HeidelbergCement mit guten Halbjahreszahlen: Umsatz wächst deutlich, hohe Energiekosten im zweiten Quartal fast kompensiert

  • Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2022 erhöhen sich deutlich um 12 %1)  auf 9.950 Mio € 
  • Substantiell gestiegene Aufwendungen für Energie und Rohstoffe belasten Halbjahresergebnis 
  • Commercial Excellence Programm nimmt im zweiten Quartal deutlich an Fahrt auf – starker Kostenanstieg durch Preisanpassungen nahezu ausgeglichen  
  • Reduktion der spezifischen CO2-Emissionen um rund 2,5 % im ersten Halbjahr
  • Ausblick: starkes Umsatzwachstum bestätigt, leichter Rückgang des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs1) für das Gesamtjahr 2022 erwartet

1) Bereinigt um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte

„Das erste Halbjahr 2022 war geprägt von den stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen. In diesem anhaltend schwierigen Marktumfeld konnten wir unseren Umsatz erneut deutlich erhöhen”, sagte Dr. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement. 

„Unser Ende des vergangenen Jahres gestartetes Commercial Excellence Programm greift. Durch gezielte Preisanpassungen konnten wir die signifikant gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten in diesem Quartal nahezu ausgleichen. 

Mit Blick auf die beispiellose Steigerung der Energiepreise in den letzten Wochen bleibt das zweite Halbjahr jedoch herausfordernd. Für das Gesamtjahr erwarten wir weiterhin einen deutlichen Anstieg des Umsatzes, für das Ergebnis rechnen wir mit nun auf vergleichbarer Basis mit einem leichten Rückgang gegenüber der starken Vorjahresentwicklung.

Große Fortschritte machen wir im Bereich Klimaschutz. Wir haben die CO2 -Emissionen im ersten Halbjahr erneut stärker als erwartet senken können. Unsere CCUS-Projekte entwickeln sich plangemäß. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere ambitionierten Klimaziele erreichen werden.“

Preisanpassungen können Kosteninflation nicht vollständig kompensieren

Nachdem die Absatzentwicklung im ersten Quartal 2022 in etwa auf dem Vorjahresniveau lag, waren die Absatzmengen im zweiten Quartal konsolidierungsbedingt sowie infolge der Konjunktureintrübung in Europa rückläufig. Insgesamt lagen die Absatzmengen im ersten Halbjahr 2022 in allen Geschäftsbereichen leicht unter dem Vorjahresniveau. Der konzernweite Zement- und Klinkerabsatz verringerte sich um 4,8 % auf 58,8 (i.V.: 61,8) Mio t. Die Zuschlagstofflieferungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,4 % auf 141,5 (i.V.: 145,0) Mio t. Der Transportbetonabsatz verringerte sich um 4,5 % auf 22,5 (i.V.: 23,5) Mio cbm. Die Asphaltlieferungen nahmen deutlich um 25,8 % auf 3,6 (i.V.: 4,8) Mio t ab.

Der Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr deutlich um 11,3 % auf 9.950 (i.V.: 8.938) Mio € gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Wechselkurseffekten betrug der Anstieg 11,6 %. Dies ist vor allem auf erfolgreiche Preisanpassungen in allen Geschäftsbereichen zurückzuführen.

Erheblich gestiegene Aufwendungen für Energie, Rohstoffe und Fracht führten zu einem um 
11,4 % rückläufigen Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen (RCOBD) von 1.525 (i.V.: 1.720) Mio €. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten betrug der Rückgang 11,8 %. Die RCOBD-Marge, das heißt das Verhältnis des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen zum Umsatz, ist um 392 Basispunkte auf 15,3 % (i.V.: 19,2 %) gesunken. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs verminderte sich um 16,3 % auf 908 (i.V.: 1.084) Mio €. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten lag die Abnahme bei 15,6 %. 

Der Überschuss der Periode lag bei 597 (i.V.: 825) Mio €. Der den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnende Überschuss belief sich auf 542 (i.V.: 755) Mio €. Ohne Berücksichtigung des zusätzlichen ordentlichen Ergebnisses erreichte der den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnende Überschuss mit 604 (i.V.: 608) Mio € nahezu den Vorjahreswert. 

Das um das zusätzliche ordentliche Ergebnis bereinigte Ergebnis je Aktie, das den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnen ist, stieg um 0,09 € auf 3,15 (i.V.: 3,06) €.

Weiterer Abbau der Nettofinanzschulden

Infolge des herausfordernden Marktumfelds und der gegenüber der Vorjahresperiode signifikant gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe ergab sich im ersten Halbjahr 2022 ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit der fortzuführenden Geschäftsbereiche in Höhe von 133 (i.V.: Mittelzufluss von 158) Mio €. Die Nettofinanzschulden beliefen sich zum Ende des ersten Halbjahrs 2022 auf 6,8 (i.V.: 7,5) Mrd €. Der dynamische Verschuldungsgrad lag bei 1,85x (i.V.: 1,85x) und damit im Zielkorridor von 1,5x bis 2,0x.

René Aldach, Finanzvorstand von HeidelbergCement, sagte: „Auch wenn wir ein rückläufiges Ergebnis im ersten Halbjahr verzeichnen mussten, so konnten wir unsere Nettofinanzschulden weiter senken und unser finanzielles Polster ausbauen. Mit unserer neuen syndizierten Kreditlinie und dem Anleihenemissionsprogramm, die nun beide an das Erreichen unserer Klimaziele gekoppelt sind, haben wir einen großen Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierungen gemacht.  Die Liquidität des Unternehmens ist auch in herausfordernden Zeiten gesichert.“

Gute Fortschritte bei Reduktion des CO2-Fußabdrucks

Im ersten Halbjahr 2022 reduzierte HeidelbergCement die spezifischen CO2-Emissionen um rund 2,5 % gegenüber dem Jahresende 2021. Erst im Mai 2022 hat HeidelbergCement im Rahmen des Kapitalmarkttags die CO2-Reduktionsziele deutlich nachgeschärft und will bereits 2030 einen Wert von 400 kg CO2/t zementartigem Material erreichen. Dafür setzt das Unternehmen neben der Optimierung von Produkten und Prozessen insbesondere auf die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCUS). Alleine mit den bereits gestarteten CCUS-Projekten sollen bis 2030 insgesamt 10 Mio t CO2 reduziert werden.

Ausblick leicht angepasst

Das Marktumfeld im Bausektor wird maßgeblich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Auswirkungen bestimmt. Die Energie-, Rohstoff- und Transportpreise sind gerade in den letzten Wochen nochmals erheblich gestiegen, eine Entspannung ist vorerst nicht zu erwarten. 

Vor diesem Hintergrund rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2022 weiterhin mit einem starken Anstieg des Umsatzes und erwartet nun einen leichten Rückgang des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs im Vergleich zur starken Vorjahresentwicklung, jeweils vor Konsolidierungs- und Wechselkurseffekten. 

Einen Überblick über unsere Absatz- und Finanzzahlen des ersten Halbjahrs 2022 finden Sie im Halbjahresfinanzbericht 2022 sowie in den Geschäftszahlen Januar bis Juni 2022 unter Berichte und Präsentationen. 

Über HeidelbergCement

HeidelbergCement ist einer der weltweit größten integrierten Hersteller von Baustoffen und -lösungen mit führenden Marktpositionen bei Zuschlagstoffen, Zement und Transportbeton. Mehr als 51.000 Mitarbeiter an knapp 3.000 Standorten in über 50 Ländern stehen für langfristige Ertragsstärke durch operative Exzellenz und Offenheit für Veränderungen. Im Mittelpunkt des Handelns steht die Verantwortung für die Umwelt. Als Vorreiter auf dem Weg zur CO2-Neutralität arbeitet HeidelbergCement an nachhaltigen Baustoffen und Lösungen für die Zukunft.

Christoph Beumelburg

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations

HeidelbergCement AG Berliner Straße 6
69120 Heidelberg
Deutschland