Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die Grundpfeiler unserer Politik zur Gesunderhaltung der Beschäftigten haben wir in der Konzernrichtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz festgelegt. Erklärtes Ziel ist es, das Unfall- und Verletzungsrisiko sowie die Risiken für Berufskrankheiten durch verstärkte Vorbeugungs-maßnahmen zu minimieren. Mit dem Nachhaltigkeitsprogramm 2020 haben wir uns vorgenommen, die Unfallhäufigkeits- und Unfallschwererate bis 2020 auf null zu senken. Gleiches gilt für die Todesfallrate allerdings bereits ab dem Jahr 2012.
Konzernstandards
In den letzten Jahren lag unser Augenmerk mit Konzernstandards zum Arbeiten in Höhen und zur Maschinensicherheit vor allem auf dem Produktionsbereich, im Jahr 2010 haben wir zusätzlich die Themen Sicherheit bei Bauprojekten und Verkehrssicherheit angesprochen. Wir haben eine Reihe von Projekten analysiert und darauf basierend die bestehenden Sicherheitsanforderungen für Bauprojekte überarbeitet und ergänzt. Dieser aktualisierte Standard wird Vertragsbestandteil zukünftiger Bauprojekte.
Der neue Standard zur Verkehrssicherheit resultierte vor allem aus der Arbeit der Projektgruppe „Arbeits- und Gesundheitsschutz“ in der Cement Sustainability Initiative (CSI), die Heidelberg-Cement seit Anfang 2010 stellvertretend leitet. Die Analyse der Todesfälle aller CSI-Mitgliedsunternehmen in den vergangenen Jahren hat ergeben, dass sich die meisten Unfälle der Branche im innerbetrieblichen oder öffentlichen Straßenverkehr ereignen. Auf dieser Grundlage hat die Projektgruppe der CSI Empfehlungen erarbeitet, die von den Mitgliedsunternehmen umzusetzen sind.
Um Arbeitsunfälle zu vermeiden, müssen neben sicherem Equipment auch geeignete Management-strukturen vorhanden sein. Schriftlich festgelegte Prozesse zum sicheren Arbeiten existieren an allen Standorten. 84 % unserer Standorte verfügen darüber hinaus über Managementsysteme, die auch einer Begutachtung durch externe Fachleute standhalten – meist entsprechen sie den OHSAS 18001–Anforderungen.
Arbeitssicherheit ist eine Führungsaufgabe
Obwohl wir den Arbeits- und Gesundheitsschutz auf technischer und organisatorischer Ebene laufend verbessern, ereignen sich immer wieder auch tödliche Unfälle, selbst in Ländern mit hohen technischen und organisatorischen Standards. Meist ist menschliches Versagen die direkte Ursache. Aus diesem Grund unternehmen wir verstärkte Anstrengungen, die Mitarbeiter und Auftragnehmer hinsichtlich der Risiken zu sensibilisieren und insbesondere die Vorbildfunktion der Führungskräfte zu stärken. Das wollen wir durch gezielte Trainingsmaßnahmen für Führungskräfte und weitere Schulungen auf allen Ebenen erreichen.
In diesem Zusammenhang haben wir im Frühjahr 2010 konzernweit unseren Sicherheitsfilm verteilt, der auf tatsächlich geschehene Unfälle Bezug nimmt und zu Schulungszwecken eingesetzt wird. Zu allen bestehenden Konzernstandards haben wir Poster erstellt, die – in die jeweiligen Landessprachen übersetzt und konzernweit platziert – in Schulungen diskutiert wurden um das Bewusstsein für Unfallrisiken zu stärken.
Unfallentwicklung
In den letzten Jahren konnten wir die Unfallhäufigkeits- und Unfallschwererate zwar sparten-übergreifend weiter absenken, leider aber bei weitem nicht so weit wie erhofft. Mit großer Betroffenheit müssen wir immer noch Todesfälle eigener Mitarbeiter wie auch von uns beauftragter Fremdfirmenmitarbeiter beklagen, sowie, vor allem bei Verkehrsunfällen, auch von unbeteiligten Dritten.
Berufskrankheiten
Die meisten Berufserkrankungen wurden in den letzten Jahren auf Grund von Lärmschwerhörigkeit anerkannt. Mit 42 Fällen weltweit lag die absolute Zahl der anerkannten Fälle im Jahr 2010 unter denen der Vorjahre. Weitere Berufserkrankungen waren schwerpunktmäßig das RSI-Syndroms (repetitive strain injury), Rückenerkrankungen und Atemwegserkrankungen. Um Erkrankungen vorzubeugen, überprüfen wir an einem Großteil unserer Standorte die Arbeitsplätze auf Lärm- und Staubbelastungen und überwachen die Mitarbeiter medizinisch. In Ländern mit weniger entwickelten gesetzlichen Gesundheitssystemen bieten unsere Tochterunternehmen umfassende Gesundheitschecks für alle Mitarbeiter und zum Teil auch für deren Angehörige an. Dort wird die medizinische Versorgung meist durch eigene Gesundheitsstationen oder sogar Kliniken mit medizinischem Personal gewährleistet.
Gesundheitsvorsorge
Wir bieten an vielen Standorten Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge an, so auch an unserem Konzernsitz in Heidelberg: Dort haben wir für die große Anzahl an Mitarbeitern in Support- und Service-Funktionen, die naturgemäß vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben, ein Bündel an Maßnahmen in den Bereichen Gesundheitsmanagement und Weiterbildung geschnürt, um die individuelle Gesundheitsvorsorge zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, Krankenkassen, der zuständigen Berufsgenossenschaft, örtlichen Vereinen und Fitnesscentern bieten wir verschiedene Aktionen an, die einerseits zur Früherkennung von Erkrankungen und Risikofaktoren dienen, die aber vor allem die Eigeninitiative für eine gesunde Lebensweise fördern sollen.