Fugenarten
Es werden folgende Fugenarten unterschieden:
Scheinfugen:
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Scheinfugen werden in die Bodenplatte eingeschnitten, um einen planmäßigen Riss herbeizuführen. Sie werden auch als Schnittfugen bezeichnet und wirken als Sollbruchstelle. Mit der Rissbildung werden Zugspannungen abgebaut. Die Fuge ist ca. 3-4 mm breit und wird über 1/3 der Plattendicke eingeschnitten. Stützen sind mit einem „Rautenschnitt“ von der Platte zu trennen. Alternativ kann eine um die Stütze herum verlaufende Schaumstoffeinlage in Verbindung mit Kerbrissbewehrung verwendet werden. |
Nachteilig an Schnittfugen kann der Unterhaltungsaufwand durch abgeplatzte Kanten infolge des Befahrens mit harter Bereifung (Stahlrollen, Polyamid, teilweise auch Vulkolan) sein. Stahlfasern verzögern hier zwar das Herausbrechen von Beton, können den Schädigungsprozeß jedoch nur verzögern. (Aus diesem Grund werden hochbeanspruchte Böden meist als fugenarme Konstruktion unter Verwendung von Fugenprofilen ausgeführt.
Durch die Fasern wird die Rissoberfläche unregelmäßiger und rauer. Dadurch sind gegenüber unbewehrtem Beton größere Kräfte über die Rissufer hinweg übertragbar. Dies setzt jedoch keine allzu großen Fugenöffnungen voraus. Aus diesem Grund haben sich in der Praxis Fugenabstände zwischen 5m und 8m bewährt. Vereinzelt werden auch Schnittfugenabstände bis 12m realisiert. In der Bemessung wird die Querkraftübertragung über die Fuge hinweg oft durch eine Spannungsabminderung berücksichtigt. Bei höheren Beanspruchungen oder größeren Fugenöffnungen können Schnittfugen auch verdübelt ausgeführt werden.
Pressfugen:

Verdübelung an der Pressfuge
Pressfugen durchtrennen die Bodenplatte in gesamter Dicke. Sie entstehen, wenn einzelne Bauabschnitte gegeneinander betoniert werden. Durch einen Nachschnitt erhält man eine saubere Fugenlinie. Die Querkraftübertragung ist durch eingelegte Dübel oder Profile sicherzustellen. Dübeldurchmesser und –abstand werden durch die zu erwartende Belastung bestimmt (Standard: glatte Dübel mit d = 20 mm, l = 600 mm in Abständen von 70 cm). Eine horizontale Bewegung ist zu sichern. Es sind mittlerweile auch spezielle Dübel erhältlich, die zusätzlich eine Bewegungsmöglichkeit parallel zum Plattenrand sicherstellen. Dies ist besonders wichtig bei großen Fugenlängen oder zeitlich sehr weit auseinander liegenden Betonierabschnitten. Alternativ besteht die Möglichkeit der Verwendung von Fugenprofilen.
Raumfugen:

Raumfugen trennen einzelne verschiedene Bauteile voneinander (z.B. Bodenplatte gegen Wände). Sie bestehen aus einem komprimierbaren Schaumstoff und reichen über die gesamte Plattendicke. Die Anordnung einer Raumfuge ist insbesondere an allen Plattenrändern und um sämtliche Einbauteile herum erforderlich, die den Industrieboden durchdringen.