24. Oktober 2008

HeidelbergCement sieht Zementstandorte in Europa durch EU-Pläne zum Emissionshandel gefährdet

In den kommenden Wochen werden auf europäischer Ebene die entscheidenden Weichen zur Ausgestaltung des Emissionshandels in Europa ab 2013 gestellt. HeidelbergCement, der drittgrößte Zementhersteller weltweit, betreibt 36 Werke in der Europäischen Union und ist mit 12 Werken in Deutschland Marktführer.

HeidelbergCement hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung seiner CO2-Emissionen gemacht. Das Ziel, die Emissionen pro Tonne Zement bis 2010 gegenüber 1990 um 15 % zu reduzieren, wurde bereits 2007 mit einem Rückgang um 18 % in Deutschland und 20 % in Europa übertroffen. Durch den Einsatz innovativer Technologie zählen die europäischen Werke im Hinblick auf die CO2-Reduktion zu den weltweit effizientesten Standorten. Diese Technik wird auf alle Zementwerke im gesamten Konzern übertragen.

Die Pläne der EU-Kommission für die 3. Handelsperiode des Emissionshandels ab 2013 bedrohen die Existenz der Zementwerke in der EU. Gutachten von McKinsey und Boston Consulting Group berechnen, dass im Jahr 2020 eine Vollversteigerung der Emissionszertifikate, je nach Höhe der Zertifikatspreise und Transportkosten, die Wettbewerbsfähigkeit von 50 % bis 100 % der deutschen bzw. europäischen Zementkapazitäten massiv bedrohen.

Für HeidelbergCement bedeutet der worst case – die Vollversteigerung von Emissionsrechten ab 2013 – eine Zusatzbelastung von 920 Mio EUR pro Jahr. „Wenn wir gezwungen wären z.B die deutschen Werke zu schließen, könnten wir dies mit dem Neubau von zwei leistungsfähigen Produktionsanlagen in China mit einem Investitionsvolumen von 300 Mio EUR ausgleichen“, erklärt Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement. „Die Kostenvorteile Chinas würden sich durch die CO2-Belastung nahezu verdoppeln, so dass eine wettbewerbsfähige Inlandsproduktion in Europa nicht mehr möglich ist. Die Versorgung europäischer Märkte wäre durch Standorte außerhalb der EU und ein leistungsfähiges Handelsnetzwerk machbar.“ Heinz Schirmer, stellvertretender Aufsichtsrats-vorsitzender von HeidelbergCement warnt: „Für unsere 1.500 Mitarbeiter im Zementbereich in Deutschland bedeutet das eine reale Bedrohung ihrer Arbeitsplätze. In unseren europäischen Zementwerken stehen sogar 8.200 Arbeitsplätze auf dem Spiel.“

„Ein wirtschaftlicher Zwang zur Standortverlagerung schützt nicht, sondern schadet dem Klima und gefährdet die Zukunftsfähigkeit einer wichtigen Grundstoffindustrie in der EU“, meint auch Dr. Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer der deutschen Zementverbände, „denn in der Gesamtbetrachtung führt eine Versteigerung zu einem deutlich höheren CO2-Ausstoß weltweit.“

Der Absatz von HeidelbergCement belief sich im Jahr 2007 in Deutschland auf 8 Mio t. In China steigen die Kapazitäten mit zwei im Bau befindlichen Anlagen auf 14 Mio t. In Indonesien verfügt das Unternehmen über küstennah gelegene Kapazitäten von 13 Mio t.

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Andreas Schaller

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