Nasse Abgasreinigung
Bei der nassen Abgasreinigung werden die entstaubten Abgase in einem kombinierten Wäscher oder in getrennten Wäschern zunächst von den sauren Schadstoffen befreit. Teilweise wird das HCl-haltige Waschwasser rektifiziert, gereinigt und zu verkaufsfähiger Salzsäure aufgearbeitet. Der SO2-Wäscher wird oft mit Natronlauge betrieben. Das flüssige Natriumsulfat wird mit Kalkmilch zu Gips aufgearbeitet. Der Gips gilt als Wertstoff. Da die Wäscher im Temperaturbereich 60 bis 80 °C betrieben werden, muss das Abgas vor dem Kamin mit Hilfe eines Wärmetauschers aufgeheizt werden. Manche Anlagen betreiben keine Wertstoffrückgewinnung, sondern sie behandeln die sauren Waschwässer mit Kalkmilch und trocknen die erhaltene Suspension in einem Sprühtrockner zu einem rieselfähigen Rückstand ein. Der vorgeschaltete Sprühtrockner dient zusätzlich als Reaktor.
Die nach den Wäschern verbliebenen Restkonzentrationen an Schwermetallen und organischen Schadstoffen werden mit einem Dioxorb®- Konzentrat mit Hilfe eines Gewebefilters gereinigt. In der Regel wird ei- ne mehrfache Rezirkulation des gebrauchten Adsorbens durchgeführt.