Seitdem Bürgermeister Ernst aus Adelsheim am 27. Juli 1847 von Großherzog Leopold von Baden ein Grubenfeld als Lehen erhielt, wird in Obrigheim Gips abgebaut. Die Grube ist mittlerweile die größte und älteste Untertagegipsgrube in Deutschland.
Nach mehrmaligem Eigentümerwechsel ging die Grube 1905 an die Portland-Cementwerke Heidelberg und Mannheim, die heutige HeidelbergerCement AG, über. Derzeit werden mit 23 Bergleuten im Ein- bzw. Zweischichtbetrieb 300.000 t Rohgips pro Jahr gewonnen.
Gips – ein vielseitiger Grundstoff
Schon im Altertum wurde Gips als Baumaterial geschätzt. Die Römer erkannten schließlich, dass durch starkes Erhitzen eine Substanz entsteht, die mit Wasser vermischt aushärtet und als Putz verwendet werden kann. Obwohl es sich um ein weit verbreitetes Mineral handelt, sind seine vielfältigen Erscheinungs- und Verwendungsformen bis heute nicht Jedermann bekannt. Ob im berühmten Gipsverband, als Tafelkreide, Formengips, Lebensmittelzusatzstoff oder im Trockenbau, als Grundstoff für verschiedene Putze und Trockenestriche oder als Zuschlag in der Zementindustrie – Gips begegnet uns überall. In Obrigheim hat er seit nun mehr 160 Jahren eine Bergbaukultur geprägt. Der Gipslehrpfad will die auf dem Radweg Reisenden, sowohl über den Stoff, als auch über die geschichtliche Entwicklung am Ort informieren. Der Gipslehrpfad mit fünf Stationen bietet Wissenswertes und Handgreifliches für jedes Alter.