vorstand

Bei der Leitung des Unternehmens ist der Vorstand an das Unternehmensinteresse gebunden. Er berücksichtigt dabei die Belange der Aktionäre, seiner Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Gruppen (Stakeholder) mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Der Vorstand entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichts- rat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Er hat für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien zu sorgen und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance). Er sorgt für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen.

Der Vorstand achtet bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Der Vorstand hat am 15. September 2015 beschlossen, bis zum 30. Juni 2017 für den Frauenanteil unter den Führungskräften in Deutschland auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 14% und für den auf der zweiten Ebene eine Zielgröße von 15% zu erreichen. Weitere ­Informationen finden Sie im Kapitel Mitarbeiter und Gesellschaft auf Seite 95 f. Der Aufsichtsrat hat am 14. September 2015 nach erneuter Abwägung beschlossen, am bislang bestehenden Frauenanteil im Vorstand festzuhalten und die bis zum 30. Juni 2017 zu erreichende Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand auf 0% festzulegen, wobei diese Festlegung ausdrücklich ­unberührt lässt, dass der Aufsichtsrat bemüht ist, wie bisher insgesamt eine Diversität bei Personal­entscheidungen zu berücksichtigen.

Die von Vorstand und Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand regelt in Verbindung mit dem vom Aufsichtsrat gebilligten Geschäftsverteilungsplan die Arbeit des Vorstands, insbesondere die Ressortzuständigkeiten einzelner Vorstandsmitglieder, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Danach führt jedes Vorstandsmitglied sein Ressort selbstständig und in eigener Verantwortung, jedoch mit der Maßgabe, dass alle Angelegenheiten von näher definierter wesentlicher Bedeutung vom Gesamtvorstand zu entscheiden sind. Dies geschieht in den regelmäßig stattfindenden und vom Vorstandsvorsitzenden geleiteten Vorstandssitzungen auf der Grundlage vorbereiteter Sitzungsunterlagen. Die Sitzungsergebnisse werden in einem Protokoll festgehalten, das alle Vorstandsmitglieder erhalten. Vorstandsausschüsse bestehen nicht.

Beratung und Überwachung durch den Aufsichtsrat

Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig zu beraten und zu überwachen. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen hat der Vorstand ihn einzubinden. Die vom Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnungen für den

Aufsichtsrat und für den Vorstand regeln die Organisation und Arbeit des Aufsichtsrats, insbesondere die erforderlichen Beschlussmehrheiten, die der Zustimmung bedürfenden Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, die Regelaltersgrenze für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, die Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie die Aufgaben der eingerichteten Ausschüsse.
Der Aufsichtsrat tritt wenigstens zweimal im Halbjahr zu Sitzungen zusammen, in denen er − in der Regel auf der Grundlage vom Vorstand erstatteter Berichte und zur Sitzungsvorbereitung vorab erhaltener Unterlagen − die anstehenden Themen erörtert und die erforderlichen Beschlüsse fasst. Bei Bedarf finden zusätzliche oder außerordentliche Sitzungen statt. Über die Sitzungen wird ein Protokoll erstellt, das alle Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Dem Aufsichtsrat gehören eine nach seiner Ansicht ausreichende Zahl an unabhängigen Mitgliedern und mindestens ein unabhängiges Mitglied an, das über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt. Der Aufsichtsrat hat satzungsgemäß insgesamt vier Ausschüsse gebildet, deren Aufgaben und Arbeitsweise nachfolgend beschrieben werden. Über die Ergebnisse der Ausschusstätigkeit wird in der jeweils nachfolgenden Aufsichtsratssitzung dem Plenum berichtet.

Dem Personalausschuss obliegt die Vorbereitung für die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, für die Wahl des Vorstandsvorsitzenden und die Festlegung der Vergütungsstruktur des Vorstands sowie die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder. Ferner obliegt ihm die Entscheidung über die Ausgestaltung der nicht vergütungsbezogenen rechtlichen Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern. Dem Personalausschuss gehören die Herren Fritz-Jürgen Heckmann, Josef Heumann, Hans Georg Kraut (bis 31. Juli 2016), Ludwig Merckle, Alan Murray, Heinz Schmitt und Stephan Wehning (ab 12. September 2016) an; Vorsitzender ist Herr Ludwig Merckle.

Dem Prüfungsausschuss obliegt die Vorbereitung der Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses. Ihm obliegt außerdem die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, des internen Revisionssystems, des Compliance-Programms, der Abschlussprüfung und der Qualität der Abschlussprüfung. Bei der Befassung mit der Abschlussprüfung obliegen ihm insbesondere die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für die Bestellung des Abschlussprüfers aufgrund des gegebenenfalls gesetzlich vorgesehenen Auswahl- und Vorschlagsverfahrens, die Erteilung des Prüfungsauftrags, die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten ­Leistungen gemäß der von ihm am 8. November 2016 verabschiedeten Leitlinie, der Abschluss der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer, die Prüfung der Unabhängigkeit einschließlich der Einholung der Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers und die Entscheidung über Maßnahmen wegen während der Prüfung auftretender Gründe für einen möglichen Ausschluss oder eine Befangenheit des Abschlussprüfers. Darüber hinaus erörtert der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand Halbjahres- und Quartalsberichte vor deren Veröffentlichung.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Dem Prüfungs­ausschuss gehört neben dem Vorsitzenden mindestens ein unabhängiges Mitglied an, das ebenfalls über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt. Dem Prüfungsausschuss gehören die Herren Fritz-Jürgen Heckmann, Ludwig Merckle, Heinz Schmitt, Dr. Jürgen M. Schneider, Werner Schraeder und Frank-Dirk Steininger an; Vorsitzender ist Herr Ludwig Merckle.

Dem Nominierungsausschuss obliegt es, dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorzuschlagen. Ihm gehören als Vertreter der Anteilseigner die Herren Fritz-Jürgen Heckmann, Ludwig Merckle und Tobias Merckle an; Vorsitzender ist Herr Fritz-Jürgen Heckmann.
Dem Vermittlungsausschuss gem. §§ 27 Abs. 3, 31 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes obliegt es, dem Aufsichtsrat einen Vorschlag für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu machen, wenn die dazu notwendige Zweidrittelmehrheit zunächst nicht zustande gekommen ist. Ihm gehören die Herren Fritz-Jürgen Heckmann, Hans Georg Kraut (bis 31. Juli 2016), Tobias Merckle, Heinz Schmitt und Stephan Wehning (ab 12. September 2016) an; Vorsitzender ist Herr Fritz-Jürgen Heckmann.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats, Vielfalt (Diversity)

Der Aufsichtsrat hat am 28. Juni 2012 und am 14. September 2015 beschlossen, in Umsetzung der Empfehlung von Ziff. 5.4.1 des Kodex folgende konkrete Ziele für seine Zusammensetzung zu benennen: Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats spiegelt die nationale und internationale Ausrichtung von HeidelbergCement als einem führenden Baustoffhersteller angemessen wider. Dem Aufsichtsrat gehören mindestens drei von den Anteilseignern gewählte Mitglieder an, die unabhängige Mitglieder im Sinn von Ziffer 5.4.2 des Kodex sind. Dem Aufsichtsrat gehören mindestens zwei Frauen an. Die Regelaltersgrenze beträgt für Aufsichtsräte 75 Jahre; mit diesem Alter endet auch die Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass seine Zusammensetzung den von ihm festgelegten Zielen entspricht. Ferner hat der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung und die seines ­Prüfungsausschusses festgestellt, dass seine Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sind.

Derzeit gehören dem Aufsichtsrat zwei Frauen an, von denen die eine von Seiten der Anteilseigner und die andere von Seiten der Arbeitnehmer gewählt wurde. Der in § 96 Abs. 2 AktG festgelegte Mindestanteil von jeweils 30% an Frauen und Männern im Aufsichtsrat gilt nach den gesetzlichen Übergangsfristen erst bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat des Unternehmens ab dem 1. Januar 2016. Solche Neubesetzungen fanden bisher nicht statt.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Dazu stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm in regelmäßigen Abständen den Stand der Strategieumsetzung. Für näher definierte ­Geschäfte von wesentlicher Bedeutung hat der Aufsichtsrat in der Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte festgelegt.

Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risiko­lage, des Risikomanagements und der Compliance. Er geht auf Abweichungen des Geschäfts­verlaufs von aufgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen ein. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in der Geschäftsordnung des Vorstands näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der Prüfungsbericht, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats ­rechtzeitig vor der Sitzung zugeleitet. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist von gegenseitigem Vertrauen und einer offenen Diskussionskultur unter umfassender Wahrung der Vertraulichkeit geprägt.

Auch zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats hält der Vorsitzende des Aufsichtsrats mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, regelmäßigen Kontakt und ­erörtert mit ihm Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risiko­managements und der Compliance des Unternehmens. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird vom Vorsitzenden des Vorstands unverzüglich über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet.

Anteilsbesitz von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern

Der direkte oder indirekte Besitz von Aktien oder von sich auf Aktien beziehenden Finanz­instrumenten, insb. Derivaten, von Vorstandsmitgliedern hat in keinem Einzelfall und auch nicht in Summe den Schwellenwert von 1% der ausgegebenen Aktien überschritten.

Das Aufsichtsratsmitglied Ludwig Merckle hält nach den der Gesellschaft vorliegenden Mitteilungen über die von ihm kontrollierte Gesellschaft VEMOS 2 Holding GmbH 25,52% der ausgegebenen Aktien. Hinsichtlich der weiteren Aufsichtsratsmitglieder hat der Besitz von Aktien oder von sich auf Aktien beziehenden Derivaten nach den vorliegenden Meldungen in keinem Einzelfall und auch nicht in Summe den Schwellenwert von 1% der ausgegebenen Aktien überschritten.

Beziehungen zu den Aktionären

Die Aktionäre nehmen im Rahmen der gesetzlichen oder satzungsmäßig vorgesehenen Möglichkeiten ihre Rechte vor oder während der Hauptversammlung wahr und üben dabei ihr Stimmrecht aus. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme (One-Share-One-Vote-Prinzip). Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet in der Regel in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres statt. Alle für die Wahrnehmung der Aktionärsrechte wichtigen Unterlagen sowie die Beschlussgegenstände und -unterlagen stehen den Aktionären rechtzeitig und leicht zugänglich auf unserer Internetseite zur Verfügung. In der Bekanntmachung der Tagesordnung für die Hauptversammlung und auf unserer Internetseite werden den Aktionären die zur Wahrnehmung ihrer Rechte, insbesondere ihrer Stimmrechte auf der Hauptversammlung, auch im Wege der Bevollmächtigung oder der Briefwahl, erforderlichen Informationen gegeben. Den Aktionären steht auch ein weisungsgebundener Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft zur Wahrnehmung ihres Stimmrechts auf der Hauptversammlung zur Verfügung. Die Präsentation zum Bericht des Vorstandsvorsitzenden an die Hauptversammlung wird zeitgleich in das Internet eingestellt. Nach dem Ende der Hauptversammlung werden die Präsenz sowie die Abstimmungsergebnisse zu den einzelnen Tagesordnungspunkten auf unserer Internetseite veröffentlicht.

Im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit informieren wir Aktionäre und andere Investoren umfassend und regelmäßig quartalsweise über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage, aber auch über Mitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz, Analysten- präsentationen, Pressemitteilungen und den jährlichen Finanzkalender.

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