Nachhaltige Landnutzung und Artenschutz

Die von Rohstoff abbauenden Unternehmen genutzten Steinbrüche und Kiesgruben scheinen auf den ersten Blick Natur zu zerstören und keinen besonderen Wert für den Schutz der Artenvielfalt zu haben. Doch näher betrachtet, bieten die Steinbrüche und Kiesgruben in den weltweit intensiv genutzten Kulturlandschaften letzte Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten belegen klar, dass Kiesgruben, Steinbrüche und andere Abbaustätten einen sehr hohen Wert für den Naturschutz haben können. Neben der Bedeutung als Lebensstätte für seltene und geschützte Arten ist besonders die vernetzende Funktion von Abbaustätten von hoher Bedeutung für den Naturschutz.

Voraussetzung für die Erschließung abbauwürdiger Lagerstätten ist für HeidelbergCement, dass sich der Abbau nicht nur wirtschaftlich, sondern auch umweltverträglich durchführen lässt. Traditionell haben dabei umweltschonende Abbauverfahren sowie sich anschließende Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen der Abbauflächen höchste Priorität.

Um die biologische Vielfalt in unseren Abbaustätten gezielt zu fördern, hat HeidelbergCement als erstes Unternehmen der Baustoffbranche einheitliche Standards in einer internen Unternehmensrichtlinie definiert. Die zehn Leitsätze der Richtlinie sind darauf ausgerichtet, den Dialog mit Umweltbehörden, Naturschutzverbänden und der allgemeinen Öffentlichkeit zu fördern, die biologische Vielfalt während und nach dem Abbau zu steigern und dabei die heimische Natur und Landschaft zu schützen.

Quarry Life Award 

2016 fand die dritte Auflage des Quarry Life Award statt – mit diesem Forschungswettbewerb richtet sich HeidelbergCement an Forscher, Studierende und Nichtregierungsorganisationen, aber auch an die Nachbarn in unseren Standortgemeinden. 2016 haben die Jurys aus mehr als 490 Bewerbungen insgesamt 94 Projekte ausgewählt, die auf nationaler und internationaler Ebene um die Auszeichnung konkurrierten. Über 300 Forscher und viele weitere Interessierte haben in 69 Steinbrüchen und Kiesgruben in 21 Ländern an der Umsetzung gearbeitet. Der Hauptpreis ging an ein spanisches Team, das untersucht hat, wie die ökologische Vernetzung von Gewässern in Kiesgruben für halb-aquatische Säugetiere zugunsten von mehr Artenvielfalt optimiert werden kann.

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Kooperation mit BirdLife International

Seit 2012 kooperieren wir mit BirdLife International, der größten internationalen Naturschutzorganisation. Der Austausch mit BirdLife International und die Zusammenarbeit mit ihren nationalen Partnerorganisationen unterstützen uns dabei, unsere Umweltwirkungen zu minimieren und die Artenvielfalt in unseren Abbaustätten und deren Umgebung zu fördern. Gemeinsam haben wir eine Biodiversitätsstrategie entwickelt und setzen in verschiedenen europäischen Ländern individuelle Artenschutzprojekte an unseren Standorten um. Dazu zählt beispielsweise die Ansiedlung von Taurus-Rindern und Konik-Pferden im Steinbruch Gerhausen bei Blaubeuren. Die naturnahe Ganzjahresbeweidung trägt dazu bei, dass der hohe Naturschutzwert des Steinbruchs erhalten bleibt. Dieses Projekt führen wir gemeinsam mit dem deutschen BirdLife Partner NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) durch. In Großbritannien arbeiten wir gemeinsam mit der Royal Society for the Protection of Birds (RSPD), um den Steinbruch Needingworth in Cambridgeshire in ein Naturreservat mit dem größten Schilfgebiet Großbritanniens zu verwandeln.

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Übersicht unserer Kooperationsprojekte mit BirdLife International