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HeidelbergCement Group
Dienstag, 8. November 2005
7.933 Zeichen

HeidelbergCement – Zwischenbericht Januar bis September 2005

- Auszug -

  • Bereinigter Konzernumsatz wächst um 8%
  • Nordamerika, Nordeuropa und Zentraleuropa-Ost mit zweistelligem Umsatzwachstum
  • Deutschland durch gesamtwirtschaftliche Lage weiter beeinträchtigt
  • Energie- und Transportkosten spürbar gestiegen
  • Umsetzung von Projekt „win“ zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung begonnen
  • Spohn Cement hält mit ihr gemeinsam handelnden Personen 79% an HeidelbergCement
  • Drittes Quartal bestätigt Ausblick für Gesamtjahr
Überblick Januar – September 2005

Juli-Sept.

Januar-Sept.

Mio EUR

2004

2005

2004

2005

Umsatz

1.974

2.247

5.215

5.744

Operativer Cashflow

458

576

943

1.111

Operatives Ergebnis

344

453

584

744

Zusätzliches ordentliches Ergebnis

-26

-77

-26

-62

Ergebnis aus Beteiligungen

38

91

70

144

Betriebsergebnis

356

467

627

826

Ergebnis vor Steuern

310

410

431

654

Jahresüberschuss

201

300

300

438

Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss

171

274

268

387

Investitionen

114

115

301

536


Begünstigt durch die anhaltend starke Wachstumsdynamik in Nordamerika und im asiatischen Raum setzte sich die positive Entwicklung der Weltwirtschaft trotz der hohen Energiepreise fort. Im Euroraum blieb die konjunkturelle Dynamik infolge des Ölpreisanstiegs verhalten. Die lebhafte Exportnachfrage ist weiterhin der Impulsgeber für Deutschland. Die Binnennachfrage wird sich aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt auch in den nächsten Monaten nur wenig beleben. Die Bauinvestitionen bleiben insgesamt rückläufig.

Der Konzernumsatz ist in den ersten neun Monaten des Jahres um 10,1 % auf 5.744 (i.V.: 5.215) Mio EUR gestiegen. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte liegt der Anstieg bei 7,5 %. Die Regionen Nordamerika, Nordeuropa und Zentraleuropa-Ost erzielten zweistelliges Umsatzwachstum. Preiserhöhungen waren in nahezu allen Regionen erforderlich, um die spürbar gestiegenen Energie- und Transportkosten zumindest teilweise auszugleichen.

Der operative Cashflow nahm bis Ende September um 17,8 % auf 1.111 (i.V.: 943) Mio EUR zu. Das operative Ergebnis lag mit 744 (i.V.: 584) Mio EUR um 27,4 % über dem Vorjahr. Nordamerika leistete sowohl beim operativen Cashflow als auch beim operativen Ergebnis den stärksten Wachstumsbeitrag. Erhebliche Einmalaufwendungen für Restrukturierungen im Rahmen des Projekts „win“ sowie Erlöse aus dem Verkauf von Teilen unseres Betonproduktgeschäfts in den USA prägen das zusätzliche ordentliche Ergebnis von -62 (i.V.: -26) Mio EUR. Das Beteiligungsergebnis von 144 (i.V.: 70) Mio EUR wurde maßgeblich durch einmalige Sondererträge bei Südbayerisches Portland-Zementwerk Gebr. Wiesböck & Co. GmbH und durch Vicat S.A., Frankreich, beeinflusst.

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 25 Mio EUR auf -172 (i.V.: -197) Mio EUR. Dies ist im Wesentlichen auf die Absicherung von Währungsrisiken bei Indocement zurückzuführen. Damit konnten die Wechselkursverluste im Vergleich zum Vorjahr gemindert werden.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt 654 (i.V.: 431) Mio EUR. Vor dem Hintergrund des Ergebnisanstiegs und geänderter Steuergesetze in Deutschland stieg der Steueraufwand in den ersten drei Quartalen 2005 um 85 Mio EUR auf 216 (i.V.: 131) Mio EUR. Aufgrund der positiven Entwicklung des Jahresüberschusses bei Indocement beträgt das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis 51 (i.V.: 32) Mio EUR. Der Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss beläuft sich auf 387 (i.V.: 277) Mio EUR.

Übernahmeangebot der Spohn Cement GmbH abgeschlossen

Das Übernahmeangebot der Spohn Cement GmbH wurde mit Ende der Nachfrist am 12. August 2005 abgeschlossen. Spohn Cement hält nunmehr unter Einbeziehung der mit ihr gemeinsam handelnden Personen und deren Tochtergesellschaften rund 79 % der Anteile an HeidelbergCement. Die Spohn Cement GmbH befindet sich im Besitz von Mitgliedern der Familie Merckle, die seit Jahrzehnten Anteile an HeidelbergCement halten und auch in unserem Aufsichtsrat vertreten sind.
Die Schwenk Beteiligungen GmbH & Co. KG hat im Rahmen des Übernahmeangebots ihren Anteil an HeidelbergCement auf 7,5 % verringert.

Zement- und Klinkerabsatz

Der Zement- und Klinkerabsatz stieg in den ersten neun Monaten um insgesamt 4,5 % auf 51,4 (i.V.: 49,2) Mio t. Ohne Konsolidierungseffekte lag der Gesamtabsatz um 1,0 % über dem Vorjahr. Der deutliche Zuwachs im dritten Quartal ist insbesondere auf die gute Entwicklung in Nordamerika, Nordeuropa und Zentraleuropa-Ost zurückzuführen.

Mitarbeiter

Konzernweit waren bei HeidelbergCement in den ersten neun Monaten 41.613 (i.V.: 42.589) Mitarbeiter beschäftigt. Die Abnahme um rund 980 Mitarbeiter resultiert aus Restrukturierungsmaßnahmen in nahezu allen Regionen.

Investitionen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die zahlungswirksamen Investitionen in den ersten drei Quartalen um 235 Mio EUR auf 536 (i.V.: 301) Mio EUR gestiegen. Die Investitionen entfallen mit 306 (i.V.: 282) Mio EUR auf Sachanlagen und mit 230 (i.V.: 19) Mio EUR auf Finanzanlagen. Der Mittelzufluss aus Desinvestitionen beträgt 149 Mio EUR (i.V.: 76) Mio EUR.

Umsetzung von Projekt „win“ begonnen

HeidelbergCement will durch Einsparungen und Nutzung zusätzlicher Potenziale im Rahmen unseres Projekts „win“ den Spielraum für langfristiges Wachstum schaffen. Mit den Maßnahmen zur Straffung der Verwaltung in Europa ist der Abbau von rund 1.100 Arbeitsplätzen verbunden. Die Arbeitnehmervertretungen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Länder in den Prozess einbezogen.
Im Rahmen dieses Projekts werden die Konzernfunktionen in Heidelberg konzentriert. Auf Länderebene ist für standardisierte Dienstleistungen aus den Bereichen Personal und Rechnungswesen die Einrichtung eines Shared Service Centers für die Geschäftsfelder Zement, Transportbeton sowie Sand und Kies geplant. Wir haben uns in Verhandlungen mit der IG Bau darauf geeinigt, das Shared Service Center für Deutschland in Leimen bei Heidelberg einzurichten. Die Einigung wurde dadurch möglich, dass in einem Haustarifvertrag wettbewerbsfähige Bedingungen für das Dienstleistungszentrum gefunden werden konnten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Verlängerung der Arbeitzeit, Kürzungen von Nebenleistungen wie beispielsweise Urlaubsgeld sowie die variable Gestaltung von Teilen des Weihnachtsgeldes. Das Shared Service Center wird den Betrieb am 1. Januar 2006 aufnehmen.

Zentralisiert und stärker in das Linienmanagement eingebunden werden auch die technischen Dienstleistungen, um noch effizienter die Werke zu unterstützen. Weitere Einsparungen werden durch die Zentralisierung der IT-Infrastruktur und die Vereinheitlichung der Unternehmenssoftware erzielt. Die Werke unterliegen einem konsequenten Optimierungsprozess, dessen Fortschritt regelmäßig mit konzernweit einheitlichen Leistungskennziffern gemessen wird.
Gemeinsames Ziel dieser Maßnahmen ist es, zielgerichtet die Ertragskraft deutlich zu verbessern, um damit die Voraussetzungen zu schaffen, die Position von HeidelbergCement im internationalen Wettbewerb zu sichern und auszubauen.

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2005 gehen wir von einer moderaten Absatz- und Umsatzsteigerung aus. Die Rahmenbedingungen in den USA, den neuen EU-Ländern sowie in Asien sind auch für das kommende Jahr anhaltend robust. Für Deutschland wurden die Wachstumsprognosen leicht gesenkt; für 2006 wird nur eine leichte Beschleunigung prognostiziert.

Die für 2005 insgesamt erwartete deutliche Steigerung bei operativem Cashflow und operativem Ergebnis wird im Wesentlichen von Nordamerika, Zentraleuropa-Ost sowie Afrika-Asien-Türkei getragen. Mit den eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung unserer Effizienz werden wir künftig auch den Ergebnisbeitrag von Deutschland, West- und Nordeuropa nachhaltig verbessern.

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