4. August 2006

HeidelbergCement – Zwischenbericht Januar bis Juni 2006

– Auszug –

  • Konzernumsatz steigt um 22 %
  • Positiver Ergebnistrend bei operativem Cash flow (+52 %) und operativem Ergebnis (+93 %)
  • Ergebnisqualität durch Marktentwicklung und spürbare Effizienzsteigerungen deutlich verbessert
  • Markteintritt in Georgien und Ausbau der Marktpositionen in Indien und Russland
  • Zweistelliges Ergebniswachstum für Gesamtjahr bestätigt

Überblick Januar – Juni 2006

Mio EURApril - JuniJanuar - Juni
2005200620052006
Umsatz2.1422.5323.4984.276
Operativer Cashflow449624534814
Operatives Ergebnis325498291562
Zusätzliches ordentliches Ergebnis36391561
Ergebnis aus Beteiligungen42555382
Betriebsergebnis403592359705
Ergebnis vor Steuern342535244603
Jahresüberschuss235378138415
Anteil der Gruppe218346113375
Investitionen281142421304

Die weltwirtschaftliche Erholung hat an Breite gewonnen. Die USA, China und Indien wachsen weiterhin kräftig; auch in Europa haben sich Nachfrage und Produktion merklich belebt. Steigende Energiepreise, globale wirtschaftliche Ungleichgewichte, die Entwicklung des US-Dollarkurses und des US-Immobilienmarktes bleiben anhaltende Risiken.

Der Zement- und Klinkerabsatz stieg im ersten Halbjahr um 16 % auf 36,6 (i.V.: 31,5) Mio t. Bei unverändertem Konsolidierungskreis betrug der Zuwachs 10,8 %. Besonders lebhaft entwickelte sich die Nachfrage in den europäischen Ländern sowie im Konzerngebiet Afrika-Asien-Mittelmeerraum. In Nordamerika nahm der Absatz im zweiten Quartal auf insgesamt hohem Niveau nur noch leicht zu.

Der Transportbetonabsatz erhöhte sich insgesamt um knapp 14 % auf 14,2 Mio cbm; auch der Absatz von Zuschlagstoffen konnte mit einer Zunahme um 17,2 % auf 44,6 Mio t erfreulich gesteigert werden.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 22,3 % auf 4.276 (i.V.: 3.498) Mio EUR. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Konzernumsatz um 16,7 % zu. Alle wesentlichen Länder erreichten zweistellige Wachstumsraten.

Auch beim operativen Cashflow und operativen Ergebnis setzte sich die positive Entwicklung aus dem ersten Quartal fort. Der operative Cashflow stieg um 52,4 % auf 814 (i.V.: 534) Mio EUR. Das operative Ergebnis erhöhte sich im ersten Halbjahr auf 562 (i.V.: 291) Mio EUR. Die Ergebnissteigerungen sind zum einen auf die breite Erholung in den europäischen Ländern und auf das anhaltend hohe Nachfrageniveau in Nordamerika zurückzuführen. Gleichzeitig machen sich die positiven Effekte aus der konsequenten Umsetzung des Projektes „win“ deutlich bemerkbar. Klare Organisationsstrukturen, eine konsequente Führungsarbeit und flache Hierarchien mit kurzen Berichtswegen haben maßgeblich zur deutlich gesteigerten Produktivität, spürbar gesunkenen Verwaltungskosten und verlängerten Ofenlaufzeiten beigetragen.

Der Anstieg des Beteiligungsergebnisses auf 82 (i.V.: 53) Mio EUR ist wesentlich durch unsere französische Beteiligung Vicat beeinflusst. Im zusätzlichen ordentlichen Ergebnis von 61 (i.V.: 15) Mio EUR sind Verkäufe von CO2-Rechten enthalten. Die kontinuierliche Verringerung unserer spezifischen Kohlendioxid-Emissionen ist eines unserer vorrangigen Umweltschutzziele. Das Finanzergebnis hat sich bei verringertem Zinsaufwand verbessert. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind aufgrund der verbesserten Ergebnisentwicklung in allen Konzerngebieten auf 188 (i.V.: 106) Mio EUR gestiegen. Der Jahresüberschuss erreichte im ersten Halbjahr 415 (i.V.: 138) Mio EUR, wobei der Anteil der Gruppe auf 375 (i.V.: 113) Mio EUR stieg.

Expansionsstrategie fortgesetzt

HeidelbergCement hat in den vergangenen Monaten seine Expansion in Wachstumsmärkten fortgesetzt. Mit dem Markteintritt in Georgien und weiteren Investitionen in Russland erfolgten wichtige Schritte zum Aufbau einer starken Marktposition in Osteuropa und Zentralasien. Im Mai erwarben wir eine Beteiligung von 51 % an dem georgischen Zementunternehmen Kartuli Tsementi, das ein Mahlwerk mit einer Kapazität von 100.000 t betreibt; bis Anfang 2008 soll die Produktionskapazität des Werks auf 500.000 t erhöht werden. Im Juli unterzeichneten wir eine Vereinbarung über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an dem russischen Zementwerk Volsk in der Wolga-Region mit einer Kapazität von 210.000 t. Gemeinsam mit einem lokalen Partner werden wir die Produktionsanlagen modernisieren und bis Ende 2008 ein neues Zementwerk mit einer Kapazität von 2 Mio t errichten.

Darüber hinaus beabsichtigen wir, unsere Präsenz in Indien weiter auszubauen und die Mehrheit an dem Zementhersteller Mysore Cements zu übernehmen. Das Unternehmen mit Sitz in Bangalore betreibt zwei Zementwerke und ein Mahlwerk in Zentral- und Südindien mit einer Gesamtkapazität von 2,6 Mio t. Mysore Cements bietet eine gute Ausgangsposition für die Versorgung der sich rasch entwickelnden Märkte im westlichen Teil Indiens.

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl stieg im ersten Halbjahr auf 43.050 (i.V.: 42.055). Die Zunahme aus der Konsolidierung unserer Aktivitäten in Kasachstan und der Erweiterung in der Ukraine übertrafen die Abnahme aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa und Asien.

Investitionen

Die zahlungswirksamen Investitionen lagen im ersten Halbjahr bei 304 (i.V.: 421) Mio EUR. Die Sachanlageinvestitionen, die im Wesentlichen Erhaltungs- und Optimierungsmaßnahmen in unseren Zementwerken betreffen, beliefen sich auf 213 (i.V.: 208) Mio EUR. Die Finanzanlageinvestitionen verringerten sich auf 91 (i.V.: 213) Mio EUR. Unsere bereits veröffentlichten Expansionsschritte in Wachstumsmärkten werden sich erst im zweiten Halbjahr niederschlagen.

Europa mit kräftigem Zuwachs

Dank der gestiegenen Nachfrage und teilweise auch durch Neukonsolidierungen nahmen unsere Zementlieferungen im ersten Halbjahr in allen Ländern meist deutlich zu. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten die Länder Osteuropas mit Ausnahme von Tschechien. Deutschland, Schweden, Benelux und Großbritannien erzielten ebenfalls spürbare Absatzzuwächse. Insgesamt verbesserte sich unser Zement- und Klinkerabsatz in Europa um 20,7 % auf 17,8 (i.V.: 14,8) Mio t. Ohne Berücksichtigung der Neukonsolidierungen lag der Anstieg bei 12,4 %. Auch der Absatz von Transportbeton und Zuschlagstoffen entwickelte sich in fast allen Ländern mit meist beträchtlichen Zuwächsen positiv.

Der Umsatz des Konzerngebiets Europa nahm um 21,5 % auf 1.868 (i.V.: 1.537) Mio EUR zu.

Nordamerika weiter auf hohem Niveau

In unseren Marktgebieten wird die Baunachfrage in den USA vor allem vom Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau und in Kanada vom Wohnungsbau gestützt. Der Zement- und Klinkerabsatz unserer Werke lag im ersten Halbjahr mit 7,4 (i.V.: 6,8) Mio t um 8,8 % über dem Vorjahresniveau. Bei voll ausgelasteten Produktionskapazitäten konnte der Absatz im zweiten Quartal noch leicht gesteigert werden. Rund ein Viertel der Gesamtabsatzmenge wird aus anderen Konzerngebieten importiert. Die Lieferungen von Transportbeton und Zuschlagstoffen haben ebenfalls zugenommen, ein Teil davon ist allerdings auf Konsolidierungseffekte zurückzuführen.

Der Umsatz des Konzerngebiets Nordamerika erhöhte sich um 32,2 % auf 1.205 (i.V.: 912) Mio EUR.

Hohe Dynamik im Konzerngebiet Afrika-Asien-Mittelmeerraum

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerngebiets Afrika-Asien-Mittelmeerraum nahm im ersten Halbjahr um insgesamt 14,1 % auf 11,4 (i.V.: 10,0) Mio t zu. Ohne den Konsolidierungseffekt aus der Einbeziehung des neuen Joint Venture Fufeng in China belief sich der Anstieg auf 9,7 %. China verzeichnete mit einem bereinigten Absatzplus von knapp 47 % das größte Wachstum, gefolgt von Bangladesh und der Türkei. Unsere indonesische Tochtergesellschaft Indocement konnte die Nachfrageschwäche bei Zement durch verstärkte Klinkerexporte mehr als ausgleichen. Im türkischen Werk Çanakkale wurde Mitte Juni der Grundstein für eine zweite Produktionslinie gelegt. Damit wird die Klinkerkapazität unseres Joint Venture Akçansa auf 5,7 Mio t und die Zementmahlkapazität auf 9 Mio t steigen. In unseren afrikanischen Ländern war die Absatzsituation uneinheitlich, insgesamt lagen die Lieferungen jedoch leicht über dem Vorjahresniveau.

Der Umsatz des Konzerngebiets Afrika-Asien-Mittelmeerraum verbesserte sich um 23,3 % auf 611 (i.V.: 496) Mio EUR.

Gute Entwicklung bei maxit Group

Im ersten Halbjahr 2006 haben sich die meisten Märkte von maxit Group, darunter vor allem die nordeuropäischen Länder, gut entwickelt. Die Lage in Deutschland, dem größten Markt des Unternehmens, ist noch nicht zufriedenstellend. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen werden sich bereits im laufenden Jahr unter der neuen Geschäftsführung niederschlagen. Umsätze und Ergebnisse der letzten Monate bestätigen diese Erwartung. In Benelux und Portugal konnten die Ergebnisse durch Kostenabbau verbessert werden; die Restrukturierungsmaßnahmen in Italien werden sich in der zweiten Jahreshälfte auswirken. Angesichts steigender Rohstoff- und Brennstoffpreise ist die Kostenoptimierung weiterhin im Managementfokus. Verstärkt wollen wir innovative Produkte und Verfahren schneller in mehreren Ländern gleichzeitig einführen.

Der Umsatz von maxit Group ist in den ersten sechs Monaten um 6,3 % auf 562 (i.V.: 529) Mio EUR gestiegen.

Konzernservice

Das Handelsvolumen unserer Tochtergesellschaft HC Trading wuchs im ersten Halbjahr deutlich um 16,1 % auf 6,8 (i.V.: 5,9) Mio t. Rückgänge bei Trockenmörtel und verwandten Materialien konnten durch das beträchtlich gestiegene Zement- und Klinkerhandelsvolumen mehr als ausgeglichen werden.

Der Umsatz im Bereich Konzernservice, der auch unseren Handel mit fossilen Brennstoffen umfasst, stieg um 19,3 % auf 334 (i.V.: 280) Mio EUR.

Ausblick

Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben 2006 trotz zunehmender Volatilität der Finanzmärkte und der Spannungen auf den Ölmärkten positiv. Für den weiteren Verlauf wird eine leichte Abschwächung prognostiziert. Die Risiken aus der Entwicklung der Energiepreise, des US-Dollarkurses und des US-Immobilienmarktes sind anhaltend hoch. Die Entwicklung von HeidelbergCement hat sich im zweiten Quartal weiter verbessert, so dass wir unsere Prognose für das Gesamtjahr – zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis – bekräftigen. Bei der Umsetzung unseres Projekts „win“ machen wir gute Fortschritte. Wir werden im Jahr 2006 die Effizienz im Unternehmen deutlich steigern. Die daraus resultierende spürbare Verbesserung der Ertragskraft schafft eine solide Basis für unsere Wachstumsstrategie.

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
Fax: 
+49 6221 481 13217
HeidelbergCement AG
Berliner Straße 6
69120 Heidelberg
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