Im August 2005 hat das HeidelbergCement Technology Center (HTC) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Zementindustrie (BDZ) und weiteren Institutionen ein Pilotprojekt gestartet, das unter dem Dach der „Initiative für Nachhaltigkeit“ in der deutschen Zementindustrie Nachhaltigkeits-Indikatoren entwickeln und erproben soll.
Das Projekt zielt auf eine Optimierung des Ausgleichs von Rohstoffgewinnung und Naturschutz. Hierzu werden Indikatoren zur qualitativen und quantitativen Messung der Biodiversität entwickelt und erprobt, um den naturschutzfachlichen Wert von Abbaustätten und die Wirkungen von Naturschutzmaßnahmen vor, während und nach dem Abbau messbar und prognostizierbar zu machen. Die Indikatoren werden auf die spezifischen Verhältnisse und Potenziale von Abbaustätten zugeschnitten, um den Anforderungen der betrieblichen Praxis und des Naturschutzes gleichermaßen gerecht zu werden und fließen in ein Beobachtungsprogramm ein, das abbaubegleitend durchgeführt werden kann.
Bisher fehlen geeignete und vor allem allgemein anerkannte Instrumente, mit denen der Naturschutzwert von Abbaustätten in nachvollziehbarer Weise gemessen werden kann: Während bei der Gestaltung von Naturschutzmaßnahmen mit Vertragsnaturschutz und Ökokonten erste Ansätze existieren und Praxiserfahrungen (z.B. aus Baden-Württemberg und der Schweiz) vorliegen, wird unter anderem auf europäischer Ebene an der Entwicklung sogenannter Sustainable Development Indicators (SDIs) gearbeitet. Die dort diskutierten Indikatoren werden jedoch den spezifischen Anforderungen in den Abbaustätten der Zementindustrie nur bedingt gerecht – es könnte sogar zu Rückschritten bei bisher schon entwickelten abbaubegleitenden Naturschutzkonzepten kommen.
Das Modellprojekt soll im
Steinbruch des Zementwerkes Schelklingen der HeidelbergCement AG durchgeführt werden; für diese Abbaustätte liegen bereits Untersuchungsergebnisse vor, die zur Erprobung der Indikatoren als Vergleichswerte herangezogen werden können. Die Erkenntnisse aus der Entwicklung und Erprobung der Indikatoren sollen zudem im Hinblick auf die Übertragbarkeit auf weitere Standorte der Zementindustrie sowie anderer Steine- und Erden-Branchen geprüft werden. Auf dieser Basis sollen nach Möglichkeit auch Hinweise für die Weiterentwicklung von Ökokonten beim Rohstoffabbau abgeleitet werden.
Träger des Projektes sind: Das HeidelbergCement Technology Center GmbH (HTC), der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie (BDZ), die AG.L.N. Landschaftsplanung und Naturschutzmanagement, das BMBF/DLR (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderkennzeichen 01 LM 0401, Deutsche Luft und Raumfahrttechnik) und die Sozialpolitische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zementindustrie (SPADZ).
Durchgeführt wird das Projekt unter dem Dach der „Initiative für Nachhaltigkeit“ in der deutschen Zementindustrie, in der sich neben dem BDZ und der SPADZ auch noch der Verein Deutscher Zementwerke sowie die Industriegewerkschaften Bauen-Agrar-Umwelt und Bergbau, Chemie, Energie engagieren. Die operativen Projektarbeiten werden von HTC, AG.L.N., BDZ sowie als externem Auftragnehmer der Projektträger von der SUSTAIN CONSULT - Beratungsgesellschaft für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung mbH durchgeführt.
Ansprechpartner für Fragen rund um das Pilotprojekt in Schelklingen ist Dr. Michael Rademacher (E-Mail:
michael.rademacher@heidelbergcement.com ).