HeidelbergCement mit deutlichem Umsatzwachstum in schwierigem Marktumfeld

  • Umsatzerlöse erhöhen sich deutlich um 12 % auf 4.427 Mio € (+13 % auf vergleichbarer Basis1))
  • Signifikant gestiegene Aufwendungen für Energie und Transport belasten Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs
  • Portfolio-Optimierung geht weiter: vertikale Integration im Bereich nachhaltige Transportbetonlösungen in den USA und Tschechien ausgebaut
  • Business Excellence Programme zeigen erste Wirkung
  • Ausblick bestätigt: Starkes Umsatz- und leichtes Ergebniswachstum1) erwartet

1) Bereinigt um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte

„Das erste Quartal 2022 war kein einfaches für HeidelbergCement“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Achten. „Trotz der anhaltenden Unsicherheiten im Bereich der Energie- und Rohstoffversorgung und dem damit verbundenen Anstieg der Energiepreise konnten wir beim Umsatz deutlich zulegen. Unser Ergebnis entwickelte sich im Vergleich zum außergewöhnlich guten Vorjahresquartal zwar rückläufig, konnte gegenüber dem ebenfalls starken ersten Quartal 2020 aber zulegen. 

Auch wenn die Unsicherheiten in Bezug auf Energie- und Rohstoffverfügbarkeit sowie -kosten weiter hoch bleiben, sehen wir nach wie vor eine gute Nachfrage nach unseren Produkten in allen Regionen. Insbesondere der Bedarf an nachhaltigen und CO2-armen Produkten nimmt rapide zu. Wir blicken optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf 2022.“

Solide Absatzentwicklung im ersten Quartal 2022

Im ersten Quartal lagen die Absatzmengen in den meisten Geschäftsbereichen in etwa auf dem Vorjahresniveau. 

Der konzernweite Zement- und Klinkerabsatz blieb mit 28,4 (i.V.: 28,4) Mio t auf dem Niveau des Vorjahres. Der konsolidierungsbedingte Absatzrückgang in Nordamerika aufgrund des Verkaufs unserer Aktivitäten in der Region West im Oktober 2021 konnte durch die Absatzsteigerungen in den anderen Konzerngebieten ausgeglichen werden. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten erhöhte sich der Zement- und Klinkerabsatz um 2,1 %.

Die Zuschlagstofflieferungen stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,0 % auf 61,9 (i.V.: 61,3) Mio t. Auf vergleichbarer Basis nahmen die Lieferungen um 5,3 % zu. Deutlichen Mengenzuwächsen in den Konzerngebieten Nord- und Osteuropa-Zentralasien, Asien-Pazifik und Afrika-Östlicher Mittelmeerraum standen Absatzrückgänge in West- und Südeuropa sowie konsolidierungsbedingt in Nordamerika gegenüber. 

Der Transportbetonabsatz verringerte sich um 2,0 % auf 10,6 (i.V.: 10,8) Mio cbm. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten stieg der Absatz um 1,6 %. Während die Lieferungen in Nord- und Osteuropa-Zentralasien sowie Afrika-Östlicher Mittelmeerraum spürbar und in West- und Südeuropa und Asien-Pazifik leicht über dem Vorjahresniveau lagen, waren die Absatzmengen in Nordamerika im Wesentlichen konsolidierungsbedingt rückläufig. 

Die Asphaltlieferungen nahmen deutlich um 29,7 % auf 1,4 (i.V.: 2,0) Mio t ab. Auf vergleichbarer Basis gingen die Lieferungen um 5,2 % zurück.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die Umsatzerlöse nahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 11,8 % auf 4.427 (i.V.: 3.958) Mio € zu. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten betrug der Anstieg 13,0 %. Vor allem Preiserhöhungen in allen Konzerngebieten trugen zum Umsatzwachstum bei. Veränderungen im Konsolidierungskreis wirkten sich mit 170 Mio € negativ und Wechselkurseffekte mit 109 Mio € positiv auf den Umsatz aus.

Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen (RCOBD) sank um 145 Mio € bzw. 26,9 % auf 394 (i.V.: 538) Mio €. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten betrug der operative Rückgang 140 Mio € und lag damit um 25,4 % unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich für den Ergebnisrückgang waren die gegenüber dem Vorjahresquartal signifikant gestiegenen Aufwendungen für Energie und Transport, die trotz Erhöhungen unserer Absatzpreise nur teilweise ausgeglichen werden konnten. Die RCOBD-Marge, das heißt das Verhältnis des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen zum Umsatz, ist auf 8,9 % (i.V.: 13,6 %) gesunken. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs nahm um 59,3 % auf 91 (i.V.: 223) Mio € ab. 

Portfolio weiter optimiert

Zur Weiterentwicklung des nachhaltigen Produktportfolios verbessert HeidelbergCement seine vertikale Integration in Tschechien. Das Unternehmen hat am 1. April 2022 sechs Transportbetonwerke und eine Sandgrube in der Region Mähren gekauft. Darüber hinaus hat HeidelbergCement seine Präsenz im Südosten der USA weiter ausgebaut. Am 4. April 2022 hat das Unternehmen alle Vermögenswerte von Meriwether Ready Mix, einem führenden Hersteller von Transportbeton im Großraum Atlanta, erworben.

Erneute Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit 

Auf dem Weg zur CO2-Neutralität setzt HeidelbergCement eine Vielzahl von Maßnahmen um, darunter die Erhöhung des Anteils nachhaltiger, CO2-reduzierter Betonprodukte. Unter der Marke EcoCrete wurde zu Beginn des Jahres das nachhaltige Beton-Portfolio am deutschen Markt ausgebaut. EcoCrete bietet je nach Anwendung bis zu 66 % CO2-Reduktion pro Kubikmeter Beton und erreicht diese Reduktion rein technisch, ohne Kompensationsmaßnahmen. 

Auch die verschiedenen Projekte zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCUS), die das Unternehmen weltweit vorantreibt, verzeichnen Fortschritte. So vereinbarte HeidelbergCements Tochterunternehmen Lehigh Cement eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Enbridge Inc. für Transport und Speicherung der im kanadischen Zementwerk Edmonton abzuscheidenden CO2-Emissionen. Im Werk Edmonton entsteht derzeit die in Nordamerika erste CCUS-Anlage in industriellem Maßstab, die jährlich etwa 780.000 t CO2 abscheiden soll. 

Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt

Im ersten Quartal 2022 hat HeidelbergCement sein im August 2021 gestartetes Aktienrückkaufprogramm fortgeführt. Zuvor wurden am 13. Januar 2022 alle im Rahmen der ersten Tranche erworbenen 5.324.577 eigenen Aktien unter Herabsetzung des Grundkapitals eingezogen. Das Grundkapital der HeidelbergCement AG beträgt seither 579.275.700 € und ist in 193.091.900 Stückaktien eingeteilt. Die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einem geplanten Volumen von 300 bis 350 Mio € startete am 7. März 2022 und soll bis spätestens 31. August 2022 abgeschlossen werden. Bis zum 6. Mai 2022 wurden insgesamt rund 2,1 Mio eigene Aktien zu einem Gesamtpreis von rund 113,4 Mio € über die Börse erworben.

Ausblick 2022 bestätigt

„Die Nachfrage nach unseren Baustoffen ist trotz der anhaltend volatilen Marktbedingungen in allen Regionen weiter hoch“, so Dr. Dominik von Achten. „Zudem zeigen die Effizienzprogramme mit Fokus auf unsere Absatzpreise und Kosten erste Wirkungen. Entsprechend erwarten wir eine gute Wachstumsdynamik im weiteren Verlauf des Jahres.“

Vor diesem Hintergrund bestätigt HeidelbergCement seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2022. Das Unternehmen erwartet einen starken Anstieg des Umsatzes und eine leichte Zunahme des Ergebnisses des laufenden Geschäftsbetriebs, jeweils vor Konsolidierungs- und Wechselkurseffekten.

Risiken und Chancen

Risiken, die sich im Geschäftsjahr 2022 und auf absehbare Zeit danach auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken könnten, sowie die Chancen sind im Geschäftsbericht 2021 im Kapitel Risiko- und Chancenbericht auf der Seite 70 f. dargestellt. 

Das Risiko aus der Kostenentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten hat sich im Verlauf des Russland-Ukraine-Kriegs bereits teilweise realisiert. In diesem Zusammenhang bestehen weiterhin Unsicherheiten. Darüber hinaus hat der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für das laufende Jahr im April 2022 von 4,4 % auf 3,6 % gesenkt. In Europa hat sich das Rezessionsrisiko durch die steigende Inflation und angespannte Lieferketten erhöht. Wir stufen dies als ein allgemeines Risiko mit möglicher Auswirkung auf den ganzen Konzern und gegebenenfalls raschem Eintritt ein. 

In der ganzheitlichen Betrachtung von Einzelrisiken sowie der Gesamtrisikoposition sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.

Finanzkalender

Christoph Beumelburg

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations

Konzernzentrale Berliner Straße 6
69120 Heidelberg (Deutschland)