10. Februar 2010

HeidelbergCement berichtet vorläufige Zahlen für das Jahr 2009

  • Umsatz erreicht 11,1 Mrd EUR
  • Operatives Ergebnis vor Abschreibungen (OIBD) bei 2,1 Mrd EUR
  • Q4 Ergebnis durch schlechtes Wetter beeinflusst
  • Goodwill Abschreibung von 404 Mio EUR erwartet
  • Solide Finanzierungsstruktur für 2010
  • Zusätzliche Einsparungen von 300 Mio EUR in 2010 geplant

HeidelbergCement hat heute vorläufige und nicht testierte Zahlen zu Absatz, Umsatz, operativem Ergebnis (OI) und operativem Ergebnis vor Abschreibungen (OIBD) für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2009 vorgelegt. Diese Geschäftszahlen sind aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Bautätigkeit im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Umsatzrückgang in den Industriestaaten in Nordamerika und Europa hat sich allerdings im zweiten Halbjahr abgeschwächt, infolge zunehmender Investitionen in Infrastruktur und einer Bodenbildung beim privaten Wohnungsbau und trotz eines weiteren Rückgangs im Wirtschaftsbau. Schlechte Wetterbedingungen im vierten Quartal haben eine bessere Entwicklung in Nordamerika und Europa verhindert. Im Gegensatz dazu hat sich der Umsatz in den Wachstumsmärkten in Asien stabilisiert und die Ergebnisse sind dank einer Markterholung und Rückkehr zu beschleunigtem Wachstum gestiegen.

„Wir haben frühzeitig und konsequent die Kosten im Krisenjahr 2009 gesenkt und dadurch erfolgreich unsere operativen Margen vor dem deutlichen Umsatzrückgang geschützt. Unsere ursprünglichen Kostensenkungsziele haben wir deutlich übertroffen und insgesamt 550 Mio EUR an Einsparungen in 2009 realisiert“, sagte Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement. „Während für die Weltwirtschaft eine Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2010 prognostiziert wird, erwarten wir weiterhin eine nur zögerliche Erholung der Bauindustrie in den Industriestaaten. Aus diesem Grund werden wir unser erfolgreiches Kostensenkungsprogramm fortsetzen und planen zusätzliche Einsparungen in Höhe von 300 Mio EUR im Jahr 2010.“

Vorläufige Konzernkennzahlen

Januar - DezemberOktober - Dezember
Mio EUR20082009%20082009%
Umsatz14.18711.117-21,6%3.3782.726-19,3%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen2.9462.102-28,6%784496-36,8%
in % des Umsatzes20,8%18,9%23,2%18,2%
Operatives Ergebnis2.1471.317-38,6%575290-49,6%
Absatz
Zement/Klinker/Hüttensand (Mio t)8979,3-10,9%20,520,1-2,1%
Zuschlagstoffe (Mio t)299,5239,5-20,0%70,660,8-13,8%
Transportbeton (Mio m³)44,435-21,2%10,78,8-17,3%
Asphalt (Mio t)12,110-17,2%3,82,4-35,9%

Umsatz und Ergebnis des Gesamtjahrs 2009 und des vierten Quartals wurden durch Wechselkurseffekte negativ beeinflusst, insbesondere durch den Wertverlust europäischer Währungen gegenüber dem Euro aber auch durch Wechselkursschwankungen des US-Dollars. Bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte ist der Umsatz für das Gesamtjahr nur um 19,4 % und das OIBD nur um 26,1 % gegenüber 2008 zurückgegangen. Der Rückgang von Umsatz und OIBD im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr lag bei nur 11,7 % bzw. 34,0 %.

Die Abnahme von Umsatz und Absatz hat sich unterstützt durch die solide Entwicklung in Asien im vierten Quartal weiter verlangsamt. Bereinigt um Konsolidierungseffekte hat sich der Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton im vierten Quartal um 6,0 %, 15,9 % bzw. 12,2 % verringert; das Asphaltvolumen stieg sogar um 5,8 % gegenüber dem Vorjahr. Ursache für den operativen Anstieg ist die Dekonsolidierung der Asphaltgeschäfte in Singapur und Australien nach deren Verkauf.

HeidelbergCement hat seine Kapazitäten und Kosten weiter konsequent an die schwache wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere in Nordamerika angepasst. Ende 2009 waren 53,963 Mitarbeiter bei HeidelbergCement beschäftigt, etwa 1.800 weniger als Ende September 2009 und fast 7.000 weniger im Vergleich zum Vorjahresende.

Europa

Januar - DezemberOktober - Dezember
Mio EUR20082009%20082009%
Umsatz7.1905.300-26,3%1.5801.294-18,1%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen1.627999-38,6%419223-46,8%
in % des Umsatzes22,6%18,8%26,5%17,2%
Operatives Ergebnis1.223622-49,1%316118-62,8%
Absatz
Zement/Klinker/Hüttensand (Mio t)43,235,3-18,4%9,88,1-17,4%
Zuschlagstoffe (Mio t)125,1103,2-17,5%29,828,3-4,9%
Transportbeton (Mio m³)24,119,2-20,4%5,74,9-13,6%
Asphalt (Mio t)4,64,2-8,4%1,41-26,6%

Umsatz und Ergebnis in Europa wurden am stärksten durch Wechselkursschwankungen beeinträchtigt. Bereinigt um Währungseffekte sind Umsatz, OIBD und operatives Ergebnis nur um 19,9 %, 32,7 % bzw. 43,9 % zurückgegangen.

Insgesamt hat sich der Rückgang des Absatzes und des Umsatzes in Europa weiter abgeschwächt, allerdings entwickelten sich einzelne Länder sehr unterschiedlich. Die Wirtschaftskrise hat die Absatzentwicklung in weiten Teilen Osteuropas negativ beeinflusst, insbesondere in Russland, Georgien und der Ukraine. Der Absatz von Zuschlagstoffen in Großbritannien wurde durch die anhaltende Schwäche des öffentlichen Bausektors beeinträchtigt und Asphaltlieferungen gingen aufgrund auslaufender Straßenbauprojekte zurück. In Westeuropa stiegen die Durchschnittspreise für Zement im Vergleich zum Vorjahr leicht an.

Bereinigt um Konsolidierungseffekte sind die Absatzzahlen für Zuschlagstoffe um 14,8 % und für Asphalt um 9,4 % im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Nordamerika

Januar - DezemberOktober - Dezember
Mio EUR20082009%20082009%
Umsatz3.9582.892-27,0%959614-35,9%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen662334-49,6%18653-71,4%
in % des Umsatzes16,7%11,5%19,4%8,7%
Operatives Ergebnis40676-81,4%116-4-103,1%
Absatz
Zement/Klinker/Hüttensand (Mio t)13,610,1-25,9%32,3-22,8%
Zuschlagstoffe (Mio t)134,6102,1-24,2%29,423,9-18,8%
Transportbeton (Mio m³)95,7-37,3%1,81,2-32,4%
Asphalt (Mio t)43,5-11,0%0,90,95,6%

Nordamerika verzeichnete von allen Konzerngebieten im Jahr 2009 die größten Einbußen bei Umsatz und operativem Ergebnis. Bereinigt um Wechselkursschwankungen ist der Umsatz für das Gesamtjahr um 30,8 %, für das vierte Quartal jedoch nur um 26,4 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Im vierten Quartal 2009 hat sich der Rückgang der Absatzzahlen für Zuschlagstoffe, Zement und Transportbeton, wenn auch abgeschwächt, fortgesetzt; am geringsten waren die Absatzeinbußen im Nordosten der USA. Die Absatzzahlen für Asphalt nahmen hingegen um 5,6% zu und spiegeln damit die gestiegenen Aktivitäten im Straßenbau wieder.

Asien-Australien-Afrika

Januar - DezemberOktober - Dezember
Mio EUR20082009%20082009%
Umsatz2.9432.867-2,6%834812-2,6%
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen63674116,6%17221826,7%
in % des Umsatzes21,6%25,8%20,7%26,9%
Operatives Ergebnis49759119,0%13617428,6%
Absatz
Zement/Klinker/Hüttensand (Mio t)32,2345,6%7,89,824,9%
Zuschlagstoffe (Mio t)39,834,2-14,0%11,48,6-24,2%
Transportbeton (Mio m³)11,310,1-10,1%3,22,7-15,1%
Asphalt (Mio t)3,62,3-35,3%1,50,5-67,7%

Der Umsatz in der Region Asien-Australien-Afrika blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Höhere Absatzzahlen bei Zement und steigende Preise haben den Mengenrückgang bei Zuschlagstoffen, Transportbeton und Asphalt nahezu ausgeglichen. Der Anstieg der Zementvolumen war hauptsächlich die Folge gestiegener Nachfrage und erhöhter Produktionskapazitäten in China sowie der Markterholung in Indonesien in der zweiten Jahreshälfte 2009. OIBD und operatives Ergebnis erhöhten sich um 16,6 % bzw. 19,0 % im Vergleich zum Vorjahr infolge verbesserter Produktivität und gestiegener Preise.

Bereinigt um Konsolidierungseffekte sind der Zuschlagstoff- und Transportbetonabsatz im vierten Quartal 2009 nur um 12,0 % bzw. 1,0 % gesunken. Der Absatz von Asphalt nahm um Konsolidierungseffekte bereinigt sogar um 40,1 % zu; Zement- und Klinkervolumen hingegen nur um 14,6 %. Ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten wäre der Umsatz im vierten Quartal 2009 um 15,2 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die operative Zunahme des Umsatzes und der Absatzmengen im vierten Quartal spiegeln das beschleunigte Wachstum in der Region wieder.

Goodwill-Abschreibung

Laut vorläufiger Zahlen erwartet HeidelbergCement im vierten Quartal eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 404 Mio EUR für das Geschäftsjahr 2009. Die Abschreibung bezieht sich hauptsächlich auf den Geschäftsbereich Bauprodukte in Nordamerika und die Geschäftstätigkeit in Spanien und ist auf die schwache Entwicklung insbesondere des privaten Wohnungsbaus in diesen Regionen zurückzuführen.

Solide Finanzierungsstruktur für 2010

HeidelbergCement hat bereits im Januar erfolgreich Euroanleihen in einem Gesamtvolumen von 1,4 Mrd EUR begeben. Mit dem Mittelzufluss hat das Unternehmen seine Fälligkeitsstruktur weiter optimiert und die Bankenverschuldung weiter abgebaut. Das Unternehmen beginnt das Jahr 2010 mit einer soliden Finanzierungsstruktur und sieht sich in einer guten Ausgangslage, um seine Kreditlinien mit besseren Konditionen und ausgewählten Banken neu zu verhandeln.

Die vollständigen Jahresergebnisse gibt HeidelbergCement am 18. März 2010 bekannt.

Ausblick auf 2010

HeidelbergCement erwartet weiterhin eine langsame Erholung der Weltwirtschaft mit unterschiedlichen Entwicklungen in Wachstumsmärkten und Industriestaaten. Das Unternehmen erwartet, dass die Erholung in Europa weiterhin zögerlich verläuft und Konjunkturpakete, insbesondere in den USA, ihre volle Wirkung erst im Laufe des Jahres 2010 entfalten werden. Zeitliche Entwicklung und Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2010 sind derzeit noch schwer abzuschätzen, ein Trend sollte aber bis Mitte des Jahres erkennbar werden. In Asien wird beschleunigtes Wachstum für China, Indien, Indonesien, Malaysia und Australien erwartet.

„Die Bauindustrie in den Industriestaaten ist derzeit noch schwach. Daher werden wir unser erfolgreiches Kostensparprogramm im Jahr 2010 unter dem Namen FitnessPlus 2010 fortsetzen und planen zusätzliche Einsparungen von 300 Mio EUR“, erklärt Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement. „Wir konzentrieren uns unverändert auf Cashflow und stabile Margen, um unsere Verschuldung weiter abzubauen und unsere Finanzkennzahlen weiter zu verbessern.“

Aufgrund seiner starken Marktpositionen in Nordamerika und Europa sieht sich HeidelbergCement in einer guten Ausgangslage, um von Konjunkturpaketen oder einer generellen Markterholung in diesen Regionen überproportional zu profitieren.

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
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