Laserforschungsinstitut ELI-Beamline, Tschechien

ELI-Beamline in Dolní Břežany bei Prag in Tschechien ist einer der drei Standorte der europäischen Laser-Großforschungseinrichtung Extreme Light Infrastructure (ELI). Diese ist Teil der Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI), die den Bau einer neuen Generation von Großforschungseinrichtungen vorsieht.

ELI ist das weltweit erste internationale Laserforschungsinstitut und hat zunächst drei sich ergänzende Standorte in Tschechien, Ungarn und Rumänien. Es bietet internationalen Wissenschaftlern und Forschern eine einzigartige Infrastruktur für Grundlagenforschung. Am Projekt ELI sind 40 Forschungseinrichtungen aus 13 EU-Ländern beteiligt.

Im ELI-Beamline werden Röntgenlaser und Teilchenbeschleuniger installiert, darunter die weltweit leistungsstärksten Laser. Diese werden nicht nur auf dem Gebiet der Physik oder Materialwissenschaften Grundlagenforschung ermöglichen, sondern auch in der Biomedizin und Astrophysik. Tschechien wird so ein Standort internationaler Spitzenforschung werden, was weitere Investitionen in Zukunftstechnologien mit sich bringen wird.

Entworfen wurde das ELI-Beamline-Gebäude vom renommierten britischen Architekturbüro BFLS (jetzt Bogle Architects). Neben dem Laserzentrum bietet das ELI-Beamline Wissenschaftlern multifunktionale Büros und Experimentierplätze. Wichtigster Teil des Campus ist die Laserhalle, die aus solidem Beton gebaut wurde und die Größe eines Fußballplatzes hat. Decken und Wände sind bis zu 1,6 Meter dick. Das Gebäude hat zwei unterirdische und vier überirdische Stockwerke. Die eigentliche Laserhalle befindet sich zusammen mit Maschinenräumen und Experimentierplätzen im unterirdischen Teil, der 110 x 60 Meter misst. Überirdisch sind die Stockwerke 80 x 48 Meter groß und beherbergen zusätzliche Experimentierplätze und Laboratorien.

Der Beton, der für die massiven Wände und Decken verwendet wurde, musste hohe Anforderungen im Hinblick auf Strahlenschutz und Minimierung von Schwingungen erfüllen. Besonders geeignet war hierfür der Betontyp C40/50, hergestellt mit einem CEM III/B 32.5 N-LH/SV Zement. Dieser Zement wurde von HeidelbergCements Tochterunternehmen Českomoravský cement im Werk Mokra hergestellt. Den Transportbeton lieferte TBG Metrostav, ein Joint Venture von HeidelbergCement. Für den Bau der Anlage wurden vier verschiedene Betontypen produziert und verwendet, je nach den speziellen Bauanforderungen. Vor dem Bau fanden umfangreiche Tests an einem 1:1-Modell statt. Während des Baus wurde die Qualität des Betons kontinuierlich überprüft. Insgesamt wurden 1.488 Proben entnommen.

Die Einzigartigkeit des Gebäudes war auch während der Bauphase sichtbar. Die Grundplatte für die Laboratorien ist 0,7 Meter dick, die der Laserhalle 0,8 Meter. Unter Wänden und Säulen wurde sie bis zu 1 Meter verstärkt. Die normale Wandstärke beträgt 1,2 Meter. Dort wo besonderer Strahlenschutz notwendig ist, misst sie 1,6 Meter – ebenso wie die Decke der Laserhalle. Die Decken der Experimentierräume sind 1,5 Meter dick.

Der Bau der Laserhalle ist jetzt abgeschlossen und die Laser können von Experten eingebaut werden. Zwei dieser Laser wurden in Tschechien entwickelt, zwei weitere in den USA. 2018 sollte das ELI-Beamline vollständig fertiggestellt sein.

Weitere Informationen (Tschechisch)

Za Radnicí 835
252 41 Dolní Břežany
Tschechien