9. November 2016

HeidelbergCement veröffentlicht Q3 2016 Ergebnisse

HeidelbergCement berichtet Ergebnisse des dritten Quartals unter Erstkonsolidierung von Italcementi

Highlights Q3 2016 und Ausblick:

  • Deutliche Steigerung von Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis nach Erstkonsolidierung von Italcementi - Prämie auf Kapitalkosten verdient
    • Absatz: 33 Mio t Zement (+52 %); 80 Mio t Zuschlagstoffe (+11 %); 12 Mio cbm Transportbeton (+29 %)
    • Konzernumsatz um 25 % auf 4,5 Mrd € erhöht (i.V.: 3,6 Mrd €)
    • Operatives Ergebnis vor Abschreibungen um 17 % auf 1,0 Mrd € verbessert (i.V.: 865 Mio €)
  • Überschuss und Nettoverschuldung enthalten Kosten der Übernahme
    • Anteil der Gruppe von 339 Mio € enthält akquistionsbedingte Sonderaufwendungen von 63 Mio €; bereinigtes Ergebnis je Aktien auf 9-Monatsbasis steigt auf 3,39€ (i.V.: 3,34€)
    • Anstieg der Nettoverschuldung auf 8,9 Mrd € nach Zahlung des Kaufpreises für 49%-Anteil an Italcementi und Übernahme der Schulden von Italcementi – dynamischer Verschuldungsgrad pro-forma auf 2,8x gestiegen
  • Italcementi-Übernahme abgeschlossen
    • Pflichtübernahmeangebot im ersten Anlauf erfolgreich. Squeeze-out und Delisting der Italcementi Aktie durchgeführt.
    • HeidelbergCement hält seit 12. Oktober 100 % der Anteile von Italcementi
    • Verkauf der Geschäftsaktivitäten in Belgien und den USA als Auflage der Kartellbehörden fast abgeschlossen
    • Erlös aus Desinvestitionen insgesamt rund 1,14 Mrd € (>100 Mio € über Plan)
  • Italcementi-Integration schneller als erwartet
    • Managementwechsel in allen wesentlichen ITC Länderorganisationen
    • Redundante Hauptverwaltungen geschlossen
    • Personalabbau kommt deutlich schneller als geplant voran
    • HeidelbergCement sehr zuversichtlich, 400 Mio € Synergieziel zu übertreffen
  • Neue Effizienz-Verbesserungsprogramme gestartet
    • „Competence Center RMC“ (Transportbeton): 120 Mio € Ergebnissteigerung im Dreijahreszeitraum durch Verbesserung bei Logistik und Rezepturen
    • “Sales is a Science”: Best-in-class Vertriebs- und Preismanagement
  • Ausblick für 2016 einschließlich Italcementi bestätigt
    • Absatzzunahme bei Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton
    • Moderater Umsatzanstieg und moderate bis deutliche Steigerung des operativen Ergebnis auf vergleichbarer Pro-forma-Basis*

*) Vergleichbare Pro-forma-Basis: Unter Berücksichtigung der Beiträge von Italcementi seit Anfang 2015; Umsatz und operatives Ergebnis bereinigt um Währungseffekte, sonstige Konsolidierungseffekte und Verkäufe von Emissionsrechten

Q3-Baustoffabsatz auf deutlich höherem Niveau – Erstkonsolidierung von Italcementi sowie positives Marktumfeld in reifen Märkten

Im dritten Quartal stieg der Baustoffabsatz von HeidelbergCement aufgrund der Erstkonsolidierung von Italcementi deutlich an. Zusätzlich entwickelte sich die Nachfrage in vielen Märkten positiv, vor allem in Europa, sodass der Absatz von Zement, Transportbeton und Asphalt weiter gesteigert werden konnte. In Nordamerika hingegen führte ein sehr regnerischer Sommer in einigen Landesteilen zu einem leichten Nachfragerückgang bei Zement und Zuschlagstoffen.

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns nahm im dritten Quartal um 52 % auf 33,2 (i.V.: 21,8) Mio t zu. Erstmals mit eingerechnet wurden die Absatzzahlen der Märkte von Italcementi in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Kasachstan, Indien, Thailand, Ägypten, Marokko, Mauretanien, Gambia und in Nordamerika. Unter Berücksichtigung der Lieferungen von Italcementi im Vorjahreszeitraum auf Pro-forma-Basis ergibt sich ein Wachstum von 5 %. Der Zementabsatz konnte dabei in allen Konzerngebieten gesteigert werden. Die stärkste Zunahme auf Pro-forma-Basis verzeichnete Nord- und Osteuropa-Zentralasien, gefolgt von Asien-Pazifik und Afrika-Östlicher Mittelmeerraum. In Nordamerika konnten die Lieferungen trotz schlechten Wetters in einigen Landesteilen leicht zulegen.

Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten mit 80,3 (i.V.: 72,6) Mio t einen Anstieg um 11 %. Erstmals wurden hier die Absatzzahlen der Märkte von Italcementi, insbesondere in Frankreich, Italien, Griechenland, Marokko und Nordamerika, mit eingerechnet. Unter Berücksichtigung der Lieferungen von Italcementi im Vorjahreszeitraum auf Pro-forma-Basis ergibt sich ein Wachstum von 1 %. Dazu haben insbesondere höhere Absatzmengen in den Konzerngebieten West- und Südeuropa sowie Afrika-Östlicher Mittelmeerraum beigetragen. Die Transportbetonlieferungen nahmen ebenfalls konsolidierungsbedingt um 29 % auf 12,5 (i.V.: 9,7) Mio cbm zu. Pro-forma lag die Zunahme bei 2 %. Der Asphaltabsatz stieg um 8 % auf 3,1 (i.V.: 2,9) Mio t. Da Italcementi keinen Asphalt produziert, gab es hier keine zusätzlichen Absatzmengen.

In den ersten neun Monaten des Jahres nahm der Zement- und Klinkerabsatz auf Pro-forma-Basis um 4 % auf 94,2 (i.V.: 90,8) Mio t zu. Die Zuschlagstofflieferungen stiegen um 3 % auf 214,1 (i.V.: 207,8) Mio t und die Transportbetonlieferungen um 2 % auf 35,7 (i.V.: 35,1) Mio cbm; der Asphaltabsatz legte ebenfalls um 2 % auf 7,1 (i.V.: 6,9) Mio t zu.

Beschleunigtes Wachstum von Umsatz und operativem Ergebnis

Als Folge der Erstkonsolidierung von Italcementi sind auch Umsatz und operatives Ergebnis deutlich angestiegen. Der Konzernumsatz erhöhte sich im dritten Quartal um 25 % auf 4.520 (i.V.: 3.606) Mio €. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 17 % auf 1.009 (i.V.: 865) Mio € und das operative Ergebnis um 9 % auf 738 (i.V.: 675) Mio €. Auf vergleichbarer Pro-forma-Basis* stieg der Umsatz leicht um rund 1 %. Währungseffekte wirkten sich mit knapp 100 Mio € negativ auf die Umsatzentwicklung aus.

Auf vergleichbarer Pro-forma-Basis* verbesserte sich das operative Ergebnis vor Abschreibungen um 2 % und nach Abschreibungen um 4 %. Zu dieser positiven Ergebnisentwicklung haben neben Absatzwachstum und Preiserhöhungen in wichtigen Kernmärkten vor allem auch niedrigere Brenn- und Treibstoffkosten beigetragen.

„Mit der Übernahme von Italcementi hat HeidelbergCement einen großen Wachstumssprung vollzogen und ist nun die klare Nummer zwei in der Baustoffbranche“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Scheifele. „Auch operativ konnten wir uns im dritten Quartal trotz teilweise widriger Marktbedingungen noch einmal steigern. Die Integration von Italcementi kommt schneller voran als erwartet und wir sind sehr zuversichtlich, die identifizierten Synergien in Höhe von 400 Mio € zu übertreffen und unser profitables Wachstum schnell und erfolgreich fortzusetzen.“

Das zusätzliche ordentliche Ergebnis des dritten Quartals verschlechterte sich um 70 Mio € auf -81 (i.V.: -11) Mio €. Ausschlaggebend dafür waren hauptsächlich akquisitionsbedingte Sonderaufwendungen. Das Finanzergebnis blieb unverändert bei -142 (i.V.: -142) Mio €. Steigende Zinsaufwendungen durch die Übernahme der Nettoverschuldung von Italcementi sowie die Zahlung des Kaufpreises für 49 % des Aktienkapitals wurden durch niedrigere Zinsaufwendungen aufgrund der günstigen Refinanzierung und teilweise Zurückzahlung von Anleihen ausgeglichen. Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen sank aufgrund der Restrukturierungskosten um 2 % auf 533 (i.V.: 546) Mio €.

Die Steueraufwendungen im dritten Quartal 2016 stiegen deutlich um 95 Mio € auf 169 (i.V.: 74) Mio €. Ausschlaggebend dafür war im Wesentlichen der höhere Steueraufwand in Nordamerika aufgrund deutlich gestiegener Gewinne sowie die Konsolidierung von Italcementi. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen sank damit auf 364 (i.V.: 472) Mio €.

Als Folge ging der Überschuss der Periode im dritten Quartal 2016 auf 384 (i.V.: 520) Mio € zurück. Das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis stieg um 3 Mio € auf 44 (i.V.: 41) Mio €. Der Anteil der Gruppe reduzierte sich demzufolge auf 339 (i.V.: 479) Mio € und das Ergebnis je Aktie auf 1,75 (i.V.: 2,55) €. Bereinigt um akquisitionsbedingte Sonderaufwendungen von 63 Mio € belief sich der Anteil der Gruppe auf 402 Mio €.

In den ersten neun Monaten nahm der Konzernumsatz deutlich um 8,5 % auf 10.927 (i.V.: 10.076) Mio € zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 10,7 % auf 2.121 (i.V.: 1.916) Mio €; das operative Ergebnis stieg um 9,7 % auf 1.477 (i.V.: 1.347) Mio €. Dazu hat wesentlich die Konsolidierung von Italcementi im dritten Quartal beigetragen. Auf vergleichbarer Pro-forma-Basis* stieg der Umsatz leicht um 1% auf 12,8 Mrd € an. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 6,4 % auf 2,4 (i.V.: 2,3) Mrd € und das operative Ergebnis um 10,4 % auf 1,6 (i.V.: 1,5) Mrd €. Das zusätzliche ordentliche Ergebnis verschlechterte sich um 98 Mio € auf -98 (i.V.: 0) Mio €. Wesentlich dazu beigetragen haben Kosten im Zusammenhang mit der Italcementi-Akquisition. Das Finanzergebnis hat sich insbesondere aufgrund gesunkener Zinsaufwendungen und eines verbesserten Währungsergebnisses um 64 Mio € auf -363 (i.V.: -427) Mio € verbessert. Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg um 88 Mio € auf 1.040 (i.V.: 953) Mio €. Die Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich um 83 Mio € auf 300 (i.V.: 217) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen verbesserte sich demzufolge leicht auf 740 (i.V.: 736) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen sank um 29 Mio € auf -2 (i.V.: 27) Mio €. Der Überschuss der Periode ging auf 737 (i.V.: 762) Mio € zurück. Das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis nahm auf 152 (i.V.: 135) Mio € zu. Der Anteil der Gruppe reduzierte sich demzufolge auf 585 (i.V.: 628) Mio €. Bereinigt um akquisitionsbedingte Sondereffekte stieg der Anteil der Gruppe auf 648 Mio € und das Ergebnis je Aktie auf 3,39 € (i.V.: 3,34€).

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag Ende September 2016 bei 61.945 (i.V.: 46.772). Die Zunahme um 15.173 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition von Italcementi.

Prämie auf Kapitalkosten verdient

Als Folge der Akquisition von Italcementi sind die gewichteten Kapitalkosten von HeidelbergCement von 7,0% auf 6,9% gesunken. Basierend auf dem Pro-forma-Ergebnis der letzten 12 Monate hat HeidelbergCement eine Gesamtkapitalrendite von 7,0% erzielt und damit auch kurz nach der Akquisition von Italcementi eine Prämie auf die Kapitalkosten verdient.

Nettoverschuldung im Rahmen der Akquisition angestiegen

Die Nettoverschuldung belief sich zum Ende des dritten Quartals auf 8,87 Mrd € und lag damit rund 2,9 Mrd € über dem Ende des Vorjahresquartals. Zu dem deutlichen Anstieg hat die an Italmobiliare geleistete Zahlung der Cash-Komponente des Kaufpreises für den 45%-Anteil an Italcementi, der Erwerb eines weiteren 4,0%-Anteils an Italcementi über die Börse sowie die Übernahme von rund 2,2 Mrd € Schulden der ehemaligen Italcementi-Gruppe beigetragen. Der Verschuldungsgrad (Gearing) am Ende des dritten Quartals erhöhte sich entsprechend auf 53,4 % (i.V.: 39,0 %). Der dynamische Verschuldungsgrad stieg auf 2,8x unter Berücksichtigung des pro-forma operativen EBITDA inklusive Italcementi für die vorangegangenen 12 Monate. Die Liquiditätsreserve belief sich auf 4,6 Mrd €.

Zum Jahresende wird mit einer Nettoverschuldung und einem dynamischen Verschuldungsgrad in ungefähr gleicher Höhe gerechnet. Zahlungsmittelabflüsse für den Kauf der restlichen 51 % an Italcementi und Erlöse aus dem Verkauf der Geschäftsaktivitäten in Belgien und den USA sowie Zahlungsmittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit sollten sich in etwa ausgleichen. HeidelbergCement beabsichtigt, den dynamischen Verschuldungsgrad schnellstmöglich in den Zielbereich von 1,5x bis 2,5x zu senken und strebt ein Rating im Investment-Grade-Bereich an.

Italcementi-Übernahme abgeschlossen

HeidelbergCement ist seit dem 12. Oktober 2016 einziger Aktionär von Italcementi und verfügt über 100 % des Aktienkapitals. Zuvor konnte bei einem öffentlichen Übernahmeangebot bis 30. September 2016 auf Anhieb eine so hohe Annahmequote erzielt werden, die es HeidelbergCement erlaubte, die verbleibenden Aktien direkt aufzukaufen (Squeeze-out). Die Börsennotierung der Italcementi-Aktie wurde am 12. Oktober eingestellt.

Der Verkauf von Vermögenswerten in Belgien im Rahmen der Italcementi-Akquisition konnte bereits abgeschlossen werden. Mit dem Abschluss des Verkaufs der Vermögenswerte in den USA wird in den nächsten Wochen gerechnet. HeidelbergCement konnte inklusive des Verkaufs der Nichtkerngeschäfte von Italcementi einen Erlös von 1,14 Mrd € erzielen und hat damit das Ziel von 1 Mrd € klar übertroffen.

Italcementi-Integration schneller als geplant

Bereits mit der Übernahme der Kontrolle Anfang Juli wurde in allen wesentlichen Landesorganisationen von Itaclementi das Management ausgewechselt und die Management-Philosophie sowie das Bonussystem von HeidelbergCement eingeführt. Redundante Hauptverwaltungen auf Länderebene wurden geschlossen und die Aktivitäten an einem Standort konzentriert. Die Umsetzung der Synergien erfolgt schneller als geplant und HeidelbergCement rechnet mit auf das Gesamtjahr hochgerechneten Einsparungen von rund 135 Mio €.  Bis Ende Oktober wurden bereits mehr als 1.300 Stellen abgebaut und damit deutlich mehr als die ursprünglich bis zum Jahresende 2016 geplanten knapp 500. Stattdessen wird nun mit einem Abbau von rund 1.500 Stellen bis Jahresende gerechnet. Insgesamt sind mindestens 2.500 Stellen von der Restrukturierung betroffen. Aufgrund der guten Fortschritte ist HeidelbergCement sehr zuversichtlich, das Synergieziel von 400 Mio € zu übertreffen.

Neue Effizienz-Verbesserungsprogramme gestartet

Im Rahmen der Neuordnung des Vorstands zu Jahresbeginn und der Akquisition von Italcementi wurden zwei neue Kompetenzzentren geschaffen: Das Competence Center RMC soll unter dem gleichnamigen Programm die operative Effizienz des Bereichs Transportbeton steigern und Margenverbesserungen von 120 Mio € innerhalb von drei Jahren erzielen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Optimierungen in den Bereichen Logistik und Betonrezeptur. Unterstützt durch die Abteilung Global Market Intelligence and Sales Processes soll das Programm „Sales is a Science“ das Vertriebsmanagement weiter professionalisieren mit dem Ziel, Best-in-Class zu werden. Der Schwerpunkt liegt hier auf den Themen Marktforschung, Vertriebsprozesse und Preismanagement.

Ausblick für 2016 einschließlich Italcementi bestätigt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner jüngsten Prognose vom Oktober 2016 die Wachstumsrate für die Weltwirtschaft im Jahr 2016 auf 3,1 % und damit um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zur Prognose im April 2016 gesenkt. Die Reduzierung der Prognose spiegelt die erwarteten Konsequenzen einer erheblich gestiegenen makroökonomischen und politischen Unsicherheit als Folge der Brexit-Entscheidung und ein langsamer als erwartetes Wachstum in den USA in der ersten Jahreshälfte wider. Der IWF geht nun davon aus, dass die Wachstumsrate in den Industrieländern 2016 um 0,5 Prozentpunkte sinkt und in den Schwellenländern leicht um 0,2 Prozentpunkte ansteigt.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung der Weltwirtschaft gehören neben den aktuell noch schwer einzuschätzenden Folgen des Brexit weiterhin auch die Entwicklung des Ölpreises, die Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen, insbesondere der amerikanischen Notenbank, auf Kapitalflüsse und Wechselkurse in den Schwellenländern sowie geopolitische Risiken aus den Krisen und Konflikten im Nahen Osten und im Osten der Ukraine.

In Nordamerika erwartet HeidelbergCement im Einklang mit dem IWF eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung und damit eine weitere Zunahme der Nachfrage nach Baustoffen. In West- und Nordeuropa wird eine positive Marktentwicklung erwartet. Diese basiert auf der weiterhin robusten Konjunktur in Deutschland und einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Nordeuropa und Benelux. Bisher konnten wir negative Auswirkungen der Brexit-Entscheidung auf die Nachfrage nach Baustoffen in Großbritannien noch nicht feststellen. In Osteuropa rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage nach Baustoffen unter anderem aufgrund des EU-Infrastrukturprogramms. Die Krise im Osten der Ukraine beeinträchtigt weiterhin Absatz und Ergebnis des Landes. Die wirtschaftliche Lage in Russland und Kasachstan bleibt wegen des niedrigen Ölpreises schwierig. In den Märkten Afrikas erwarten wir neben einer Fortsetzung des Nachfragewachstums auch eine Zunahme des Wettbewerbs. In Asien rechnet HeidelbergCement insgesamt mit einer Belebung der Nachfrage, insbesondere aufgrund steigender Infrastrukturinvestitionen in Indonesien und Indien. Gleichzeitig haben sich die Zementkapazität und damit auch der Wettbewerb in Indonesien durch den Eintritt neuer Produzenten deutlich erhöht. Für China werden ein weiterer Nachfragerückgang und ein Anstieg der Überkapazitäten erwartet. Die Auswirkungen auf den Export sind jedoch begrenzt, da ein Großteil der chinesischen Kapazitäten im Landesinneren liegt.

Aufgrund der insgesamt positiven Nachfrageentwicklung und der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten geht HeidelbergCement sowohl ohne als auch unter Berücksichtigung der Konsolidierung von Italcementi (auf Pro-forma-Basis für die Jahre 2015 und 2016) von steigenden Absatzzahlen für die Kernprodukte Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton aus.

Vor Konsolidierung von Italcementi erwartet HeidelbergCement für das Jahr 2016 eine stabile Kostenbasis für Energie unter Annahme von im Jahresdurchschnitt niedrigeren Preisen und steigenden Absatzmengen. Für Rohstoffe und Personal wird mit einem moderaten Kostenanstieg gerechnet. HeidelbergCement konzentriert sich weiterhin auf die kontinuierliche Erhöhung der Effizienz und Margen. Zu diesem Zweck wurden in den Bereichen Zement und Zuschlagstoffe sogenannte „Continuous Improvement“ Programme gestartet, die eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserungen von operativen und kommerziellen Arbeitsprozessen auf Mitarbeiterebene schaffen sollen. Durch Prozessoptimierungen sollen in beiden Bereichen jeweils mindestens 120 Mio € an nachhaltigen Ergebnisverbesserungen über einen Dreijahreszeitraum erzielt werden. Das Programm „CIP“ für den Zementbereich startete Anfang 2015; das Programm „Aggregates CI“ für den Zuschlagstoffbereich wurde Anfang 2016 eingeführt. Darüber hinaus optimieren wir mit dem Programm „LEO“ weiterhin unsere Logistik mit dem Ziel, Kostensenkungen in Höhe von 150 Mio € in einem Zeitraum von mehreren Jahren zu erreichen. Zusätzlich soll das Programm „FOX“ im Einkauf Kosteneinsparungen von rund 100 Mio € erzielen.

Für 2016 erwarten wir unter Berücksichtigung der Übernahme von Italcementi stabile Finanzierungskosten, da sich Einsparungen in der ersten Jahreshälfte auf der einen Seite und ein Anstieg der Finanzierungskosten durch die Finanzierung des Kaufpreises und der Übernahme der Schulden der Italcementi-Gruppe in der zweiten Jahreshälfte auf der anderen Seite in etwa ausgleichen.

Die bisherige Prognose für HeidelbergCement wird bestätigt und gilt nun auch inklusive Italcementi, d.h. auf vergleichbarer Pro-forma-Basis* soll der Umsatz moderat und das operative Ergebnis moderat bis deutlich gesteigert werden.

„Der zügige Abschluss der Italcementi-Übernahme und die schnell voranschreitende Integration stimmen uns für die weitere Entwicklung sehr positiv“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „Wir sind sehr zuversichtlich, das Synergieziel von 400 Mio € zu übertreffen. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Integration zwei neue globale Kompetenzzentren für Transportbeton und Vertriebsmanagement geschaffen, die Margenpotenziale in diesen Bereichen heben sollen. Insgesamt sehen wir uns sehr gut aufgestellt, unsere strategischen Schwerpunkte – Wertschaffung für Aktionäre und kontinuierliches Wachstum – erfolgreich voranzutreiben. Ein solides Investment Grade Rating bleibt weiterhin unser erklärtes Ziel. Operativ setzen wir unverändert auf die vier strategischen Hebel: einen hohen operativen Leverage, die Verteidigung der Kostenführerschaft, eine ausgeprägte vertikale Integration und eine optimale geografische Aufstellung. Dadurch steigern wir unsere Effizienz und die Zufriedenheit unserer Kunden, insbesondere in den stark wachsenden Metropolen der Welt. Unsere globalen Programme zur Kosten- und Prozessoptimierung sowie Margensteigerung werden wir auch 2016 konsequent fortsetzen. Dazu gehören insbesondere die „Continuous Improvement“ Programme für Zuschlagstoffe („Aggregates CI“) und für Zement („CIP“) sowie „FOX“ für den Einkauf.“

„Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist positiv, auch wenn die makroökonomischen und politischen Risiken nach der Brexit-Entscheidung gestiegen sind“, fährt Dr. Bernd Scheifele fort. „HeidelbergCement wird weiterhin von der guten und stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in den Industriestaaten, insbesondere in den USA, Deutschland, Nordeuropa und Australien, profitieren. Mit der Akquisition von Italcementi haben wir unsere globale Marktstellung gestärkt. In unseren Kerngeschäftsbereichen Zuschlagstoffe, Zement und Transportbeton belegen wir weltweit die Plätze 1, 2 und 3. In den kommenden Jahren wollen wir weiter konsequent ausbauen, was HeidelbergCement vom Wettbewerb unterscheidet: Kostenführerschaft und operative Exzellenz. Gleichzeitig haben wir uns vorgenommen, bei der Ertragskraft für die Aktionäre ein nachhaltiges Niveau zu erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher noch nicht gab.“

Überblick Januar-September 2016

Finanzkennzahlen

Januar-SeptemberJuli-September
Mio €20152016Ver-
ände-
rung
auf vgl. Basis1)20152016Ver-
ände-
rung
auf vgl. Basis1)
Absatz
Zement (Mio t)60.58073.04721%3%21.80233.15352%2%
Zuschlagstoffe (Mio t)185.987198.6877%1%72.58280.30911%-1%
Transportbeton (Mio cbm)27.12330.40512%1%9.70412.48329%0%
Asphalt (Mio t)6.9207.0712%2%2.8823.1158%8%
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse10.07610.9278%0%3.6064.52025%-2%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen1.9162.12111%6%8651.00917%1%
in % der Umsatzerlöse19,0%19,4%24,0%22,3%
Operatives Ergebnis1.3471.47710%8%6757389%1%
Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen9531.0409%546533-3%
Anteil der Gruppe628585-7%479339-29%
Ergebnis je Aktie in € (IAS 33)2)3,343,06-8%2,551,75-31%
Bereinigtes Ergebnis je Aktie in €3)3,343,390,052,552,08-0,47
Kapitalflussrechnung und Bilanz
Mittelfluss aus operativer Geschäftstätigkeit537762225552548-3
Zahlungswirksame Investitionen-631-1.699-1.069-225-1.256-1.031
Nettoverschuldung 5.9708.8682.898
Gearing39,0%53,4%

 

1) Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte
2) Den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnen
3) Ohne Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 63 Mio €

Pro-forma-FinanzkennzahlenJanuar-SeptemberJuli-September
Mio €20152016Ver-
ände- rung
auf vgl. Basis1)20152016Ver_
ände- rung
auf vgl. Basis1)
Absatz
Zement (Mio t)90.77594.1874%4%31.52533.1535%5%
Zuschlagstoffe (Mio t)207.799214.1443%2%79.74580.3091%-1%
Transportbeton (Mio cbm)35.05435.7052%1%12.25612.4832%1%
Asphalt (Mio t)6.9207.0712%2%2.8823.1158%8%
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse12.97312.825-1%1%4.5314.5200%1%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen2.3362.3963%6%9961.0091%2%
in % der Umsatzerlöse18,0%18,7%22,0%22,3%
Operatives Ergebnis1.5071.5855%10%7167383%4%

 

1) Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte sowie Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten
2015: 50 Mio € (Q1: 21 Mio €; Q2 29 Mio €)
2016: 17 Mio € (Q1: 17 Mio €)

18.900 Zeichen


Finanzkalender

Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
Fax: 
+49 6221 481 13217
HeidelbergCement AG
Berliner Straße 6
69120 Heidelberg
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