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HeidelbergCement Group
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Mittwoch, 23. März 2005
7.327 Zeichen

HeidelbergCement – Geschäftsbericht 2004

– Auszug –

  • Umsatz steigt um 5,8 % bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte
  • Weitere Schuldenrückführung erreicht
  • Nordamerika und Wachstumsmärkte abermals Impulsgeber
  • Dr. Bernd Scheifele neuer Vorstandsvorsitzender
  • Beseitigung bilanzieller Risiken führt zu einmaliger Sonderbelastung von rund 700 Mio EUR
  • Barkapitalerhöhung über 270 Mio EUR erfolgreich abgeschlossen
  • Moderate Absatzsteigerung und leichte Umsatzerhöhung 2005 erwartet
  • Märkte in Zentraleuropa durch langen Winter im ersten Quartal belastet
  • Effizienzsteigerung und Kostensenkung im Management-Fokus
  • Teilnahme am weltweiten Konsolidierungsprozess mit Augenmaß geplant

Umsatz auf 6,9 Mrd EUR gestiegen

Im Jahr 2004 haben wir unsere Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Restrukturierung für eine bessere Auslastung der Kapazitäten weiter fortgesetzt. Die Konzentration auf das Kerngeschäft und unser Ziel der regionalen Marktführerschaft bei unseren Zementaktivitäten haben wir weiter verfolgt.

Der Konzernumsatz ist im Gesamtjahr 2004 um 8,8% auf 6.929 (i.V.: 6.372) Mio EUR gestiegen. Unser operatives Wachstum um insgesamt 353 Mio EUR erzielten wir insbesondere in Nordamerika, in Afrika-Asien-Türkei sowie in Zentraleuropa-Ost. Weitere wesentliche Einflussgrößen waren Neukonsolidierungen mit einem Plus von 511 Mio EUR, davon entfallen allein auf Indocement 411 Mio EUR, sowie Währungseffekte mit einem Minus von insgesamt 186 Mio EUR, die hauptsächlich auf den gesunkenen US-Dollarkurs zurückgehen. Auf Desinvestitionen entfiel ein Minus von 121 Mio EUR. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte nahm der Umsatz um 5,8% zu.

HeidelbergCement hat beim Zement- und Klinkerabsatz erstmals die Marke von 65 Mio t überschritten. Der Zement- und Klinkerabsatz stieg im Gesamtjahr 2004 auf 65,2 (i.V.: 51,1) Mio t. Mit 12,5 Mio t entfällt dabei ein erheblicher Beitrag auf die erstmalige Konsolidierung von Indocement. Erfreuliche Absatzsteigerungen wurden in Nordamerika, Zentraleuropa-Ost sowie in China erzielt. Ohne Konsolidierungseffekte belief sich der Anstieg gegenüber dem Vorjahr auf 2,2%.

Einmalige Sonderbelastungen belasten Ergebnis

Wesentliche Einflussfaktoren für den Zuwachs beim operativen Cashflow um 19% auf 1.219 (i.V.: 1.024) und beim operativen Ergebnis um 88% auf 735 (i.V.: 391) waren neben der Erweiterung des Konsolidierungskreises und dem Wegfall der Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 170 Mio EUR auch die verbesserte Erlössituation in Deutschland.

Im Geschäftsjahr ergaben sich Sonderbelastungen in der Größenordnung von rund 700 Mio EUR. Der überwiegende Teil entfällt auf die Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten (Impairment of Assets) in den Regionen West- und Nordeuropa sowie von Indocement. Weitere wesentliche Beträge betreffen die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen für das belgisch-niederländische Zementgeschäft und die Wertberichtigung von Aktivposten für latente Steuern. Der überwiegende Teil dieser Aufwendungen ist zahlungsunwirksam und entstand durch Anpassung der Bewertung im Rahmen des Wegfalls der planmäßigen Goodwill-Abschreibungen sowie der Änderung von Steuergesetzen in Deutschland. Darüber hinaus fielen Restrukturierungsaufwendungen aufgrund der strategischen Neuausrichtungen an.

Aus der Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie den Restrukturierungsrückstellungen resultiert ein negatives zusätzliches ordentliches Ergebnis in Höhe von -674 (i.V.: 22) Mio EUR. Auch das Beteiligungsergebnis von 67 (i.V.: 89) Mio EUR wird von außerplanmäßigen Abschreibungen beeinflusst. Das Betriebsergebnis verringerte sich damit auf insgesamt 128 (i.V.: 502) Mio EUR. Das Finanzergebnis ändert sich um 58 Mio EUR auf -280 (i.V.: -222) Mio EUR. Da aus historischen Gründen die erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Indocement Gruppe in US-Dollar und japanischem Yen finanziert ist, entstanden Wechselkursverluste in Höhe von 46 Mio EUR. Hinzu kamen die Zinsaufwendungen der Indocement Gruppe von 16 Mio EUR. Die Nettofinanzschulden des Konzerns erhöhten sich nur um 65 Mio EUR auf 3.668 (i.V.: 3.603) Mio EUR, obwohl durch die erstmalige Einbeziehung der Indocement Gruppe Nettofinanzschulden in Höhe von 448 Mio EUR übernommen wurden.

Das Ergebnis vor Steuern sank auf -152 (i.V.: 280) Mio EUR. Im Wesentlichen bedingt durch die Wertberichtigung von Aktivposten für latente Steuern erhöhte sich der Steueraufwand auf 181 (i.V.: 146) Mio EUR. Insgesamt ergibt sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von -333 (i.V.: 133) Mio EUR. Der Anteil der Gruppe beläuft sich auf -366 (i.V.: 117) Mio EUR.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)

Mio EUR

 2003

2004

Veränderung

Umsatz

6.372

6.929

9%

Operativer Cashflow

1.024

1.219

19%

Abschreibungen

-633

-484

-24%

Operatives Ergebnis

391

735

88%

Zusätzliches ordentliches Ergebnis

22

-674

 

Ergebnis aus Beteiligungen

89

67

-25%

Betriebsergebnis

502

128

-74%

Finanzergebnis

-222

-280

26%

Ergebnis vor Steuern

280

-152

 

Steuern vom Einkommen und Ertrag

-146

-181

24%

Jahresüberschuss

133

-333

 

Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss

117

-366

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 4. Mai 2005 die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2004 von 0,55 EUR je Aktie vorschlagen.

Kapitalerhöhung

Mit Zustimmung des Aufsichtsrats hat der Vorstand der HeidelbergCement AG beschlossen, nach den Sonderbelastungen des Geschäftsjahres 2004 eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten für Aktionäre durchzuführen. Die Kapitalerhöhung wurde Ende März 2005 erfolgreich abgeschlossen. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis flossen dem Unternehmen rund 270 Mio EUR zu. Der Ausgabekurs betrug 35 EUR pro Aktie. Je 13 alte Aktien erhielten ein Bezugsrecht für eine neue Aktie.

Ausblick

Bauwirtschaft wächst weiterhin uneinheitlich
Die Aussichten für die Bauwirtschaft bleiben uneinheitlich. Die Rahmenbedingungen für unsere nordamerikanischen und asiatischen Aktivitäten sind weiterhin günstig. Auch in den Ländern der Region Zentraleuropa-Ost liegen die Bauaktivitäten über dem Durchschnitt. Mit Stabilisierung beziehungsweise leichter Belebung wird in Skandinavien sowie in Belgien und den Niederlanden gerechnet. Für Deutschland wird abermals ein Rückgang der Bautätigkeit um rund 1,5% erwartet.

Umsatz und Ergebnis
Aufgrund von moderaten Absatzsteigerungen in der Mehrzahl unserer Märkte und teilweise verbesserter Erlössituation gehen wir von einer leichten Umsatzerhöhung aus. Unsere Bestrebungen, die Effizienz signifikant zu steigern und die Kosten in allen Unternehmensbereichen spürbar zu senken, werden sich in einer verbesserten Ergebnisentwicklung niederschlagen.

Investitionen und Finanzierung
Für das laufende Jahr ist wieder eine Verstärkung der Investitionstätigkeit geplant. Diese betrifft im Bereich der Sachanlagen die Fertigstellung unserer umfassenden Modernisierung bei Castle Cement, Großbritannien, sowie die Erhöhung der Mahlkapazität von Union Bridge in den USA. Nach der deutlichen Schuldenreduzierung in den beiden vergangenen Jahren werden wir uns weiter auf die Optimierung der Finanzierungsstruktur konzentrieren.

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