Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild in Kasachstan

Das aktuelle Industrie-Entwicklungsprogramm in Kasachstan erzeugt hohe Nachfrage nach Fachkräften - vor allem in der Öl- und Gasindustrie sowie den Bau-, Maschinenbau- und Dienstleistungsbrachen. Aus diesem Grund plant die Regierung des Landes das Berufsschulsystem durch die Einführung eines dualen Systems der Berufsbildung zu reformieren. Vorbild dieses dualen Systems ist Deutschland, wo die praktische Ausbildung in einem Unternehmen stattfindet. Bisher war die Berufsausbildung in Kasachstan zentral organisiert und fand an mehreren hundert Fachhochschulen statt - ohne Beteiligung von Unternehmen.

Im Jahr 2012, bei einem Treffen zwischen dem Präsidenten von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew und Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurde eine Initiative angekündigt, um die Grundsätze des deutschen dualen Berufsbildungssystems in Kasachstan zu implementieren. Im Herbst 2014 wurde das Projekt im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft von Kasachstan, der kasachischen Industriekammer und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ins Leben gerufen.

Der Kern des dualen Bildungssystems ist die Kombination aus theoretischer Ausbildung an Fachhochschulen und praktischer Ausbildung in Unternehmen, wo die Schüler oft mehr als die Hälfte ihrer Studienzeit verbringen.

Zusammen mit anderen deutschen Unternehmen, die in Kasachstan tätig sind, unterstützt HeidelbergCement die Einführung eines dualen Bildungssystems im Land. Der Schwerpunkt liegt auf Berufen wie Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Automatisierungstechniker und Mechatroniker - die alle sehr begehrt sind in Kasachstan. Studierende der Technischen Hochschule Ust-Kamenogorsk, die in das neue Programm für Industriemechaniker eingeschrieben sind, werden ihre praktische Ausbildungsphase im Buchtarma Zementwerk absolvieren.

Im Werk gibt es derzeit zwei Trainer: Arkadiy Bossonogov, Maschinenführer, und Konstantin Wassiljew, Mechaniker. Ende des Jahres 2014 erhielten beide ihre Trainer-Qualifikation im Zementwerk Schelklingen in Deutschland. Während ihres einwöchigen Aufenthalts lernten sie den Produktionsprozess im Zementwerk kennen und wie man ein Trainingsprogramm plant und durchführt. Dieses „Train-the-Trainer-Programm“ wird mit regelmäßigen Trainings- und Prüfungseinheiten durch externe Bildungseinrichtungen in Deutschland sowie durch interne Ressourcen der HeidelbergCement fortgeführt werden.

Stefanie Kaufmann

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