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Tunnel

Bergmännische Tunnel
Die Vorläufer heutiger Tunnelbauwerke waren unterirdische Be- und Entwässerungskanäle, die schon in assyrischer und babylonischer Zeit wie auch im alten Rom ausgeführt wurden. Mit der Entwicklung des Schwarzpulvers erhielt der Tunnelbau erst Ende des 17. Jahrhunderts neue Impulse.

Heute werden die meisten bergmännischen Tunnel entsprechend der »Neuen Österreichischen Tunnelbauweise« (NÖT) aufgefahren, die auf ein Patent von Prof. Dr. L. Rabcewicz aus dem Jahre 1948 zurück geht. Dabei wird die durch Sprengung freigelegte Fläche im Berg unmittelbar nach dem Ausbruch durch ein Hilfsgewölbe aus Spritzbeton temporär gesichert. Erst später, wenn die Verformungen des umgebenden Gebirges abgeklungen sind, wird die endgültige Tunnelinnenschale – ebenfalls aus Beton – eingebaut. Die »Neue Österreichische Tunnelbauweise« hat sich insbesondere durch die Entwicklung der Spritzbetontechnik weltweit durchgesetzt, so dass man heute meist nur noch von der »Spritzbetonbauweise« spricht. Beispiele für Tunnel in Spritzbetonbauweise sind der derzeit längste Straßentunnel Deutschlands - der »Tunnel Königshainer Berge« im Verlauf der A 4 Dresden-Görlitz - und der 7,9 km lange »Rennsteigtunnel«, der im Verlauf der A 71 den Gebirgszug Rennsteig im Thüringer Wald unterquert.

Tunnel im Schildvortrieb
Außerhalb der Gebirge bietet sich, bei geeigneten geologischen Verhältnissen, eine andere Möglichkeit des Tunnelbaus an: der so genannte Schildvortrieb. Dabei wird mit dem Schild, ähnlich wie mit einem riesigen »Bohrer«, der Tunnelquerschnitt im Untergrund vorangetrieben. Zur Sicherung des Tunnelquerschnittes gegen Erd- und Wasserdruck werden unmittelbar nach dem Vortrieb sogenannte "Tübbinge" eingebaut. Tübbinge sind Fertigteile aus Stahlbeton, die zusammengesetzt einen Tunnelring ergeben. Diese Tübbinge müssen die im Bau- und Endzustand auftretenden Belastungen aufnehmen und die Tunnelröhre abdichten. Ein Beispiel für einen Tunnel im Schildvortrieb ist die Vierte Röhre des Hamburger Elbtunnels.

Tunnel in offener Bauweise
Wenn Tunnel in niedrigen Bautiefen hergestellt werden und die geologischen Verhältnisse dies erlauben wird die so genannte "offene Bauweise" bevorzugt, da sie technisch anspruchsloser und kostengünstiger ist. Tunnel in offener Bauweise werden in einer "offenen" Baugrube errichtet und nach der Fertigstellung mit Erdreich überdeckt. Das Tunnelprofil wird dabei als weiße Wanne in Ortbeton ausgeführt. Tunnel in offener Bauweise haben fast immer ein Kastenprofil (Boden, Wände Decke), bergmännisch aufgefahrenen Tunnel haben bauartbedingt kreisförmige oder runde Profile.
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