Als globaler Konzern mit starker regionaler Geschäftstätigkeit handeln wir nach der Maxime „Think global – act local“. Unsere wirtschaftliche Leistung schafft Mehrwert auch für die Gemeinden an unseren Standorten in aller Welt. Wir engagieren uns zudem – über unsere Geschäftstätigkeit hinaus – für eine intakte Umwelt und für sozialen Fortschritt.

Gute, partnerschaftliche Beziehungen zu den Gemeinden im Umkreis unserer Standorte sind die Voraussetzung und ein zentraler Erfolgsfaktor für unser Geschäft. Hier knüpfen wir Geschäftsverbindungen, profitieren von dem vorhandenen Know-how und pflegen den nachbarschaftlichen Dialog. Durch freiwilliges gesellschaftliches Engagement stärken wir den Austausch und schaffen einen nachhaltigen sozioökonomischen Mehrwert für die Standortgemeinden.


Ein guter Nachbar sein“ bedeutet, Wirtschaft und soziale Entwicklung miteinander zu verbinden. So schaffen wir Win-Win-Situationen für HeidelbergCement und unsere Standortgemeinden. 

Clara Schuhmair, CSR-Manager


Zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung haben wir uns in den vom Vorstand verabschiedeten Führungsleitlinien ausdrücklich verpflichtet. Gesellschaftliche Verantwortung und die Pflege guter Beziehungen zu unseren Stakeholdern sind damit Führungsaufgaben. Jeder Ländermanager ist – gemeinsam mit den Standortleitern – dafür in seinem Land verantwortlich. Das gilt sowohl für die Analyse der Bedürfnisse vor Ort als auch für die Auswahl, Umsetzung und Nachverfolgung gemeinnütziger Projekte. Eine Aussage zur finanziellen Größenordnung des konzernweiten gesellschaftlichen Engagements können wir aufgrund der dezentralen Verantwortlichkeiten nicht treffen.

Spenden

Über Fördermaßnahmen in einzelnen Ländern und Standorten entscheiden die Länderverantwortlichen dezentral innerhalb ihres budgetierten Rahmens. Die finanzielle Größenordnung des gesellschaftlichen Engagements liegt konzernweit bei etwa 10 Millionen Euro jährlich, die sich zusammen wie folgt:

 

Investitionen in lokale Gemeinschaften

Spenden

Sponsoring

2021

52%

37%

11%

 

Geldspenden

Sachspenden

 

2021

64%

36%

Community-Engagement-Pläne
Einleitung

Unsere Betriebsgenehmigung hängt weitgehend von guten und vertrauensvollen Beziehungen zu unseren lokalen Stakeholdern ab. Daher hat sich HeidelbergCement im Rahmen der Sustainability Commitments 2030 und im Einklang mit unserer Selbstverpflichtung, ein guter Nachbar zu sein, das Ziel gesetzt, bis 2023 für alle Standorte "Community Engagement Plans" zu erarbeiten. Diese enthalten Instrumente und Strategien für den regelmäßigen Austausch mit den wichtigsten lokalen Stakeholdern. Das Unternehmen unterstützt die Länderverantwortlichen, die letztlich für das Stakeholder-Management auf lokaler Ebene verantwortlich sind, bei der Erreichung dieser Ziele.

Wir betrachten den Community-Engagement-Plan (CEP) als Best Practice, um unser Engagement mit den lokalen Stakeholdern zu strukturieren und nachhaltig zu gestalten. Er soll dazu dienen, die aktuelle Situation, potenzielle Risiken und Chancen sowie Instrumente zu verstehen, um eine vertrauensvolle Beziehung zu den Gemeinschaften, in denen wir tätig sind, aufrechtzuerhalten. Die im Folgenden beschriebenen Schritte sind Teil eines internen Leitfadens.

Identifikation der Stakeholder

Es ist wichtig, den Status quo am jeweiligen Standort zu verstehen und zu beschreiben. Die wichtigsten Stakeholder, Schlüsselthemen und das bestehende Engagement in den Gemeinden sollten hier beschrieben werden. Um zu verstehen, welche Themen für die lokalen Gemeinden von zentraler Bedeutung sind, ist es zunächst notwendig, sich einen Überblick über die wichtigsten Stakeholder zu verschaffen. Bei diesen Stakeholdern kann es sich um Einheimische handeln, die direkt oder indirekt von unseren Tätigkeiten betroffen sind oder deren Interessen beeinträchtigt werden könnten. Folglich muss das Engagement so zugeschnitten werden, dass verschiedene Arten von Auswirkungen berücksichtigt werden.

Es gibt mehrere Ansätze, um eine repräsentative Liste von Stakeholdern zu erstellen. Gemeinden, die direkt an unsere Standorte angrenzen, sollten vorrangig berücksichtigt werden. Solche lokalen Gemeinschaften können auf verschiedene Weise betroffen sein: die Auswirkungen potentieller Luft- und Wasseremissionen, Transporttätigkeit innerhalb und außerhalb des Standorts oder die sozioökonomischen Auswirkungen der Schaffung von Arbeitsplätzen in der gesamten Lieferkette. 

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Situation dynamisch ist. Stakeholder und ihre Interessen können sich im Laufe der Zeit ändern, sowohl in Bezug auf die Relevanz für das Projekt als auch in Bezug auf die Notwendigkeit, sie in verschiedenen Phasen aktiv einzubeziehen. Nicht alle Stakeholder in einer Gruppe oder Untergruppe werden notwendigerweise die gleichen Anliegen teilen oder einheitliche Meinungen oder Prioritäten haben. Dies erfordert eine Priorisierung der Stakeholder und, je nachdem, wer sie sind und welche Interessen sie haben könnten, die Bestimmung der geeignetsten Wege, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Die regelmäßige Aktualisierung der Liste der wichtigsten Stakeholder ermöglicht es dem Unternehmen, die Beziehungen entsprechend ihrer Bedürfnisse, ihres Einflusses, ihres Interesses usw. zu pflegen.

Methode der Einbindung

Abhängig vom Ziel der Einbindung, der jeweiligen Stakeholder-Gruppe und dem jeweiligen Thema gibt es verschiedene Möglichkeiten der Einbindung, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

Ziel

Maßnahme

Zweck

Weitergabe von Informationen

  • Aushänge, Briefings, Informationsveranstaltungen und Versammlungen
  • Spontane, informelle Gespräche
  • Tage der offenen Tür und Werksbesuche
  • Kontaktstellen (z. B. Hotlines, Websites, Schaufenster)
  • Websites, Direktwerbung / E-Mail / SMS, Informationsblätter, Newsletter und Webinare
  • Identifizierung von betroffenen und interessierten Personen, Gruppen, Organisationen und Gemeinden
  • Hilfe zum Verständnis des Vorschlags und der Sozialverträglichkeitsprüfung
  • Eingehen auf Fragen, Bedenken und Beschwerden
  • frühzeitiges Engagement zeigen

Beratung zum Sammeln von Informationen und Einsichten

  • Umfragen und Interviews Beratendes Komitee der Gemeinde, oder
  • Community Liaison und Beratungsgruppen
  • Online-Foren
  • Soziale Medien
  • Identifizierung und Vorhersage sozialer Auswirkungen
  • Sammeln von Daten, Beweisen und Erkenntnissen
  • frühzeitiges Engagement demonstrieren
  • Bestätigen von Daten, Annahmen und Erkenntnissen
  • Einbeziehung marginalisierter Gruppen

Mitwirkung bei Entscheidungsfindung

  • Workshops und Fokusgruppen
  • Beratende Foren / Workshops
  • Bürgerpanels
  • Mitwirkung bei der Gestaltung von Projektelementen
  • Identifizierung und Vorhersage sozialer Auswirkungen
  • Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Monitorings
  • Maßnahmen und Aktionen zur Abschwächung und zum Management
  • Einbeziehung marginalisierter Gruppen

Bei der Wahl der Methode ist es notwendig, die Kapazitäten der Stakeholdergruppe im Auge zu behalten und das Engagement mit HeidelbergCement so einfach wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig kann das Engagement den Stakeholdergruppen nicht aufgezwungen werden, daher müssen Risiken wie Beteiligungsmüdigkeit berücksichtigt werden. 

Begleitung und Dokumentation

Die Messung und Evaluation der Auswirkungen des gesellschaftlichen Engagements hilft uns festzustellen, inwieweit das Engagement dazu beiträgt, die Beziehung des Unternehmens zu den Gemeinden zu gestalten, und die Ergebnisse sollten klar kommuniziert werden. Um die Verbreitung von Best Practices zu erleichtern, haben wir geeignete Strukturen für den Erfahrungsaustausch zwischen unseren Standorten eingerichtet.

Mitarbeiter von Ciments du Maroc organisierten Aktivitäten im Rahmen der „Clean Beaches“-Kampagne am Strand von Safi, Marokko.

Corporate Citizenship

Lokale Gemeinschaften beziehen wir beispielsweise durch verschiedene Dialogformate sowie lokale Community-Engagement-Pläne und -Councils in unsere Geschäftstätigkeit ein. Dazu gehören auch langfristige Partnerschaften mit lokalen Nichtregierungsorganisationen.

Darüber hinaus informieren wir die Standortgemeinden mit Newslettern oder im Rahmen von Tagen der offenen Tür. Gestaltungs- und Umsetzungshinweise für Dialogformate, Partnerschaften und gemeinnütziges Engagement erhalten die Länder und Standorte unter anderem durch das Konzernhandbuch für Community Relationship Management. Eine konzernweit gültige Corporate-Citizenship-Richtlinie definiert außerdem die Kriterien und Ziele unseres gesellschaftlichen Engagements. Der Schwerpunkt liegt auf drei Bereichen, in denen wir aufgrund unserer Kernkompetenzen besonders viel bewirken und spürbare Verbesserungen herbeiführen können

  • Bauen, Architektur und Infrastruktur: Wir leisten praktische Hilfe bei Bauprojekten, indem wir Produkte, finanzielle Mittel, Zeit und Know-how zur Verfügung stellen.

     

  • Umwelt, Klima und Biodiversität: Wir fördern Initiativen, die sich mit den wichtigsten Umweltauswirkungen unserer Wirtschaftstätigkeit befassen.

     

  • Bildung, Ausbildung und Kultur: Hier orientieren wir uns am spezifischen Bedarf in unseren Standortregionen.

     

Soziales Engagement an unseren Standorten

Um unsere Aktivitäten transparent und effektiv zu gestalten, haben wir Bewertungskriterien festgelegt. Wir unterstützen Projekte, Initiativen und Organisationen, die an unseren Standorten aktiv sind oder zu denen wir einen direkten Bezug haben. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass die Leitlinien und Grundsätze dieser Organisationen mit den unseren in Einklang stehen.

„Ein guter Nachbar sein“ heißt auch eines unserer Ziele, die wir im Rahmen der Sustainability Commitments 2030 veröffentlicht haben. Dazu wollen wir unser gesellschaftliches Engagement künftig noch stärker strategisch ausrichten. Transparenz und Effizienz bilden dafür die Basis – sowohl bei der Identifikation relevanter Themen und der Auswahl sowie Entwicklung der geeigneten Projekte als auch der Bewertung des geleisteten Beitrags nach Abschluss eines Projekts.

Im Rahmen der Sustainability Commitments 2030 haben wir uns konkrete Ziele gesetzt, an denen wir die Qualität unserer sozialen Beziehungen zu den Standortgemeinden messen wollen:

  • die Erstellung eines jährlichen Community-Engagement-Plans für jeden Standort,
  • eine Stunde freiwilliger gemeinnütziger Arbeit pro Vollzeitmitarbeiter pro Jahr (60.000 Stunden).

Derzeit entwickeln wir ein entsprechendes Management- und Berichtssystem, um künftig Maßnahmen, Fortschritte und Leistungsindikatoren besser erfassen zu können.