30. Juli 2010

HeidelbergCement veröffentlicht Q2 2010 Ergebnis

HeidelbergCement steigert Umsatz und operatives Ergebnis – Zement-, Beton- und Zuschlagstoffabsatz legen zu

Highlights Q2 2010 und Ausblick:

  • Tiefpunkt überwunden: Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton steigt im Vergleich zum Vorjahr
  • Umsatz bei 3,3 Mrd EUR (+9,5% im Vergleich zum Vorjahresquartal)
  • Operatives Ergebnis bei 492 Mio EUR ( +10,4% im Vergleich zum Vorjahresquartal)
  • Konzernüberschuss von 166 Mio EUR beinhaltet 101 Mio EUR Aufwendungen für Restrukturierung und Refinanzierung
  • Kostensparprogramm „FitnessPlus 2010“ läuft nach Plan
  • Liquiditäts- und Fälligkeitenprofil durch Emission einer neuen Euroanleihe weiter verbessert
  • Anhaltendes Wachstum in Asien-Pazifik, Afrika-Mittelmeerraum und Nordamerika erwartet
  • Fokus auf Reduzierung der Verschuldung und gezielten Ausbau von Zementkapazitäten in Wachstumsregionen

Überblick Januar - Juni 2010

April-JuniJanuar-Juni
Mio EUR2009201020092010
Umsatzerlöse3.0113.2965.3705.476
Operatives Ergebnis vor Abschreibungen635693836865
in % der Umsatzerlöse21,1%21,0%15,6%15,8%
Operatives Ergebnis446492457474
Zusätzliches ordentliches Ergebnis44-3747-51
Ergebnis aus Beteiligungen266204
Betriebsergebnis516461524427
Ergebnis vor Steuern35724116223
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen36717432817
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen-3-7-10-12
Überschuss der Periode3641663185
Anteil der Gruppe333120270-79
Investitionen141169290292

Q2 Absatz profitiert von Erholung in Nordamerika

Während die Entwicklung von HeidelbergCement im ersten Quartal 2010 nicht nur von konjunkturellen Faktoren, sondern in erheblichem Umfang auch von dem lang anhaltenden Winterwetter geprägt war, hat sich die Nachfrage nach unseren Baustoffen im zweiten Quartal deutlich belebt. Dank anhaltendem Wachstum in Asien-Pazifik und Afrika sowie sich erholenden Märkten in Nordamerika lagen die Absatzmengen für Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton im zweiten Quartal über dem Vorjahresquartal. In Nordamerika entfalten die Infrastrukturprogramme ihre Wirkung und in West- und Nordeuropa erholt sich die Nachfrage und überstieg für Zuschlagstoffe und Transportbeton das Vorjahresniveau. In der Region Osteuropa-Zentralasien lagen die Absatzzahlen zwar weiterhin unter dem Vorjahresquartal, die Rückgänge reduzierten sich jedoch merklich. Die Einbußen wurden durch das Wachstum in den anderen Regionen deutlich überkompensiert.

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns nahm im zweiten Quartal um 1,2 % auf 21,9 (i.V.: 21,6) Mio t zu. Am größten war der Beitrag des Konzerngebiets Asien-Pazifik, gefolgt von Nordamerika und Afrika-Mittelmeerraum. In Asien profitierte HeidelbergCement von seiner starken Position in Indonesien; das Geschäft in Nordamerika wurde insbesondere von der Nachfrage in Kanada und dem Norden der Vereinigten Staaten getrieben. Während die Volumen in Osteuropa-Zentralasien noch deutlich rückläufig waren, erreichten diese in West- und Nordeuropa fast wieder Vorjahresniveau. Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten mit 68,0 (i.V.: 63,7) Mio t ein Plus von 6,7 %, bereinigt um Konsolidierungseffekte eine Zunahme von 2,8 %. Für den Anstieg wesentlich verantwortlich war die bessere Nachfrage in Nordamerika und in West- und Nordeuropa aufgrund der laufenden Infrastrukturprogramme. Die Transportbetonlieferungen legten um 3,6 % auf 9,5 (i.V.: 9,2) Mio cbm zu. Bereinigt um Konsolidierungseffekte nahm der Asphaltabsatz um 6,6 % auf 2,4 Mio t ab.

Im ersten Halbjahr nahm der Zement- und Klinkerabsatz leicht um 1,6 % auf 37,1 (i.V.: 37,7) Mio t ab. Die Zuschlagstofflieferungen lagen stabil bei 108,3 Mio t. Die Transportbetonlieferungen nahmen um 2,0 % auf 16,4 (i.V.: 16,8) Mio t ab und der Asphaltabsatz verringerte sich um 15,4 % auf 3,7 (i.V.: 4,4) Mio t.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um 9,5 % auf 3.296 (i.V.: 3.011) Mio EUR. Bis auf Osteuropa-Zentralasien verbesserten sich die Umsätze in allen Regionen. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um 0,8 % zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen erhöhte sich um 9,3 % auf 693 (i.V.: 635) Mio EUR. Das operative Ergebnis stieg auf 492 (i.V.: 446) Mio EUR.

„Aufgrund der verbesserten Entwicklung in unseren Kernmärkten und der erfolgreichen Fortsetzung unserer Sparprogramme konnten wir im zweiten Quartal Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr steigern“, erläutert Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele. „Wir haben darüber hinaus unsere Liquidität und unser Fälligkeitenprofil weiter verbessert. Unser „FitnessPlus 2010“-Programm liegt weiterhin im Plan und erzielte im ersten Halbjahr Einsparungen von 124 Mio EUR.“

Das Finanzergebnis des zweiten Quartals wurde durch die Refinanzierungsmaßnahmen beeinträchtigt und ging um 61,2 Mio EUR auf -220,5 (i.V.: -159,3) Mio EUR zurück. Dies ist im Wesentlichen auf Einmaleffekte in Höhe von 57,8 Mio EUR im Zusammenhang mit der Ablösung des syndizierten Kredits vom Juni 2009 zurückzuführen. Das zusätzliche ordentliche Ergebnis verringerte sich um 81,0 Mio EUR auf -36,5 (i.V.: +44,5) Mio EUR. Ursache für den Rückgang sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 43 Mio EUR. Darüber hinaus enthielt das Vorjahresquartal Erträge aus dem Verkauf von Anteilen an dem indonesischen Joint Venture Indocement.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen beläuft sich auf 240,9 (i.V.: 356,8) Mio EUR. Die Steueraufwendungen im zweiten Quartal 2010 betrugen 67,0 Mio EUR. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde ein Ertrag von 10,2 Mio EUR verzeichnet. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer im Vorjahr aufgelösten Rückstellung für Steuerrisiken in Australien und Großbritannien. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen beträgt damit 173,9 (i.V.: 367,0) Mio EUR.

Insgesamt ging der Konzernüberschuss im zweiten Quartal um 54 % auf 166,5 (i.V.: 364,2) Mio EUR zurück. Bereinigt um Sondereffekte in beiden Perioden ergibt sich eine Verbesserung um 7 %. Der Anstieg des anderen Gesellschaftern zustehenden Ergebnisses um 15,1 Mio EUR auf 46,4 (i.V.: 31,2) Mio EUR ist insbesondere auf die verbesserte Ergebnissituation sowie die veränderte Beteiligungssquote bei Indocement zurückzuführen. Der Anteil der Gruppe beläuft sich demzufolge auf 120,1 (i.V.: 333,0) Mio EUR.

Im ersten Halbjahr stieg der Konzernumsatz um 2,0 % auf 5.476 (i.V.: 5.370) Mio EUR. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um 3,8 % ab. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 3,4 % auf 865 (i.V.: 836) Mio EUR und das operative Ergebnis stieg um 3,7 % auf 474 (i.V.: 457) Mio EUR. Der Konzerüberschuss für das erste Halbjahr liegt bei 4,6 (i.V.: 318,3) Mio EUR und der Anteil der Gruppe beläuft sich auf -78,7 (i.V.: 270,0) Mio EUR.

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag Ende des zweiten Quartals 2010 bei 53.572 (i.V.: 56.811). Die Abnahme um 3.239 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus den mit Personalabbau verbundenen Standortoptimierungen und Kapazitäts-anpassungen vor allem in Nordamerika und Großbritannien.

Fälligkeitenstruktur und Liquidität weiter verbessert

Durch die Platzierung einer neuen Euroanleihe am 22. Juni 2010 (Abrechnung am 1. Juli) mit einem Emissionsvolumen von 650 Mio EUR und einer Laufzeit bis 15. Dezember 2015 hat HeidelbergCement seine Fälligkeitenstruktur weiter verbessert und die Liquidität erhöht. Am Ende des zweiten Quartals lag die Liquidität bei 2.874 Mio EUR und stieg durch die Anleihe-Emission pro forma auf 3.524 Mio EUR. Die Nettoverschuldung nahm im Vergleich zum Vorquartal um etwa 100 Mio EUR auf 9.066 Mio EUR zu. Ursache dafür sind im Wesentlichen Wechselkurseffekte und ein leichter Anstieg des Working Capital; beides konnte nur teilweise durch einen positiven Zahlungsmittelfluss kompensiert werden. Gegenüber dem 30. Juni 2009 ging die Nettoverschuldung um 2,2 Mrd EUR zurück. Der Anstieg des US-Dollar Wechselkurses gegenüber dem Euro führte auch zu einer Erhöhung des Eigenkapitals und einer Verbesserung der Eigenkapitalquote von 43,5 % Ende März auf 44,6 % Ende Juni 2010. Die Verschuldungsquote (Gearing) verbesserte sich dadurch von 77,7 % Ende März auf 71,0 % Ende Juni 2010.

Ausblick

Für das laufende Jahr haben OECD und IWF die Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum aufgrund der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr angehoben. Die Entwicklungsdynamik ist dabei weiterhin regional deutlich unterschiedlich ausgeprägt. In Asien wird mit einer Fortsetzung des Wachstums gerechnet, auch wenn sich die Steigerungsraten in China in der zweiten Jahreshälfte leicht abschwächen sollen. Die Wirtschaftsaktivität in Westeuropa und Nordamerika hat sich nach dem strengen und lang anhaltenden Winter deutlich belebt, während Osteuropa noch mit der Krise zu kämpfen hat. Bei allen Prognosen bestehen aufgrund der teilweise hohen Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung in einzelnen Ländern noch Unsicherheiten bezüglich der Stärke und des zeitlichen Verlaufs der weiteren Wirtschaftserholung.

HeidelbergCement erwartet weiterhin eine spürbar positive Geschäftsentwicklung in den Konzerngebieten Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum. In Nordamerika wird basierend auf den deutlich gestiegenen Förderausgaben für den Straßenbau mit einer Fortsetzung der Erholung im zweiten Halbjahr gerechnet. Ausmaß und Geschwindigkeit hängen dabei vom Ausgabeverhalten der US-Bundesstaaten ab. Die Reduzierung der Arbeitslosenzahlen bleibt ein bestimmender Faktor für einen Aufschwung im privaten Wohnungsbau in den USA. In Westeuropa geht HeidelbergCement für den weiteren Jahresverlauf 2010 unverändert von einer Stabilisierung im Bereich Wohnungsbau, einem spürbaren Rückgang im Gewerbebau sowie einer positiven Entwicklung im Infrastrukturbereich aus. Regional wird für das laufende Jahr mit einem positiven Trend der Bautätigkeit in Nordeuropa und Großbritannien gerechnet, sowie mit einem leichten Mengenrückgang in Deutschland und Belgien. Der niederländische Baumarkt schwächt sich deutlich ab. Die Erholung in Osteuropa und Zentralasien hat sich etwas verzögert. Während sich die Bautätigkeit in Polen weiter stabilisiert, verläuft die Erholung in der Tschechischen Republik und Rumänien nur zögerlich. In Ungarn wird eine Fortsetzung der schwachen Entwicklung erwartet. In den Ländern im Osten Osteuropas und in Zentralasien wird mit steigenden Zementvolumen, ausgehend von einem niedrigen Niveau, und mit einer Erholung der Preise gerechnet.

„Die Nachfrage nach unseren Baustoffen hat sich im zweiten Quartal deutlich verbessert, gerade auch wegen der erfolgreichen Umsetzung der Infrastrukturprogramme in Nordamerika und West- und Nordeuropa“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „Es bestehen jedoch immer noch Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung aufgrund der zum Teil anhaltend hohen Arbeitslosigkeit sowie der noch unklaren Auswirkung der Haushaltskonsolidierungen auf die Infrastrukturausgaben einzelner Länder. Deshalb werden wir unser Kostensparprogramm „FitnessPlus 2010“ konsequent fortsetzen und halten an unserem Einsparziel von 300 Mio EUR für das Jahr 2010 fest. Die Reduzierung der Verschuldung steht weiterhin im Vordergrund. Gleichzeitig setzen wir unsere gezielten Investitionen in zukünftiges Wachstum insbesondere im Bereich Zement in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Osteuropas fort. Mit verbesserten Kostenstrukturen, unserer operativen Stärke und führenden Marktpositionen sehen wir uns gut gerüstet, um von einem wirtschaftlichen Aufschwung im laufenden und nächsten Jahr überproportional zu profitieren.“

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
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HeidelbergCement AG
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