5. April 2016

HeidelbergCement kündigt Integrationsplan für Italcementi an

  • Die Unternehmensgeschichte von Italcementi wird fortgeschrieben; die Produktionsstandorte in Italien und der Firmenauftritt bleiben erhalten. HeidelbergCement baut auch weiterhin auf ein lokales Management.
  • Durch die Neuorganisation werden bis zum Jahr 2020 etwa 400 der aktuell rund 2.500 Stellen in Italien wegfallen.
  • Der Verwaltungssitz der italienischen Landesorganisation von Italcementi bleibt weiterhin in Bergamo.
  • Die Produktentwicklung und -innovation für den durch die Übernahme vergrößerten Konzern wird künftig im i.Lab in Bergamo gebündelt.
  • Durch Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Betriebsstätten bei gleichzeitiger Straffung zentraler Funktionen soll Italcementi wieder in die Gewinnzone zurückkehren.
  • HeidelbergCement hat der EU-Kommission den Kauf von Italcementi formell mitgeteilt, um die notwendigen gesetzlichen Genehmigungen zu erhalten.

HeidelbergCement hat heute in Bergamo seine Pläne zur Restrukturierung von Italcementi S.p.A. in Italien angekündigt. Am 28. Juli 2015 hatte HeidelbergCement die Vereinbarung getroffen, einen Anteil von 45 % an Italcementi von Italmobiliare S.p.A., dem Holdingunternehmen der Familie Pesenti, zu erwerben. Die Familie wird nach der Übernahme eine signifikante Beteiligung an dem neuen, erweiterten HeidelbergCement Konzern halten.

Der Integrationsprozess, der noch von der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden (EU-Kommission und FTC in den USA) zum Anteilserwerb abhängt, tritt mit der Ankündigung der Restrukturierungsmaßnahmen in Italien in die nächste Phase. Ziel ist es, die lange industrielle Tradition von Italcementi zu bewahren und gleichzeitig einige Bereiche und Aktivitäten zu straffen.

Der vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Scheifele in Bergamo vorgestellte Plan sieht vor,  die Produktionsstätten und den Firmenauftritt von Italcementi beizubehalten. Dies steht im Einklang mit der HeidelbergCement-Konzernstrategie, die lokalen Identitäten der Tochtergesellschaften zu bewahren. HeidelbergCement baut außerdem auf ein italienisches Management, das die Landesaktivitäten in Italien leitet. Gestärkt werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten: Das i.Lab in Bergamo, wo künftig auch der Verwaltungssitz der italienischen Landesorganisation von Italcementi ist, wird zentraler Standort für die Produktentwicklung und -innovation des ganzen Konzerns im Bereich Zement.

Um die Gesamtorganisation zu straffen, werden einige Verwaltungsfunktionen künftig in Heidelberg gebündelt. Der Integrationsplan, der voraussichtlich bis 2020 abgeschlossen sein soll, sieht vor, dass rund 170 Mitarbeitern neue Stellen innerhalb des Konzerns angeboten werden. Darüber hinaus ist in Bergamo ein Personalabbau vorgesehen, der zwischen 230 und 260 Mitarbeiter betreffen wird und der so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden soll. Es besteht bereits ein Rahmenprogramm für Personalmaßnahmen, ähnlich der deutschen Kurzarbeit, das Lohnausgleichszahlungen über eine Ausgleichskasse (Cassa Integrazione) vorsieht. Dieses Programm wurde von Italcementi in der Vergangenheit für notwendige Restrukturierungsmaßnahmen mit der Regierung verhandelt. Der Personalabbau in Bergamo bewegt sich im Umfang dieses bereits vorhandenen Programms. Am Ende der Übergangsperiode im Jahr 2020 werden etwa 210 bis 250 Arbeitsplätze in Bergamo verbleiben.

“Die Integration wird zwei weltweit erfolgreiche Unternehmen der Branche zusammenführen, die beide über eine lange industrielle Tradition, erstklassige Innovationsfähigkeit und starke Stellungen in ihren jeweiligen Märkten verfügen“, sagt Dr. Bernd Scheifele. „Getreu unserem Motto ‚all business is local‘ ist es wichtig für uns, die Stärken und das professionelle Know-how von Italcementi zu erhalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch operative Verbesserungen, die Straffung der Verwaltung und unter Ausnutzung unserer gemeinsamen Größenvorteile die geplanten Synergien in Höhe von 400 Mio. € erzielen und Italcementi in die Gewinnzone zurückführen.“

Der Kauf von Italcementi durch HeidelbergCement steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Kartellbehörden. Am 1. April 2016 hat HeidelbergCement der EU-Kommission den Kauf von Italcementi formell mitgeteilt.

Um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuschließen, hat HeidelbergCement beschlossen, den Verkauf der gesamten Aktivitäten von Italcementi in Belgien vorzuschlagen. Diese bestehen hauptsächlich aus der belgischen Tochtergesellschaft Compagnie des Ciments Belges S.A. (CCB). Die vorgeschlagene Desinvestition wird alle Überschneidungen zwischen den Aktivitäten von HeidelbergCement und Italcementi in Belgien und den Niederlanden beseitigen. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen und BNP Paribas wurde beauftragt, den Prozess zu begleiten. Ein hohes Interesse an den vollständig integrierten vertikalen Marktpositionen in Belgien wurde bereits signalisiert. Die Desinvestition erfolgt sozialverträglich und im ständigen Dialog mit den Arbeitnehmervertretern.

HeidelbergCement erwartet, dass der Erwerb des 45%-Anteils Anfang Juli 2016 abgeschlossen wird, vorbehaltlich der Entscheidungen der Kartellbehörden. Im Anschluss soll mit der Umsetzung des Integrationsplans begonnen werden.

Über HeidelbergCement

HeidelbergCement ist mit führenden Marktpositionen in den Bereichen Zuschlagstoffe, Zement und Transportbeton sowie in weiteren nachgelagerten Aktivitäten einer der größten Baustoffhersteller weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 45.000 Mitarbeiter an 2.300 Standorten in mehr als 40 Ländern.

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
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