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HeidelbergCement Group
Dienstag, 9. August 2005
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HeidelbergCement – Zwischenbericht Januar bis Juni 2005

-Auszug -

  • Bereinigter Konzernumsatz steigt um 7,0 %
  • Nordamerika leistet stärksten Wachstumsbeitrag
  • Ergebnisverbesserung durch Mengen- und Preiserhöhungen in nahezu allen Regionen
  • Deutschland konjunkturbedingt unter Plan
  • China unter zunehmendem Wettbewerbsdruck
  • Übernahmeangebot der Spohn Cement GmbH zu 60 EUR je Aktie
  • Spohn Cement hält am 26. Juli mit ihr gemeinsam handelnden Personen 66,8 %
Überblick Januar – Juni

     April

-Juni   

Januar

-Juni   

Mio EUR

2004

2005

2004

2005

Umsatz

1.895

2.142

3.241

3.498

Operativer cashflow

395

449

485

534

Operatives Ergebnis

273

325

240

291

Zusätzliches ordentliches Ergebnis

-18

36

-1

15

Ergebnis aus Beteiligungen

30

42

32

53

Betriebsergebnis

284

403

272

359

Ergebnis vor Steuern

204

342

121

244

Jahresüberschuss

159

235

99

138

Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss

155

218

96

113

Investitionen

103

281

187

421

Die wirtschaftliche Entwicklung in den westlichen Industrieländern, und hier insbesondere in Europa, hat sich durch die drastisch gestiegenen Ölpreise abgeschwächt. In den USA setzte sich das stabile Wirtschaftswachstum fort. Am stärksten ist der Aufschwung weiterhin in den ost- und südostasiatischen Schwellenländern. In Deutschland ist die Binnennachfrage im laufenden Jahr äußerst schwach. Für die Bauwirtschaft wird abermals ein Rückgang erwartet. Während die internationale Konjunkturentwicklung unter verbesserten Vorzeichen steht, ist ein Wendepunkt für Deutschland trotz des Anstiegs einzelner Indikatoren eindeutig nicht zu erkennen.

Der Konzernumsatz ist im ersten Halbjahr um 7,9 % auf 3.498 (i.V.: 3.241) Mio EUR gestiegen. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte beträgt der Anstieg 7,0 %. Den stärksten Zuwachs erzielte einmal mehr Nordamerika, aber auch Nordeuropa und Afrika-Asien-Türkei verbesserten den Umsatz erfreulich; Preiserhöhungen trugen dazu in regional unterschiedlichem Maße bei.

Der operative Cashflow lag mit 534 (i.V.: 485) Mio EUR um 10,2 % über dem Vorjahresniveau. Nordamerika leistete sowohl beim operativen Cashflow als auch beim operativen Ergebnis den stärksten Wachstumsbeitrag. Der jüngst wieder gestiegene US-Dollar hat diese Entwicklung unterstützt. Aber auch die anderen Regionen konnten die witterungsbedingten Defizite der ersten Monate zumindest teilweise aufholen. Das zusätzliche ordentliche Ergebnis in Höhe von 15,2 (i.V.: -0,7) Mio EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf von Teilen unseres Betonproduktgeschäfts in den USA. Das Beteiligungsergebnis von 41,7 (i.V.: 29,8) Mio EUR im zweiten Quartal wurde maßgeblich durch unsere französische Beteiligung Vicat beeinflusst.

Das Finanzergebnis verbesserte sich um 35 Mio EUR auf -115 (i.V.: -150) Mio EUR. Grund hierfür war hauptsächlich der Wegfall des im Vorjahr eingetretenen Wechselkursverlusts bei Indocement.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt 244 (i.V.: 121) Mio EUR. Vor dem Hintergrund des erfreulichen Ergebnisanstiegs und geänderter Steuergesetze in Deutschland stieg der Steueraufwand im ersten Halbjahr 2005 um 84 Mio EUR auf 106 Mio EUR (i.V.: 22) Mio EUR. Aufgrund der guten Entwicklung des Jahresüberschusses bei Indocement beträgt das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis 25 (i.V.: 3) Mio EUR. Der Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss beläuft sich auf 113 (i.V.: 96) Mio EUR.

Übernahmeangebot von Spohn Cement GmbH

Am 28. Juni 2005 hat die Spohn Cement GmbH den Aktionären der HeidelbergCement AG ein Übernahmeangebot vorgelegt. In einer am 11. Juli 2005 veröffentlichten ausführlichen Stellungnahme begrüßt der Vorstand das Übernahmeangebot und bezeichnet den Angebotspreis von 60 EUR je Aktie als angemessen. Er sieht sich durch die von Spohn Cement in der Angebotsunterlage geäußerten Absichten in seiner Strategie bestärkt und unterstützt. Der Aufsichtsrat hat sich in einer separaten Stellungnahme dieser Bewertung des Übernahmeangebots angeschlossen.

Die Spohn Cement GmbH befindet sich im Besitz von Mitgliedern der Familie Merckle, die seit Jahrzehnten Anteile an HeidelbergCement halten und auch in unserem Aufsichtsrat vertreten sind.

Bis zum Ende der Annahmefrist am 26. Juli wurde das Angebot für insgesamt 40.788.797 Aktien angenommen. Damit belief sich zu diesem Zeitpunkt die Gesamtzahl der HeidelbergCement-Aktien, für die das Angebot angenommen wurde, zuzüglich der Aktien, die von Spohn Cement sowie von mit ihr im Sinne des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes gemeinsam handelnden Personen und deren Tochtergesellschaften gehalten wurden, auf 76.982.656 Aktien, was 66,8 % des Grundkapitals bzw. der Stimmrechte der HeidelbergCement AG entspricht. Die Nachfrist für die Annahme des Übernahmeangebots begann am 30. Juli und endet am 12. August 2005.

Zement- und Klinkerabsatz

Die starken witterungsbedingten Einbußen des ersten Quartals konnten bis Ende Juni noch nicht vollständig aufgeholt werden. Insgesamt stieg der Zement- und Klinkerabsatz im ersten Halbjahr um 2,7 % auf 31,5 (i.V.: 30,7) Mio t durch anhaltende Zuwächse in Nordamerika, Nordeuropa sowie Afrika-Asien-Türkei. Ohne Konsolidierungseffekte lag der Gesamtabsatz nach sechs Monaten noch leicht unter dem Vorjahresniveau.

Mitarbeiter

Im ersten Halbjahr waren bei HeidelbergCement konzernweit 42.055 (i.V.: 42.698) Mitarbeiter beschäftigt. Die Abnahme um rund 650 Mitarbeiter resultiert aus Restrukturierungsmaßnahmen in nahezu allen Regionen.

Investitionen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die zahlungswirksamen Investitionen im ersten Halbjahr um 234 Mio EUR auf 421 (i.V.: 187) Mio EUR gestiegen. Die Investitionen entfallen mit 208 (i.V.: 169) Mio EUR auf Sachanlagen und mit 213 (i.V.: 18) Mio EUR auf Finanzanlagen. Der Mittelzufluss aus Desinvestitionen beträgt 100 Mio EUR (i.V.: 65) Mio EUR.

Ausblick

Trotz der Abschwächung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen wir weiterhin für das Gesamtjahr 2005 von einer moderaten Absatz- und Umsatzsteigerung aus. Anhaltend robust erweist sich die Bauwirtschaft in den USA, den neuen EU-Ländern sowie im asiatischen Raum. In Deutschland dürfte die Wachstumsschwäche erst im nächsten Jahr überwunden werden; für die Bautätigkeit wird hingegen nochmals ein Rückgang prognostiziert.

Aufgrund der positiven internationalen Konjunkturentwicklung gehen wir beim operativen Geschäft von einem spürbaren Anstieg im Gesamtjahr aus. Das Ausmaß der Ergebnisverbesserung des laufenden Jahres wird durch die stark steigenden Energiekosten beeinflusst. Die Strompreise liegen in Europa und den USA deutlich über dem Vorjahr. Erhöhte Brennstoffkosten versuchen wir durch den verstärkten Einsatz von Sekundärstoffen auszugleichen.

Unser Projekt „win“ zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung wird sich erst im nächsten Jahr in wesentlichem Umfang niederschlagen. Ziel ist die Kostenführerschaft. Daher arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Komplexität in der Organisation deutlich zu reduzieren und die Kernprozesse weltweit zu standardisieren. Das sind die Voraussetzungen für Benchmarking und die konzernweite Anwendung von Best Practice Lösungen. Wir stärken mit diesen Maßnahmen die internationale Wettbewerbsfähigkeit von HeidelbergCement und schaffen die Grundlagen für weiteres profitables Wachstum.

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