7. Mai 2015

HeidelbergCement veröffentlicht Q1 2015 Ergebnis

HeidelbergCement steigert Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal 2015 – Nettoverschuldung deutlich reduziert

  • Konzernumsatz um 12 % auf 2,8 Mrd € erhöht (i.V.: 2,5 Mrd €; auf vgl. Basis* +4 %)
  • Operatives Ergebnis vor Abschreibungen um 46 % auf 299 Mio € verbessert (i.V.: 205 Mio €; auf vgl. Basis* +29 %)
  • Margenverbesserung in allen Konzerngebieten
  • Deutliche Reduzierung der Nettoverschuldung auf 6,1 Mrd € durch Abschluss des Verkaufs des Bauproduktegeschäfts
  • Ausblick für 2015 bestätigt:
    • Positiver Ausblick für Weltwirtschaft; geopolitische und makroökonomische Risiken bleiben
    • Absatzwachstum für Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton erwartet
    • Deutliche Steigerung von Umsatz, operativem Ergebnis und Jahresüberschuss**
    • Erwirtschaften der Kapitalkosten
    • HeidelbergCement gut positioniert, um von der fortgesetzten Konjunkturerholung, insbesondere in den USA und Großbritannien, überproportional zu profitieren

 *Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte; **bereinigt um Einmaleffekte

Q1 Absatz profitiert von Markterholung in Nordamerika und Großbritannien

Die fortgesetzte Erholung der Bauwirtschaft in Nordamerika und Großbritannien hat zu einer insgesamt positiven Absatzentwicklung im ersten Quartal beigetragen. Im Konzerngebiet Nordamerika stieg der Absatz in sämtlichen Geschäftsbereichen. Besonders positiv war die Entwicklung bei Zement und Zuschlagstoffen in der Region Nord und in Kalifornien. In Europa lagen die Absatzzahlen annähernd auf dem Niveau des wetterbedingt sehr starken Vorjahresquartals. Während bei Zement die Vorjahreswerte nicht ganz erreicht wurden, konnte der Absatz bei Zuschlagstoffen, Transportbeton und Asphalt teilweise deutlich zulegen. Die Märkte in Afrika und Asien entwickelten sich insgesamt ebenfalls positiv. Ein Rückgang der Zementlieferungen in Indonesien, unter anderem aufgrund heftiger Regenfälle, konnte durch ein zweistelliges Wachstum in Afrika und eine Zunahme der Lieferungen in den anderen asiatischen Ländern mehr als ausgeglichen werden.

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns sank leicht um 0,8 % auf 16,8 (i.V.: 17,0) Mio t. Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten konzernweit mit 46,3 (i.V.: 44,3) Mio t ein Plus von 4,4 %. Die Transportbetonlieferungen nahmen um 1,9 % auf 7,9 (i.V.: 7,7) Mio cbm zu. Der Asphaltabsatz stieg um 2,6 % auf 1,6 (i.V.: 1,5) Mio t.

Umsatz und operatives Ergebnis deutlich erhöht

Der Konzernumsatz nahm im ersten Quartal 2015 deutlich um 12,4 % auf 2.835 (i.V.: 2.522) Mio € zu. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungs- und Währungseffekten betrug der Anstieg 3,6 %. Dies spiegelt vor allem die positive Absatzentwicklung in den Geschäftsbereichen Zuschlagstoffe und Transportbeton-Asphalt sowie erfolgreich durchgeführte Preiserhöhungen in wichtigen Märkten wider. Während positive Effekte aus den Veränderungen des Konsolidierungskreises mit 6 Mio € kaum ins Gewicht fielen, wirkte sich die Abschwächung des Euro gegenüber zahlreichen Währungen in Höhe von insgesamt 210 Mio € positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich deutlich um 94 Mio € oder 45,8% auf 299 (i.V.: 205) Mio €. Zu der positiven Ergebnisentwicklung haben neben Preiserhöhungen und der erfolgreichen Umsetzung der Programme zur Margenverbesserung, insbesondere im Bereich Zuschlagstoffe, auch rückläufige Kosten für Brenn- und Treibstoffe beigetragen. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls deutlich um 74 Mio € oder 183 % auf 115 (i.V.: 41) Mio €. Positive Wechselkurseffekte wirkten sich mit 25 Mio € auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen und mit 14 Mio € auf das operative Ergebnis aus.

„Das erste Quartal 2015 war operativ das Beste seit der Finanzkrise und hat damit den positiven Trend des Vorjahres fortgesetzt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Scheifele. „Maßgeblich dazu beigetragen haben die fortgesetzte Erholung in unseren reifen Märkten und das anhaltende Wachstum in Asien und Afrika. Operativ konnten wir die Margen in allen Konzerngebieten verbessern. Dazu haben neben Preiserhöhungen in Kernmärkten auch unsere Margenverbesserungsprogramme beigetragen. Darüber hinaus haben wir vom schwachen Euro und rückläufigen Kosten für Brenn- und Treibstoffe profitiert. Unsere Bilanzstruktur ist nach dem Verkauf des Bauproduktegeschäfts deutlich gestärkt und die Nettoverschuldung liegt unter dem Zielwert von 6,5 Mrd €.“

Das zusätzliche ordentliche Ergebnis nahm um 5 Mio € auf 16 (i.V.: 11) Mio € zu. Das Finanzergebnis hat sich nur leicht um 2 Mio € auf -158 (i.V.: -160) Mio € verbessert. Die Nettozinsaufwendungen konnten zwar deutlich um 34 Mio € gesenkt werden, allerdings haben Währungsverluste und ein rückläufiges sonstiges Finanzergebnis - beides infolge der Währungsturbulenzen in Russland, Ukraine, Kasachstan und Georgien - diese Einsparungen größtenteils kompensiert.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen stieg um 79 Mio € auf -33 (i.V.: -112) Mio €. Die Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich um 32 Mio € auf -34 (i.V.: -2) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen verbesserte sich damit auf -67 (i.V.: -114) Mio €. Das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen von -13 Mio € entfällt im Wesentlichen auf das Bauproduktegeschäft in Nordamerika und Großbritannien, das am 13. März 2015 veräußert wurde.

Insgesamt liegt der Fehlbetrag der Periode bei -80 (i.V.: -108) Mio €. Das anderen Gesellschaftern zustehende Ergebnis stieg um 4 Mio € auf 43 (i.V.: 39) Mio €. Der Anteil der Gruppe verbesserte sich demzufolge auf -123 (i.V.: -147) Mio €.

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag Ende des ersten Quartals 2015 bei 45.205 (i.V.: 45.901). Der Rückgang um 696 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Entwicklungen: Einerseits wurden rund 550 Stellen in einigen osteuropäischen Ländern, in Benelux, Norwegen, Indien und Malaysia im Zuge von Effizienzsteigerungen in Vertrieb und Verwaltung sowie Standortoptimierungen abgebaut. Weiterhin reduzierte sich die Mitarbeiterzahl um rund 1.200 Beschäftigte durch den Verkauf des russischen Zuschlagstoffunternehmens OAO Voronezhskoe Rudoupravlenije, eines weiteren Zuschlagstoffunternehmens in Indonesien und unserer Beteiligung an dem Zementunternehmen Cimgabon S.A. in Gabun sowie aufgrund weiterer Portfoliooptimierungen. Andererseits haben wir rund 150 neue Mitarbeiter in Wachstumsmärkten, insbesondere in Afrika, sowie bei HC Trading eingestellt. Fast 700 Beschäftigte kamen aufgrund der guten Nachfrageentwicklung in Großbritannien, Schweden, Deutschland und Australien hinzu. Darüber hinaus erhöhte sich unsere Mitarbeiterzahl um über 250 Beschäftigte durch Anteilsaufstockungen bei vier isländischen Beteiligungen, die bisher als assoziierte Unternehmen bilanziert wurden, sowie den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der kanadischen Cindercrete Products-Gruppe und eines Steinbruchs in Australien im Rahmen einer Asset-Deal-Transaktion.

Nettoverschuldung deutlich reduziert

Die Nettoverschuldung belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 6,1 Mrd € und lag damit deutlich um 1,74 Mrd € unter dem Ende des Vorjahresquartals. Zu dem signifikanten Schuldenabbau hat der am 13. März 2015 abgeschlossene Verkauf des Bauproduktegeschäfts mit einem Zahlungsmittelzufluss von 1,25 Mrd € wesentlich beigetragen. Der Verschuldungsgrad (Gearing) zum Ende des ersten Quartals verbesserte sich entsprechend auf 38,3 % (i.V.: 63,1 %). Der dynamische Verschuldungsgrad sank auf 2,6x und liegt damit im Zielbereich von unter 2,8x. Die Liquiditätsreserve erhöhte sich auf 4,4 Mrd €.

Die Rating-Agentur Moody’s hat Ende März den Ausblick für das Ba1 Rating von HeidelbergCement von stabil auf positiv angehoben. Die Veränderung des Ausblicks wurde mit der Erwartung an eine positive Entwicklung der Leistung und einen weiteren Abbau der Verschuldung durch HeidelbergCement verknüpft.

Ausblick für 2015 bestätigt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner jüngsten Prognose unverändert davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3,5% zulegen wird. Beschleunigend wirken dabei der fortgesetzte Anstieg des Wirtschaftswachstums in den USA und eine weitere Erholung der Wirtschaft in der Eurozone. Der deutliche Verfall des Ölpreises seit September 2014 wirkt als zusätzliches Konjunkturprogramm für erdölimportierende Länder. Die Wachstumsrate der Schwellenländer soll hingegen stagnieren, einerseits aufgrund des sich abschwächenden Wachstums in China und andererseits wegen eines schwächeren Ausblicks für rohstoffexportierende Länder. Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung des Ölpreises stellen einen zusätzlichen Risikofaktor für die Entwicklung der Weltwirtschaft dar. Dazu gehören weiterhin auch die Auswirkungen geldpolitischer Maßnahmen, insbesondere der amerikanischen Notenbank, auf Kapitalflüsse und Wechselkurse in den Schwellenländern sowie geopolitische Risiken aus den politischen Krisen und Konflikten im Nahen Osten sowie im Osten der Ukraine und in Russland.

In Nordamerika erwartet HeidelbergCement im Einklang mit dem IWF eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung und damit eine weitere Zunahme der Baustoffnachfrage. Dabei tragen neben dem Wohnungsneubau auch zunehmend Wirtschafts- und Infrastrukturbau zum Wachstum bei. In Osteuropa wird mit einer Fortsetzung der Marktstabilisierung und ersten Impulsen des neuen Infrastrukturprogramms der EU gerechnet. In Zentralasien gehen wir insgesamt von einem weiteren Anstieg der Baustoffnachfrage aus. Während die Krise im Osten der Ukraine Absatz und Ergebnis des Landes beeinträchtigt, gab es bisher noch keine wesentlichen Auswirkungen auf das operative Geschäft in Russland. Allerdings haben die Währungen beider Länder seit Beginn der Krise deutlich an Wert gegenüber dem Euro verloren. In West- und Nordeuropa wird eine positive Marktentwicklung erwartet. Diese basiert auf der Erholung in Großbritannien, der weiterhin robusten Konjunktur in Deutschland und einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Nordeuropa und Benelux. In den Märkten Asiens und Afrikas rechnet das Unternehmen unverändert mit einem anhaltenden Nachfragewachstum.

Aufgrund der positiven Nachfrageentwicklung und der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten geht HeidelbergCement insgesamt von steigenden Absatzzahlen für die Kernprodukte Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton aus.

HeidelbergCement erwartet für das Jahr 2015 eine leicht bis moderat steigende Kostenbasis für Energie aufgrund des prognostizierten Absatzwachstums, des Wegfalls von Subventionen für Strom und Treibstoffe in Indonesien und der Abschwächung des Euro. Für Rohstoffe und Personal wird unter anderem aufgrund der Abwertung des Euro ebenfalls mit einem moderaten Kostenanstieg gerechnet. Ziel ist es, diesen durch geeignete Maßnahmen auszugleichen und darüber hinaus die Margen in den Bereichen Zement und Zuschlagstoffe weiter zu verbessern. Zu diesem Zweck wird HeidelbergCement die beiden Preisinitiativen „PERFORM“ für den Zementbereich in den USA und Europa sowie „CLIMB Commercial“ für den Zuschlagstoffbereich unverändert fortsetzen. Ein weiterer Schwerpunkt für 2015 wird sein, die in den vergangenen Jahren erzielten Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen bei Zement und Zuschlagstoffen nicht nur nachhaltig zu sichern, sondern kontinuierlich weiter zu steigern. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 2014 das „Continuous Improvement Program“ (CIP) gestartet, das zudem eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsprozessen schaffen soll. Durch Prozessoptimierungen sollen bis Ende 2017 mindestens 120 Mio € an nachhaltigen Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Außerdem wird die Optimierung der Logistik im Rahmen des Programms „LEO“ fortgesetzt, um in einem Zeitraum von mehreren Jahren die Kosten um 150 Mio € zu senken.

Für 2015 erwartet HeidelbergCement einen deutlichen Rückgang der Finanzierungskosten aufgrund der spürbaren Rückführung der Nettoverschuldung durch den Mittelfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit und den Verkauf des Bauproduktegeschäfts.

Auf Basis dieser Annahmen hat sich der Vorstand das Ziel gesetzt, Umsatz, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss vor Einmaleffekten im Jahr 2015 deutlich zu steigern. Darüber hinaus soll HeidelbergCement 2015 seine Kapitalkosten verdienen.

„Die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal hat uns in unserem Ausblick für das Jahr 2015 bestärkt“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „Unsere strategischen Schwerpunkte bleiben weiterhin unverändert: Kostenführerschaft durch kontinuierliche Effizienzsteigerung, Rückführung der Verschuldung mit dem Ziel, unsere Bonität in den Investment-Grade-Bereich zu verbessern sowie gezielte Investitionen in Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten und in Rohstoffvorkommen zur Festigung unserer Weltmarktführerschaft bei Zuschlagstoffen.“

„Wir blicken zuversichtlich auf das Jahr 2015“, fährt Dr. Bernd Scheifele fort. „Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist positiv, aber es bestehen nach wie vor makroökonomische und insbesondere geopolitische Risiken. Wir werden weiterhin von der positiven Entwicklung in Nordamerika, Großbritannien, Deutschland und Nordeuropa profitieren. In diesen Ländern erzielen wir fast 50 % unseres Umsatzes. Der deutlich gesunkene Ölpreis und der schwächere Euro bedeuten für uns zusätzlichen Rückenwind. Mit unserer starken Aufstellung bei den Rohstoffreserven, unseren Betriebsstätten an attraktiven Standorten, der ausgezeichneten vertikalen Integration und unserem exzellenten Produktportfolio sind wir gut aufgestellt, um unsere Ziele zu erreichen.“

HeidelbergCement im Überblick

FinanzkennzahlenJanuar - März
Mio €20141)2015Veränderungauf vgl. Basis4)
Absatz
Zement (Mio t)16.98816.843-1%-1%
Zuschlagstoffe (Mio t)44.33046.2764%5%
Transportbeton (Mio cbm)7.7077.8572%2%
Asphalt (Mio t)1.5281.5683%3%
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse2.5222.83512%4%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen20529946%29%
in % der Umsatzerlöse8,1%10,6%
Operatives Ergebnis41115183%108%
Fehlbetrag der Periode-108-8025%
Anteil der Gruppe-147-12316%
Ergebnis je Aktie in € (IAS 33)2)-0,78-0,6516%
Kapitalflussrechnung und Bilanz
Mittelfluss aus operativer Geschäftstätigkeit-294-373-79
Zahlungswirksame Investitionen-248-18860
Nettoverschuldung3)7.8446.100-1.743
Gearing63,1%38,3%

1) Werte wurden angepasst (Cement Australia, aufgegebene Geschäftsbereiche, IAS 7.16)
2) Den Aktionären der HeidelbergCement AG zuzurechnen
3) Ohne andienbare Minderheiten
4) Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte

12.600 Zeichen


Finanzkalender

Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
Fax: 
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HeidelbergCement AG
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