„Beharrlichkeit zahlt sich aus“

Jean Bobbaers (61, seit acht Jahren bei Inter-Beton Genk) und Marvin Eynatten (28, seit vier Jahren bei Inter-Beton Tessenderlo) arbeiten an Inter-Betons vorderster Front. Staubig, verschwitzt und im ständigen Wettlauf gegen die Uhr holen sie das Letzte aus ihren Fahrzeugen, um unsere Produkte pünktlich an die Kunden zu liefern. Unterwegs haben sie überall mit zunehmend dichtem Verkehr, Baustellen und anderen Hindernissen zu kämpfen. Fahrer bilden in jedem Unternehmen eine Klasse für sich. Sie haben oft ihren eigenen Kopf, weil sie die Situation auf den Straßen besser beurteilen können als jeder andere und daher wissen, was geht und was nicht. Ihre Fahrzeuge sind ihr Reich und sie lassen sich von niemandem den Weg von A nach B vorschreiben. Ihr Stolz und ihre Berufsethik motivieren sie andererseits oft dazu, das Unmögliche möglich zu machen. Was treibt sie an?

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Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Bobbaers:
Die meisten Leute können sich nicht vorstellen, was es bedeutet, ein Fahrer zu sein. Damit meine ich nicht nur den ständigen Zeitdruck in diesem Beruf, sondern auch die notwendige Flexibilität bei schlechtem Verkehr und den Umgang mit anspruchsvollen Kunden. Manchmal muss man schon sehr diplomatisch sein. Außerdem ist man in unserer Branche, in der ich nun seit acht Jahren tätig bin und in der ich hoffentlich auch bis zu meiner Pensionierung noch tätig sein werde, auch dafür verantwortlich, das eigene Fahrzeug zu waschen und die Ausrüstung in Ordnung zu halten. Schließlich sind wir so etwas wie ein Aushängeschild für unsere Firma.

Eynatten:
Andererseits haben wir generell unsere eigenen Gebiete, was für einen Fahrer ein wichtiger Bonus ist. Manchmal werden wir zu anderen Werken geschickt. Hin und wieder müssen wir auch viel längere Strecken fahren, was zu sehr langen Arbeitstagen führt. Die Planung für die Fahrer könnte wirklich besser sein, aber dasselbe gilt sicherlich für alle anderen Berufe. Jeder erwischt hin und wieder einen schlechten Tag.

Mitarbeiter Benelux 03

Welche Veränderungen haben Sie wahrgenommen?

Bobbaers:
Im Vergleich zu meiner Anfangszeit kann ich nur sagen, dass unser Beruf komplizierter und anspruchsvoller geworden ist. Heute gibt es überall Bodenschwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung, die Straßen sind viel zu eng und viele Situationen sind unübersichtlich. Das Navigationssystem hilft da nicht immer weiter. Deshalb sehe ich mir die Strecken immer noch zuerst auf der Karte an und behalte sie im Kopf. Ganz allgemein gesagt: Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber ich habe den Eindruck, dass Respekt und Disziplin bei der Jugend sehr nachgelassen haben. Ich bin nicht sicher, ob die Abschaffung des Wehrdienstes wirklich eine so tolle Idee war.

Eynatten:
Das muss sogar ich zugeben. Ich habe ziemlich viele Bekannte, die lieber faul als müde sind. Ich dagegen wollte nach meiner Fahrausbildung so schnell wie möglich ans Lenkrad. Das habe ich auch so umgesetzt. Ich habe mich damals auf eine Stellenausschreibung bei Inter-Beton beworben und wurde kurz darauf eingestellt. Heute, nach vier Jahren, fühle ich mich hier wirklich zu Hause. Natürlich weiß keiner, was morgen passiert, aber ich kann mir in absehbarer Zeit nicht vorstellen, diese Stelle aufzugeben. Ich bin mit meiner Bezahlung zufrieden und freue mich über die Abwechslung, die ein Beruf in der Baubranche gewöhnlich mit sich bringt. Wir müssen zwar manchmal sehr lange arbeiten, aber unsere Überstunden werden immer korrekt mit Freizeit abgegolten. Außerdem habe ich zu den meisten meiner Kollegen ein gutes Verhältnis.

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Welcher Aspekt Ihres Berufs ist für Sie am wichtigsten? 

Bobbaers:
Das gegenseitige Geben und Nehmen. Ich bin zufrieden, solange sich beide Seiten Mühe geben. Es macht mir nichts aus, auch am Wochenende kurz vorbeizuschauen, um ein Tor abzuschließen oder etwas zu kontrollieren – vorausgesetzt, es wird auch gewürdigt.

Eynatten:
Daneben spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle und darf nicht unterschätzt werden. Das Fahrzeug, das mir jetzt zugeteilt wurde, hat zum Beispiel drei Kameras. Besonders die Tote-Winkel-Kamera stellt eine wesentliche Verbesserung dar. Schon deshalb, weil unsere Rückspiegel aufgrund unserer Fracht und der Umgebung, in der wir fahren, oft sehr schmutzig werden.

Bobbaers:
Wichtig ist auch das Gefühl, mitbestimmen zu können, beispielsweise in Sachen Sicherheit. Wir haben oft Sicherheitsbesprechungen für das ganze Team, in denen wir Sicherheitsprobleme und konkrete Verbesserungsmaßnahmen diskutieren.

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Welches Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Eynatten:
Wegen der Bauarbeiten auf der E313 musste ich einmal eine Woche lang nachts fahren. Ich habe diese Woche genossen, die fast leeren Straßen und diese ganz besondere Atmosphäre. Das würde ich gern öfter tun.

Bobbaers:
Ich bin einmal einen ganzen Tag lang durch die Gegend gefahren, weil ich an einer Fernsehsendung teilnehmen sollte. Auf meinem Fahrauftrag standen nur eine Adresse und die beiden Buchstaben TV. Es gab zwar ein paar Missverständnisse, aber als ich endlich ankam, wurden tatsächlich einige Szenen gedreht, ... die jedoch leider alle herausgeschnitten wurden. Mal ehrlich – ich wäre doch was fürs Fernsehen, finden Sie nicht?

Eynatten:
Ach ja, und mein allererster Tag! Schmerzhaft – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte mir tags zuvor beim Fußball den Knöchel verstaucht, wollte mich aber auf keinen Fall schon am ersten Arbeitstag krank melden. Ich musste mir den Schmerz verbeißen und die ersten zwei Wochen Probezeit durchstehen. Das war es aber wert: Ich habe zuerst einen Zeitvertrag und später eine unbefristete Anstellung bekommen. Meine Kollegen lachen immer noch über diese Geschichte, aber ich kann Ihnen versichern, dass es kein Spaziergang war. Aber da muss man durch und Beharrlichkeit zahlt sich aus.

(Das Interview wurde 2013 geführt.)