Abfall als Rohstoff

Das Zementwerk Kakanj in Bosnien und Herzegowina, das zu gleichen Teilen der HeidelbergCement AG und der Schwenk KG gehört, will künftig Ersatzbrennstoffe aus Gewerbe- und Siedlungsabfall in der Zementherstellung einsetzen. Dies wird im Rahmen eines öffentlich-privaten Projektes gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorbereitet und umgesetzt. Mit dem Projekt unterstützt das Werk die Anstrengungen des Landes, eine Kreislaufwirtschaft nach EU-Vorbild aufzubauen.

Bosnien und Herzegowina hat in den letzten Jahren mit Unterstützung der Weltbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und weiterer Förderer bereits seine Deponien auf westlichen Standard gebracht, wilde Deponien zurückgebaut und erste Sortieranlagen sowie getrennte Müllsammlungen eingeführt. Jetzt soll der Schritt in die Kreislaufwirtschaft folgen.

Die Zusammenarbeit des Werks Kakanj mit der GIZ konzentriert sich im ersten Jahr vor allem auf den Wissenstransfer. In den nächsten zwei Jahren wird dann die Praxis des Abfallmanagements im Mittelpunkt stehen – von der Erfassung, Trennung, Sortierung und Aufbereitung bis zum Recycling. Auch neue Arbeitsplätze werden in diesem Zusammenhang in der Region geschaffen.

Das Werk selbst hat auch bereits mit Vorbereitungen begonnen. So wurden Schulungen, Ofenmessungen und Aktionspläne initiiert und gemeinsam mit den Experten des HeidelbergCement Technology Center durchgeführt. Einige davon sind inzwischen abgeschlossen. Schon ab Mitte 2015 hat das Werk Tests mit Altreifen gefahren, Genehmigungen eingeholt und Emissionsmessungen durchgeführt.

Im nächsten Schritt wird jetzt eine Annahme- und Dosieranlage für Sekundärbrennstoffe aus Gewerbe- und Siedlungsabfall am Hauptbrenner angeschafft  und installiert. Für die ersten Tests wird das Werk auf Sekundärbrennstoffe aus dem Nachbarland Kroatien zurückgreifen. Zum Abschluss des Projekts mit der GIZ im Jahr 2018 sollen dann jedoch Materialien aus dem eigenen Land zum Einsatz kommen.  

Für HeidelbergCement ist dies ein weiterer wichtiger Schritt, um den Einsatz fossiler Brennstoffe bei der Zementproduktion zu verringern und die CO2-Emisionen zu reduzieren.

Stefanie Kaufmann

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