4. November 2010

HeidelbergCement veröffentlicht Q3 2010 Ergebnis

HeidelbergCement steigert Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal – Gute geografische Aufstellung und Kostensparprogramme zeigen Wirkung

Highlights Q3 2010 und Ausblick:

  • Positiver Trend in Q3 fortgesetzt: Absatz von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton steigt im Vergleich zum Vorjahr
  • Umsatz erhöht sich auf 3,4 Mrd EUR (+12,6% im Vergleich zum Vorjahresquartal)
  • OIBD-Marge vor Abschreibungen like-for-like* auf 22,8 % gesteigert
  • Konzernüberschuss deutlich auf 368 Mio EUR verbessert (+81 %)
  • Nettoverschuldung auf 8,6 Mrd EUR gesenkt
  • Kostensparprogramm „FitnessPlus 2010“ läuft weiterhin nach Plan
  • Anhaltendes Wachstum in Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum sowie
  • Fortsetzung der Erholung in Nordamerika und Europa erwartet
  • Fokus auf Reduzierung der Verschuldung und gezielten Ausbau von Zementkapazitäten in Wachstumsregionen

Überblick Q3 und Januar – September 2010

Juli-SeptemberJanuar-September
Mio EUR2009201020092010
Umsatzerlöse3.0213.4018.3918.877
Operatives Ergebnis for Abschreibungen (OIBD)7707771.6061.642
in % der Umsatzerlöse25,50%22,80%19,10%18,50%
in % der Umsatzerlöse like-for-like*22,50%22,80%18,30%18,40%
Operatives Ergebnis5715731,0281.047
Zusätzliches ordentliches Ergebnis-351811-33
Ergebnis aus Beteiligungen27134817
Betriebsergebnis5636041.0871.031
Ergebnis vor Steuern281441442464
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen209379537396
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen-6-11-15-24
Überschuss der Periode203368522372
Anteil der Gruppe149322419243
Investitionen128218419506

*) Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten sowie Erlösen aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten (83 Mio EUR in Q3 2009)

Q3 Absatz profitiert von positiver Nachfrageentwicklung

Dank anhaltendem Wachstum in Asien-Pazifik und Afrika sowie einer weiteren Verbesserung der Märkte in Nordamerika und Europa lagen die Absatzmengen für Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton im dritten Quartal über dem Vorjahresquartal. Nordamerika profitierte dabei weiterhin von den Infrastrukturprogrammen; in West- und Nordeuropa überstieg die Nachfrage für Zuschlagstoffe und Transportbeton wie bereits im zweiten Quartal das Vorjahresniveau. Im Konzerngebiet Osteuropa-Zentralasien lagen die Absatzzahlen zwar weiterhin unter dem Vorjahresquartal, die Rückgänge reduzierten sich jedoch weiter. Die Einbußen wurden durch das Wachstum in den anderen Konzerngebieten deutlich überkompensiert.

Der Zement- und Klinkerabsatz des Konzerns nahm im dritten Quartal um 1 % auf 21,8 (i.V.: 21,5) Mio t zu. Am größten war der Beitrag des Konzerngebiets Asien-Pazifik, gefolgt von Afrika-Mittelmeerraum. In Asien profitierte HeidelbergCement weiterhin von seiner starken Position in Indonesien. In Afrika-Mittelmeerraum weisen die Länder südlich der Sahara eine Steigerung von Produktion und Nachfrage auf. Der Absatz in Nordamerika stabilisierte sich auf dem relativ hohen Vorjahresniveau durch eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung in Kanada und Absatzsteigerungen im Süden und Westen der USA. Während die Volumen in Osteuropa-Zentralasien noch deutlich rückläufig waren, erreichten sie in West- und Nordeuropa fast wieder Vorjahresniveau. Die Zuschlagstofflieferungen verzeichneten mit 73,0 (i.V.: 70,4) Mio t ein Plus von 3,6 %, bereinigt um Konsolidierungseffekte eine Zunahme von 0,6 %. Für den Anstieg wesentlich verantwortlich war die höhere Nachfrage in Nordamerika sowie in West- und Nordeuropa aufgrund der laufenden Infrastrukturprogramme. Die Transportbetonlieferungen legten um 4,0 % auf 9,7 (i.V.: 9,3) Mio cbm zu. Bereinigt um Konsolidierungseffekte nahm der Asphaltabsatz um 6,0 % auf 3,0 Mio t ab.

In den ersten neun Monaten nahm der Zement- und Klinkerabsatz leicht um 0,6 % auf 58,8 (i.V.: 59,2) Mio t ab. Die Zuschlagstofflieferungen erhöhten sich um 1,5 % auf 181,3 (i.V.: 178,7) Mio t. Die Transportbetonlieferungen lagen stabil bei 26,2 Mio cbm und der Asphaltabsatz verringerte sich um 11,0 % auf 6,8 (i.V.: 7,6) Mio t.

Positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 12,6 % auf 3.401 (i.V.: 3.021) Mio EUR. Bis auf Osteuropa-Zentralasien verbesserten sich die Umsätze in allen Konzerngebieten. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um 1,8 % zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen erhöhte sich um 0,9 % auf 777 (i.V.: 770) Mio EUR und das operative Ergebnis stieg leicht auf 573 (i.V.: 571) Mio EUR. Die Geschäftsjahre 2009 und 2010 weisen Unterschiede im zeitlichen Ablauf des Verkaufs überschüssiger CO2-Emissionsrechte auf. Im dritten Quartal 2009 enthielt das operative Ergebnis Erlöse aus Verkäufen von CO2-Emissionsrechten in Höhe von 83 Mio EUR, während das dritte Quartal 2010 nahezu keine derartigen Erlöse beinhaltet. Der Verkauf überschüssiger CO2-Emissionsrechte wird im laufenden Jahr hauptsächlich im vierten Quartal erfolgen. Vor Verkauf von CO2-Emissionsrechten und ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten verbesserte sich das operative Ergebnis vor Abschreibungen im dritten Quartal um 3 %, das operative Ergebnis sogar um 6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

„Aufgrund unserer vorteilhaften geografischen Aufstellung in lokalen Wachstumsmärkten und der erfolgreichen Fortsetzung unserer Effizienz- und Kosteneinsparprogramme konnten wir im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Scheifele. „Die Nettoverschuldung haben wir in den letzten drei Monaten dank der positiven Geschäftsentwicklung um über 400 Mio EUR auf rund 8,6 Mrd EUR reduziert. Unser „FitnessPlus 2010“-Programm liegt weiterhin im Plan und erzielte in den ersten neun Monaten Einsparungen von 203 Mio EUR.“

Das Finanzergebnis des dritten Quartals verbesserte sich deutlich auf -162,5 (i.V.: -282,4) Mio EUR. Dies ist im Wesentlichen auf den Wegfall von Kosten im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Neuordnung der Finanzierungsstruktur im Jahr 2009 zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen verbesserte sich deutlich auf 441,3 (i.V.: 280,5) Mio EUR. Das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen erhöhte sich entsprechend auf 379,0 (i.V.: 209,2) Mio EUR. Der Anteil der Gruppe verbesserte sich auf 321,8 (i.V.: 149,3) Mio EUR.

In den ersten neun Monaten 2010 stieg der Konzernumsatz um 5,8 % auf 8.877 (i.V.: 8.391) Mio EUR. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um 1,8 % ab. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 2,2 % auf 1.642 (i.V.: 1.606) Mio EUR und das operative Ergebnis stieg um 1,8 % auf 1.047 (i.V.: 1.028) Mio EUR. Der Konzerüberschuss für die ersten neun Monate liegt bei 372,1 (i.V.: 521,6) Mio EUR und der Anteil der Gruppe beläuft sich auf 243,0 (i.V.: 419,3) Mio EUR.

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag Ende des dritten Quartals 2010 bei 54.742 (i.V.: 55.796). Die Abnahme um 1.054 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenläufigen Entwicklungen: aus den mit Personalabbau verbundenen Standortoptimierungen und Kapazitätsanpassungen vor allem in Nordamerika sowie Großbritannien und der Zunahme der Mitarbeiterzahl in Afrika aufgrund der Erstkonsolidierung der Zementaktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo.

Nettoverschuldung gesenkt - 750 Mio USD Hanson-Anleihe zurückgezahlt

Die Nettoverschuldung konnte aufgrund einer weiteren Verbesserung des operativen Zahlungsmittelflusses um über 300 Mio EUR auf 8.647 Mio EUR Ende September 2010 (8.971 Mio EUR Ende September 2009) gesenkt werden. Die Verschuldungsquote (Gearing) verbesserte sich damit auf 71,3 % (81,9 % Ende September 2009). Am 27. September hat HeidelbergCement eine fällige Hanson-Anleihe mit einem Nominalwert von 750 Mio USD aus freier Liquidität und Inanspruchnahme von freien Kreditlinien zurückgezahlt. Trotz der Refinanzierung der Anleihe belief sich die verfügbare Liquidität aus Barmitteln und ungenutzten Kreditlinien per Ende September 2010 auf 2.915 Mio EUR.

Gezielter Ausbau von Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten

HeidelbergCement hat im dritten Quartal den gezielten Ausbau von Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten fortgesetzt. In Indonesien wurden zwei neue Zementmühlen mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Mio t pro Jahr in Betrieb genommen. In der Demokratischen Republik Kongo ist HeidelbergCement eine Partnerschaft mit dem lokalen Marktführer Forrest Group eingegangen und hat die Mehrheit an drei Zementwerken übernommen. Der Ausbau der Zementkapazitäten in Schwellenländern soll konsequent weiter fortgesetzt werden mit dem Ziel, den Anteil der Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten von derzeit rund 58 % langfristig auf 67 % zu steigern.

Ausblick

Die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2010 ist insgesamt bislang besser ausgefallen, als ursprünglich erwartet. Die Wachstumsprognosen des IWF für das Jahresende 2010 und für 2011 wurden zuletzt allerdings aufgrund erhöhter Risiken im Zusammenhang mit der Staatsverschuldung einzelner Länder und schwächer erwarteten Konsumausgaben in den USA reduziert.

Die Entwicklungsdynamik des Wirtschaftswachstums ist weiterhin regional deutlich unterschiedlich ausgeprägt. In Asien und Afrika wird mit einer Fortsetzung des positiven Trends gerechnet. Auch für Nordamerika und Europa wird eine Verbesserung der Wirtschaftsleistung erwartet. Aufgrund der teilweise hohen Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung in einzelnen Ländern wird es jedoch Unterschiede bei der Stärke und dem zeitlichen Verlauf der weiteren Wirtschaftserholung geben.

Für Asien erwartet HeidelbergCement anhaltend starkes Wachstum in China, Indonesien, Indien und Bangladesh. In Australien wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Ein überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zur Region südlich der Sahara wird für unsere Kernmärkte in Tansania, Ghana und der DR Kongo erwartet.

In Nordamerika wird basierend auf den anhaltenden Förderausgaben für den Straßenbau in den USA mit einer langsamen Fortsetzung der Absatzerholung in den nächsten Quartalen gerechnet. Ausmaß und Geschwindigkeit hängen dabei weiterhin vom Ausgabeverhalten der US-Bundesstaaten ab. Die Reduzierung der Arbeitslosenzahlen bleibt ein bestimmender Faktor für einen Aufschwung im privaten Wohnungsbau in den USA. Für Kanada wird erwartet, dass der Ausbau der Ölsand-Industrie in Alberta die Nachfrage nach Baustoffen weiter antreibt.

In Westeuropa verläuft die weitere Entwicklung uneinheitlich. Für Nordeuropa und Deutschland gehen wir von einer deutlichen Erholung aus, unter anderem angetrieben durch die starke wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die zuletzt verkündeten Sparmaßnahmen in Großbritannien sind geringer als erwartet ausgefallen. Insbesondere wurden einige wichtige Verkehrsprojekte von den Kürzungen ausgenommen. Aufgrund einer erwarteten Abnahme der Bautätigkeit in Belgien und eines schwachen niederländischen Baumarktes muss in dieser Region mit weiterem Preisdruck gerechnet werden.

Die Erholung in Osteuropa und Zentralasien hat bisher am längsten auf sich warten lassen. Die Bautätigkeit in Polen nimmt derzeit wieder Fahrt auf und es wird mit einer Steigerung der Wachstumsraten in Richtung Vorkrisenniveau gerechnet. Während in der Tschechischen Republik eine Stabilisierung und anschließende Verbesserung der Nachfrage erwartet wird, gehen wir in Ungarn und Rumänien von einer Fortsetzung der schwachen Entwicklung aus. In den Ländern im Osten Osteuropas und in Zentralasien wird mit steigenden Zementvolumen, ausgehend von einem niedrigen Niveau, und mit einer Erholung der Preise gerechnet.

„Die Nachfrage nach unseren Baustoffen hat sich im dritten Quartal weiter verbessert“, erklärt Dr. Bernd Scheifele. „Für die weitere Entwicklung bestehen immer noch Unsicherheiten aufgrund der insbesondere in den USA derzeit noch hohen Arbeitslosigkeit sowie der Haushaltskonsolidierungen einzelner Länder. Deshalb werden wir unser Kostensparprogramm „FitnessPlus 2010“ konsequent zu Ende führen und halten an unserem Einsparziel von 300 Mio EUR für das Jahr 2010 fest. Die Reduzierung der Verschuldung steht weiterhin im Vordergrund. Gleichzeitig setzen wir unsere gezielten Investitionen in zukünftiges Wachstum insbesondere im Bereich Zement in den Schwellenländern Asiens, Afrikas und Osteuropas fort. Mit verbesserten Kostenstrukturen, unserer operativen Stärke und führenden Marktpositionen in attraktiven Wachstumsmärkten sehen wir uns gut gerüstet, um von einem wirtschaftlichen Aufschwung im laufenden und nächsten Jahr überproportional zu profitieren.“

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Andreas Schaller

Konzernsprecher, Director Group Communication & Investor Relations
Tel.: 
+49 6221 481 13249
Fax: 
+49 6221 481 13217
HeidelbergCement AG
Berliner Straße 6
69120 Heidelberg
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