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HeidelbergCement in Deutschland

Strom- und Gashandel

Heidelberger Energie GmbH (HEG)

Ein Unternehmen von HeidelbergCement

Die Herstellung von Zement ist sehr stromintensiv. In den deutschen Zementwerken von HeidelbergCement müssen dafür über 40 Millionen Euro pro Jahr ausgegeben werden. Im fertigen Zement sind pro Tonne über 100 Kilowattstunden (kWh) Strom enthalten. Elektrische Energie ist mit Kosten von etwa acht Prozent an den Umsatzerlösen ein wesentlicher Kostenanteil in der Produktion.

Heidelberger Energie optimiert Energiekosten

Die Heidelberger Energie GmbH wurde Ende 1999 gegründet. Das Team ist verantwortlich für die Beschaffung von Strom und Gas innerhalb der HeidelbergCement AG. Als einziger Zementhersteller und einer der wenigen Großverbraucher in Deutschland hat HeidelbergCement ein eigenes Portfoliomanagement aufgebaut. Dahinter verbergen sich der Handel mit Stromprodukten auf unterschiedlichsten Marktplätzen, Risikomanagement und der Einsatz von Lastprognosen. Händlerlizenzen für die deutsche Strombörse und Handelsbeziehungen zu diversen deutschen und internationalen Stromhändlern sind dazu notwendig. Dadurch wurden beispielsweise die Vertriebs- und Risiko-Margen herkömmlicher Energieversorger eingespart.

Heidelberger Energie sieht sich auch als Kompetenz-Center für die Strom- und Gasbeschaffung von HeidelbergCement international und ist Group Lead Buyer für Strom in Europa. Dort wird die Einkaufsstrategie von Strom für die Gruppe abgestimmt. Mit einem Verbrauch von über nahezu vier Millionen Megawattstunden (MWh) Strom pro Jahr nur für die Zementwerke ist das Unternehmen bedeutender Verbraucher in Europa.

Der deutsche Strommarkt hat sich zu einem Handelsmarkt entwickelt. Die nicht speicherbare Ware Strom wird wie Weizen oder andere Terminmarktprodukte an Börsen und im freien Markt gehandelt. Dafür sind von allen anerkannte Standards notwendig. Beim Strom sind dies Grundlast- und Spitzenlastprodukte, die mit einer bestimmten Leistung für Kalenderjahre, Quartale, Monate und Wochen gehandelt werden.

Die deutsche Strombörse EEX mit Sitz in Leipzig, an der HeidelbergCement auch beteiligt ist, bietet diese Stromprodukte als so genannte Futures an. Der Geschäftsführer Dr. Peter Sentker ist als VIK- (Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft) Vertreter Mitglied im Börsenrat. Notwendig ist auch ein funktionierender Spotmarkt. Dort können einzelne Stunden jeweils für den nächsten Tag gekauft oder verkauft werden. Die Preise dort schwanken stärker als der Aktienmarkt. So wurden im Jahr 2003 Preise einzelner Stunden von 0 bis 1.700 Euro/MWh gehandelt. Mit solchen Preisschwankungen ergeben sich Risiken aber auch hohe Chancen für eine preisoptimierte Beschaffung! Ein genaues Verständnis des Strommarktes ist daher sehr wichtig. Die Heidelberger Energie GmbH nutzt die Chancen des Marktes. Dazu muss sie die genaue Verbrauchsstruktur kennen. In Deutschland wird die elektrische Leistung jeder großen Abnahmestelle in jeder Viertelstunde gemessen und weiterverarbeitet. Pro Werk sind das über 35.000 Messwerte im Jahr.

Die Prognose des aktuellen Verbrauchs ist wichtiges Instrument, mit dem der Strombezug optimiert wird. Durch die Übernahme der Prognoseverantwortlichkeit werden zusätzlich Kosten gespart. Dazu besteht ein täglicher Dialog der Werke mit der Heidelberger Energie. Natürlich kann niemand seinen exakten Verbrauch für die Zukunft vorhersagen. Wer sollte dies jedoch besser prognostizieren können als die Verbraucher selbst? Durch den Einsatz verschiedener Software, die zum Teil selbst entwickelt wurde, kann die Heidelberger Energie mit aktuellen Großhandelspreisen präzise Berechnungen des Strompreises für ihre Kunden in den kommenden Jahren berechnen. Auch die Bearbeitung der ständig veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen ist Teil der Arbeit. Dazu zählen Ökosteuer, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und Erneuerbares Energiengesetz.

In den kommenden Jahren stehen neue Herausforderungen ins Haus. So ist zum Beispiel auch der Handel von CO2-Zertifikaten eng an den Stromhandel gekoppelt. Freie Strommärkte, wie sie von der EU gefordert werden, sind längst noch nicht überall umgesetzt. Eine länderübergreifende Stromversorgung wird hoffentlich bald realistisch sein und weitere Einsparmöglichkeiten bringen.

Herr der Megawattstunden

Den größten Anteil bei der Beschaffung durch Heidelberger Energie hat der Strom der Zementwerke in Deutschland. Diese verbrauchen etwa 750.000 MWh. Das entspricht dem Verbrauch durch über 400.000 Privatpersonen pro Jahr. Zusätzlich werden die Verträge für über 200 Stellen der Beteiligungs- und Tochterunternehmen verhandelt - mit einem Verbrauch an Strom von mehr als 100.000 MWh und an Gas von über 200.000 MWh pro Jahr.
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