Wassermanagement

Eine globale Wasserrisikostudie lieferte uns 2014 die Basisinformationen für eine konzernweite Richtlinie zum nachhaltigen Wassermanagement in den Geschäftsbereichen Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton. Die Studie ergab, dass sich 14,3 % unserer Werke in Regionen befinden, in denen weniger als 1.000 m3 Wasser pro Person und Jahr zur Verfügung stehen, also gemäß offizieller Definition Wasserknappheit herrscht.

Als Reaktion darauf haben wir 2015 begonnen, für diese Werke individuelle Wassermanagementpläne zu entwickeln und wollen bis 2030 sämtliche dieser Werke einbeziehen. Die Pläne beinhalten Konzepte und Maßnahmen zur Verbrauchsminderung und sollen so einen nachhaltigen Umgang mit der knappen Ressource Wasser gewährleisten. Darüber hinaus sehen sie die lokale Einbindung externer Stakeholder vor, um die Wassernutzungs-konzepte gemeinnützig auszurichten und so die Wasserrisiken vor Ort zu minimieren. Mit der Realisierung dieser Pläne beginnen wir an den Standorten, an denen die Wasserknappheit am drängendsten ist.

In den vergangenen Jahren haben wir darüber hinaus in allen Zementwerken unseres Unternehmens ein Wasser-Reporting-System eingeführt. Auf diese Weise können wir nun bereits im zweiten Jahr zuverlässige Verbrauchsdaten berichten. Bis Ende 2016 wurden 50 % der Zementwerke außerdem mit Wasserrecyclinganlagen ausgestattet. Der spezifische Wasserverbrauch lag 2016 bei rund 300 Litern pro Tonne Zement. Dies schließt auch die neu hinzugekommenen Werke von Italcementi mit ein.

In den Geschäftsbereichen Zuschlagstoffe und Transportbeton haben wir 2015 ebenfalls damit begonnen, Kennzahlen zur Wasserberichterstattung einzuführen. Aufgrund der sehr hohen Anzahl an Werken erheben wir diese jedoch nur in Regionen, die unter Wasserstress
leiden. Wasserstress bedeutet, dass weniger als 1.700 m3 Wasser pro Person und Jahr verfügbar sind. Bis 2030 soll die Erhebung an allen Standorten in den betroffenen Regionen durchgeführt werden. 

Gewässerschutz, Wasserverbrauch und -aufbereitung

An allen Abbaustätten sammelt HeidelbergCement das anfallende Oberflächenwasser und leitet es so ab, dass keinerlei Verunreinigungen oder Überschwemmungen im Abbaugebiet und außerhalb entstehen können. Die Einleitung von Wasser in bestehende Oberflächengewässer erfolgt nur mit behördlicher Genehmigung. Regelmäßige Schulungen unserer Mitarbeiter sowie externe Kontrollen stellen sicher, dass vorgeschriebene Prozesse eingehalten werden.

Beim Waschen von Kies und Sand sowie bei der Produktion von Zement und Beton wird Wasser verbraucht. Wir beziehen dieses teilweise aus der öffentlichen Wasserversorgung, zum größten Teil aber aus dem Grundwasser oder aus Flüssen und Seen. Entnahmen aus dem Grundwasser und aus Oberflächengewässern sind weltweit behördlich stark reglementiert und werden regelmäßig überwacht.

Ein Teil des Wassers – das etwa zur Kühlung eingesetzt wird – verdampft und gelangt so in die Atmosphäre. Das verbliebene Brauchwasser aus der Produktion führen wir gereinigt und unter strengen Kontrollen in die Oberflächengewässer zurück. Reinigungswasser, das bei der Säuberung von Transportfahrzeugen anfällt, wird recycelt. Haushaltsabwässer, wie sie in den Betriebsgebäuden entstehen, entsorgen wir über die kommunalen Abwasserwege.

Bei all dem achten wir stets darauf, Verunreinigungen zu vermeiden. Weil der Produktionsprozess in Steinbrüchen und Kiesgruben das genutzte Wasser nicht chemisch verändert, sind hier keine Schadstofffrachten vorhanden.