Säureneutralisation und hydroxidische Fällung von Schwermetallen
Saure Abwässer, die z. B. Salzsäure, Schwefelsäure oder Flusssäure enthalten, werden mit Kalkmilch neutralisiert. Es entstehen die entsprechenden Ca-Salze: Calciumchlorid, Gips, Flussspat. Die gelösten Schwermetalle (Me) werden als schwerlösliche Schwermetallhydroxide gefällt.
Reaktionsgleichungen:
2 HCI + Ca(OH)2 ==> CaCl2 + 2 H2O
H2SO4 + Ca(OH)2 ==> CaSO4 + 2 H2O
H2F2 + Ca(OH)2 ==> CaF2 + 2 H2O
Schwermetallfällung: Me2+ + Ca(OH)2 ==> Me(OH)2 + Ca2+
Zur sicheren Unterschreitung der Grenzwerte sollte ein Fällungs-pH- Wert > 9,0 eingestellt werden. Bei Anwesenheit von Nickel ist ein Fällungs-pH-Wert von ca. 10,5 nötig.
Ettringit-Verfahren
Weiterführung einer konventionellen Gipsfällung zur Einhaltung eines strengeren Sulfatgrenzwertes - Vermeidung von Betonkorrosion.
Durch die weitergehende Sulfatfällung mit Calciumaluminat bei pH-Werten zwischen 11,2 und 11,8 bildet sich das Mineral Ettringit. Der resultierende Restsulfatgehalt ist < 300 mg/l.
Da gleichzeitig noch geringere Schwermetallrestkonzentrationen erreicht werden, wird das Verfahren gerne bei Anlagen mit hohen Schwermetallkonzentrationen eingesetzt. Auch der Grenzwert für Antimon (< 0,5 mg/l) wird unterschritten. Das gereinigte Abwasser kann einer Arsenelimination über Anionenaustauscher unterzogen werden.