4. Mai 2006

HeidelbergCement – Zwischenbericht Januar bis März 2006

- Auszug –

  • Konzernumsatz wächst deutlich um 29 %
  • Ergebnis im ersten Quartal signifikant verbessert
  • Markteintritt in Indien
  • Erste Umsetzungserfolge im Projekt „win“ führen zu spürbaren Effizienzsteigerungen

Überblick Januar – März 2006

Mio EUR20052006
Umsatz1.3551.744
Operativer Cashflow85190
Operatives Ergebnis-3564
Zusätzliches ordentliches Ergebnis-2122
Ergebnis aus Beteiligungen1127
Betriebsergebnis-44113
Ergebnis vor Steuern-9968
Jahresüberschuss/-fehlbetrag-9637
Anteil der Gruppe-10529
Investitionen140162

Der dynamische Auftakt der wirtschaftlichen Entwicklung stärkt das Vertrauen in die weltweiten Wachstumserwartungen. Risiken für den optimistischen Ausblick gehen jedoch vom anhaltend hohen Ölpreis und steigenden Zinsen aus.

Die Absatzentwicklung verlief bei HeidelbergCement im ersten Quartal zufriedenstellend. Nahezu in allen Ländern konnten deutliche Zuwächse erzielt werden. Die saisonalen Beeinträchtigungen waren in Europa und Nordamerika vergleichsweise schwächer als im Vorjahr. Insgesamt stieg der Zement- und Klinkerabsatz um 16,8 % auf 14,8 (i.V.: 12,7) Mio t. Bei unverändertem Konsolidierungskreis betrug der Zuwachs 12 %.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 28,7 % auf 1.744 (i.V.: 1.355) Mio EUR. Die stärksten Zuwächse erzielten Nordamerika, Asien, Europa – hier insbesondere Großbritannien, Norwegen und die osteuropäischen Länder – sowie die Türkei. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Konzernumsatz um 19,1 % zu.

Der operative Cashflow hat sich mit 190,1 (i.V.: 85,2) Mio EUR mehr als verdoppelt. Das operative Ergebnis verbesserte sich von –34,7 Mio EUR im Vorjahr auf 63,8 Mio EUR. Die höchsten Ergebnissteigerungen erzielte auch hier Nordamerika, gefolgt von Europa und Asien. Erste Einsparungen aus dem Projekt „win“, die neue transparente und flache Konzernorganisation sowie spürbare Effizienzsteigerungen tragen zur Verbesserung der Ergebnissituation bei.

Das Beteiligungsergebnis von 27,5 (i.V.: 11,3) Mio EUR ist maßgeblich durch unsere französische Beteiligung Vicat geprägt. Das Finanzergebnis verbesserte sich infolge reduzierter Zinsaufwendungen und günstiger Wechselkursentwicklung um 9,1 Mio EUR auf –45,1 (i.V.: -54,2) Mio EUR. Aufgrund der insgesamt erfreulichen Entwicklung stieg das Ergebnis vor Steuern auf 68,1 (i.V.: -98,7) Mio EUR. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag erhöhten sich um 33,2 Mio EUR auf 31,1 (i.V.: -2,2) Mio EUR. Dies ist insbesondere auf die positive Ergebnisentwicklung in Nordamerika zurückzuführen. Der Jahresüberschuss verbesserte sich auf 37,0 (i.V.: -96,5) Mio EUR. Der Anteil der Gruppe am Jahresüberschuss beträgt 29,3 (i.V.: -104,8) Mio EUR.

Markteintritt in Indien

Mit dem Abschluss eines 50:50 Joint Ventures im März 2006 hat HeidelbergCement zum ersten Mal seine Aktivitäten auf den indischen Subkontinent ausgedehnt. Zu dem Gemeinschaftsunternehmen gehört das Zementmahlwerk Indorama Cement Ltd. mit einer Kapazität von 750.000 t Zement, das die Großstädte Mumbai und Pune an der indischen Westküste beliefert. Außerdem betreibt das Unternehmen einen Verladeterminal in der Nähe von Mumbai. Gegenwärtig läuft auch das Genehmigungsverfahren für den Bau eines Klinkerwerks im indischen Bundesstaat Gujarat.

Mitarbeiter

Konzernweit waren bei HeidelbergCement in den ersten drei Monaten 41.069 (i.V.: 41.602) Mitarbeiter tätig. Die Abnahme um 533 Mitarbeiter resultiert maßgeblich aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa und Asien.

Investitionen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die zahlungswirksamen Investitionen im ersten Quartal um 22 Mio EUR auf 162 (i.V.: 140) Mio EUR gestiegen. Die Investitionen entfallen mit 96 (i.V.: 93) Mio EUR auf Sachanlagen und mit 66 (i.V.: 47) Mio EUR auf Finanzanlagen. Desinvestitionen in Höhe von 35 (i.V.: 26) Mio EUR und Veränderungen des Konsolidierungskreises in Höhe von 5 (i.V.: 9) Mio EUR führten zu einem Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit von insgesamt -122 (i.V.: -105) Mio EUR.

Straffung der Konzernstruktur

Im Rahmen der Maßnahmen zur Restrukturierung und organisatorischen Neuaufstellung des Konzerns, die 2005 initiiert wurden und hauptsächlich Europa betreffen, haben wir mit Beginn dieses Jahres auch die Konzernstruktur entsprechend gestrafft und die Berichtsform nach außen angepasst. HeidelbergCement berichtet ab 2006 nach folgenden Konzerngebieten: Europa, das die bisherigen Regionen Zentraleuropa-West und –Ost sowie West- und Nordeuropa umfasst, Nordamerika, Afrika-Asien-Mittelmeerraum (zum Mittelmeerraum gehören die Aktivitäten in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten), maxit Group sowie der Konzernservice, in dem unsere Handelsaktivitäten zusammengefasst sind.

Wachstum in Europa belebt sich

In Europa verstärken sich insgesamt die Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung. Die Prognosen für das laufende Jahr werden nach oben korrigiert.

Der Absatz hat sich in allen Ländern aufgrund der gestiegenen Nachfrage sowie auch durch Neukonsolidierungen meist deutlich verbessert. Die höchsten Zunahmen verzeichneten die osteuropäischen Länder, aber auch Deutschland, Norwegen, Großbritannien und das Baltikum. Insgesamt ist der Zement- und Klinkerabsatz in Europa um 23,3 % auf 6,3 (i.V.: 5,1) Mio t gestiegen. Bei unveränderter Vergleichsbasis belief sich der Anstieg auf 15,1 %. Der Absatz von Transportbeton und Zuschlagstoffen hat sich ebenfalls in fast allen Ländern gegenüber dem Vorjahreszeitraum teilweise deutlich erhöht.

Der Umsatz in Europa nahm in den ersten drei Monaten um 24,6 % auf 674 (i.V.: 541) Mio EUR zu. Bereinigt um Konsolidierungseffekte stieg er um 16,4 %.

Nordamerika mit weiteren deutlichen Zuwächsen

Das Wirtschaftsaktivitäten in den USA haben im ersten Quartal – wenngleich auf hohem Niveau – leicht nachgegeben. Die Bautätigkeit ist in unseren Marktgebieten in den USA und Kanada jedoch ungebrochen hoch, mit der Folge, dass der Zement- und Klinkerabsatz unserer Werke in den ersten drei Monaten um knapp 20 % auf 3,4 (i.V.: 2,8) Mio t gestiegen ist. Die hohe Nachfrage kann bei völlig ausgelasteten Produktionskapazitäten nur durch zusätzliche Importe gedeckt werden. Sie machen rund ein Viertel der Gesamtabsatzmenge aus und stammen zumeist aus anderen Konzernregionen. Die Lieferungen von Transportbeton und Zuschlagstoffen haben ebenfalls zugenommen, ein Teil davon ist allerdings auf Konsolidierungseffekte zurückzuführen.

Der Umsatz des Konzerngebiets Nordamerika erhöhte sich um 50,7 % auf 553 (i.V.: 367) Mio EUR.

Afrika-Asien-Mittelmeerraum entwickelt sich dynamisch

Die Wirtschaft entwickelte sich in den einzelnen Regionen differenziert; die stärksten Wachstumsimpulse kamen aus China und der Türkei.

Insgesamt erhöhte sich der Absatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,2 % auf 5,2 (i.V.: 4,8) Mio t. Ohne Einbeziehung der neuen Aktivitäten in China läge der Anstieg bei 4,0 %. Dazu trägt China mit einem Absatzplus von 32 % den stärksten Zuwachs des Konzerngebiets bei, gefolgt von der Türkei. Die Lieferungen unserer indonesischen Tochtergesellschaft Indocement blieben marktbedingt leicht hinter dem Vorjahr zurück. Die Absatzsituation war in den einzelnen afrikanischen Ländern im ersten Quartal sehr unterschiedlich; insgesamt konnten wir in Afrika aber einen Mengenzuwachs erzielen.

Der Umsatz des Konzerngebiets Afrika-Asien-Mittelmeerraum nahm insgesamt um 22 % auf 280 (i.V.: 230) Mio EUR zu.

Steigende Aktivitäten bei maxit Group

Die Märkte von maxit Group, darunter insbesondere die Länder Nordeuropas, entwickelten sich im ersten Quartal positiv. Die Lage in Deutschland ist zwar noch immer angespannt, aber mit neuem Management und dank umfangreicher Restrukturierungen soll in diesem Jahr der Umschwung erreicht werden. Maßnahmen zur Kostensenkung in Benelux, Frankreich und Portugal tragen erste Früchte. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten von maxit ist die schnellere Einführung und Vermarktung neuer Produkte und Konzepte in mehreren Ländern gleichzeitig.

Der Umsatz fast aller Länder – mit Ausnahme Deutschlands – ist in den ersten drei Monaten gestiegen. Insgesamt hat sich der Umsatz von maxit Group um 9 % auf 217 (i.V.: 199) Mio EUR erhöht.

Konzernservice

Das Handelsvolumen unserer Tochtergesellschaft HC Trading stieg im ersten Quartal um 14,7 % auf 3,1 (i.V.: 2,7) Mio t. Einen starken Zuwachs erfuhr insbesondere der Zementhandel. Über 60 % der Lieferungen von HC Trading gehen nach Nordamerika. Die restlichen Mengen werden in das Konzerngebiet Afrika-Asien-Mittelmeerraum geliefert.

Der Umsatz im Bereich Konzernservice, in dem auch unser Handel mit fossilen Brennstoffen enthalten ist, stieg aufgrund hoher Frachterlöse um 20,8 % auf 149 (i.V.: 123) Mio EUR.

Ausblick

Die wirtschaftlichen Auftriebskräfte haben sich zu Jahresbeginn verstärkt. Die Energiepreise und der US-Dollar-Kurs bleiben jedoch wesentliche Risikofaktoren. Die Entwicklung von HeidelbergCement im ersten Quartal 2006 hat unsere Einschätzung bestätigt, dass Umsatz und Ergebnis auch im Gesamtjahr zweistellig zunehmen werden. Strategische Akquisitionen wie der Eintritt in den indischen Markt verstärken unser Wachstumspotenzial.

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
Fax: 
+49 6221 481 13217
HeidelbergCement AG
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